Mittelstand

Studie zum Gründungsverhalten Wolfgang Franz im Gespräch

Wolfgang Franz ist Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und seit März 2009 Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Er berät als einer der fünf "Weisen" die Bundesregierung in wirtschaftspolitischen Fragen.

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Der oberste Wirtschaftsweise Wolfgang Franz.

 

In Ihrer aktuellen Untersuchung zum Gründungsverhalten in der High-Tech-Branche wird deutlich, dass sich auch dort die Krise widerspiegelt.

 

Ja, die Finanzmarktkrise und die im letzten Jahr einsetzende Rezession haben natürlich auch die Zahl der Gründungen zurück gehen lassen. Davon ist auch der High-Tech-Sektor in Mitleidenschaft gezogen worden. Allerdings muss man sehen, dass Spezialisten aus dem High-Tech-Sektor auch in der Krise – aufgrund ihrer auch in der Krise sehr stark nachgefragten Kenntnisse - Möglichkeiten haben, einen anderen Arbeitsplatz einzunehmen.

 

Wo leidet die Branche am stärksten?

 

Der Rückgang ist besonders intensiv im Bereich der technologieorientierten Dienstleistungen, wobei sich allerdings der Softwarebereich relativ robust gezeigt hat. Ganz allgemein hängt die Anzahl der High-Tech-Gründungen sehr stark von der Konjunktur des Investitionsgüterbereichs ab, und die ist von Branche zu Branche unterschiedlich.

 

Wie sieht es im regionalen Vergleich aus?

 

Das hängt ganz entscheidend davon ab, welcher Sektor betrachtet wird. In der forschungsintensiven Industrie liegen Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg vorn. Allerdings hat hier Baden-Württemberg seinen Spitzenplatz eingebüßt, weil die Gründungstätigkeit in Bayern weniger stark zurück gegangen ist. Anders sieht es bei den  technologieorientierten Dienstleistungen aus: Dort liegen Bayern, Hamburg mit Umland und Hessen vorn.

 

Sie haben im Rahmen Ihrer Studie auch mit vielen High-Tech-Gründern gesprochen. Was waren dort die wichtigsten Erkenntnisse?

 

Franz: Es sind im Wesentlichen drei wichtige Erkenntnisse: Erstens: High-Tech-Unternehmen kommen in der Krise etwa im Vergleich zu Unternehmen der Investitionsgüterindustrie einigermaßen glimpflich davon. Zweitens: Wer als High-Tech-Gründer einen Nischenplatz besetzt, kommt mit der Krise einigermaßen gut zurecht. Und drittens: Wer als High-Tech-Gründer seine externen Financiers wie Banken und Venture-Capital-Geber von seinem Geschäftsmodell überzeugen kann, schafft es, seine Geldgeber auch in der Krise bei der Stange zu halten.

Quelle: ntv.de

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