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Ryugu überrascht Forscher Asteroid ist so leicht wie Plexiglas

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Schatten der Sonde "Hayabusa2" nach deren Landung auf dem Asteroiden Ryugu. Der überrascht die Astronomen.

(Foto: AP)

Von der Mission der Raumsonde "Hayabusa 2" erhoffen sich Wissenschaftler Erkenntnisse über die Entstehung der Erde. Schon jetzt wird klar: Der untersuchte Himmelskörper namens Ryugu hat andere Eigenschaften als erwartet. Die Beobachtungen sind von "Bedeutung für die Suche nach Leben".

Der Zielasteroid der japanischen Raumsonde "Hayabusa 2" überrascht Astronomen: Der kleine Himmelskörper namens Ryugu ist unerwartet trocken und eher ein poröser Geröllhaufen aus lose geschichteten Steinen als ein kompakter Brocken. Drei Teams stellen im US-Fachblatt "Science" sowie auf der Lunar and Planetary Science Conference (Konferenz für Mond- und planetare Wissenschaft) im texanischen Houston die ersten Analysen der Raumsonden-Daten vor.

Die Sonde der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa hatte den Asteroiden am 27. Juni 2018 erreicht, im Februar setzte die unbemannte Sonde auf Ryugu auf. Sie soll Material von der Oberfläche sammeln und zur Erde zurückkehren.

Auffallend niedrige Dichte

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Ryugu scheint sehr porös zu sein.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Ryugu, einer der dunkelsten Himmelskörper in unserem Sonnensystem, ist den ersten Analysen zufolge rundum gleichförmig schwarz und ähnelt einer bestimmten Form sogenannter Kohliger Chondriten, Kohlenstoff-reichen Meteoriten. Die Daten der Raumsonde zeigen, dass er eine auffallend niedrige Dichte besitzt. Mit 1,19 Gramm pro Kubikzentimeter wiegt er etwa so viel wie Plexiglas und nur etwa ein Fünftel mehr als Wasser. Daraus und aus den Aufnahmen vom Asteroiden schließen die Forscher, dass er sehr porös ist und möglicherweise sogar die einzelnen Steine Hohlräume besitzen.

"Nur wenige Monate, nachdem wir die ersten Daten erhalten haben, haben wir bereits aufregende Entdeckungen gemacht", erklärte einer der Hauptautoren, Seiji Sugita von der Universität Tokio. "Die wichtigste ist die Menge des Wassers, die Ryugu besitzt, beziehungsweise der Mangel daran. Er ist viel trockener als wir erwartet haben." So unterscheide sich Ryugu durch den geringen Wasseranteil drastisch vom Asteroiden Bennu, der vor Kurzem von der Sonde "Osiris-Rex" der US-Raumfahrtbehörde Nasa untersucht worden war.

Rätseln über Gründe für Wassermangel

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht. ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern. KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

Über die Gründe für den Wassermangel rätseln die Forscher noch. Vermutlich sei bereits der Mutterasteroid, aus dem Ryugu einst entstanden sei, so wasserarm gewesen, argumentierte Sugita.

Ryugu (japanisch für "Drachenpalast") hat einen Durchmesser von rund einem Kilometer und ist mit einem Alter von rund 100 Millionen Jahren vergleichsweise jung. Die Wasserarmut habe Bedeutung für das Verständnis der Geschichte unseres Planeten, da Astronomen annehmen, dass alles Wasser der Erde aus Asteroiden, Kometen oder dem Urnebel stammt, aus dem sich unser Sonnensystem geformt hat.

"Bedeutung für die Suche nach Leben"

Aber die Beobachtung habe auch weiterreichende Implikationen. "Dies hat Bedeutung für die Suche nach Leben", erläuterte Sugita. "Es gibt unzählbar viele Sonnensysteme da draußen und die Suche nach Leben jenseits unseres Systems braucht eine Richtung. Mit unseren Erkenntnissen lassen sich Modelle weiterentwickeln, die helfen könnten, einzugrenzen, welche Arten von Sonnensystemen ins Visier genommen werden sollten."

Die im Dezember 2014 gestartete Raumsonde "Hayabusa 2" (japanisch für "Wanderfalke 2") soll Ende 2020 Materialproben des Asteroiden auf der Erde abliefern.

Quelle: n-tv.de, Till Mundzeck, dpa

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