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Ohne Hilfe durch die Eiswüste Abenteurer besiegt Antarktis allein

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Colin O'Brady freut sich über seinen Erfolg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst 2016 stirbt ein britischer Offizier bei dem Versuch, als erster Mensch die Antarktis alleine und ohne Hilfsmittel zu durchqueren. Ein US-Abenteurer schafft es nun aber. Die letzten 125 Kilometer legt er sogar an einem Stück zurück.

Der US-Abenteurer Colin O'Brady hat als erster Mensch die Antarktis alleine und ohne Hilfsmittel durchquert. Der 33-Jährige brauchte auf Langlaufskiern 54 Tage für die 1482 Kilometer lange Strecke. Er erreichte sein Ziel am Ross-Schelfeis am Pazifischen Ozean am Mittwoch nach einer letzten gewaltigen Kraftanstrengung: Die letzten 125 Kilometer legte er an einem Stück in 32 Stunden zurück.

Der Norweger Borge Ousland hatte die Antarktis bereits 1996-1997 alleine durchquert. Er hatte sich aber teilweise von einem Gleitschirm ziehen lassen. O'Brady, der einen 180 Kilogramm schweren Schlitten hinter sich herzog, verzichtete auf solche Hilfsmittel.

Der frühere Profi-Athlet war am 3. November am Union-Gletscher gestartet. Am 12. Dezember erreichte er nach 40 Tagen den Südpol. Die Etappen seines Abenteuers wurden durch GPS aufgezeichnet und auf O'Bradys Internetseite veröffentlicht.

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Beim Frühstück am Weihnachtstag beschloss er, die letzten 125 Kilometer in einem Stück zurückzulegen. "Als ich das Wasser für meinen Haferbrei kochte, ist mir eine scheinbar unmögliche Idee gekommen", schrieb der 33-Jährige auf Instagram. "Ich habe mich gefragt, ob es möglich wäre, den ganzen Weg bis zum Ziel in einem Rutsch zurückzulegen. Als ich mir die Stiefel geschnürt habe, war aus dem unmöglichen Plan ein festes Ziel geworden."

"Die letzten 32 Stunden waren einige der herausforderndsten Stunden meines Lebens", schrieb O'Brady. "Es waren aber ehrlich gesagt auch einige der besten Momente, die ich jemals erlebt habe."

Die "New York Times" würdigte die Leistung des US-Abenteurers als "eine der bemerkenswertesten Heldentaten der Polar-Geschichte". Sie sei vergleichbar mit dem Rennen zum Südpol, das sich der Norweger Roald Amundsen und der Brite Robert Falcon Scott 1911 geliefert hatten. 2016 war der britische Armeeoffizier Henry Worsley bei dem Versuch ums Leben gekommen, die Antarktis alleine und ohne Hilfsmittel zu durchqueren.

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Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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