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Operation mit 80 Bessere Chancen für ältere Krebspatienten

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Chirurgen können heute viele Tumore mit einem minimalen Eingriff entfernen.

(Foto: imago/Westend61)

Auch ältere Krebspatienten können es heute oftmals wagen, sich einen Tumor entfernen zu lassen. Die Risiken der Operation sind viel geringer als in der Vergangenheit - dank kleiner Eingriffe mit großer Wirkung.

Krebspatienten im hohen Alter haben heute viel bessere Aussichten, erfolgreich operiert zu werden. Tumore an Speiseröhre, Darm, Magen oder Leber können Chirurgen inzwischen mit minimalen Eingriffen entfernen, und das auch bei sehr betagten Patienten. Wundinfektionen oder Schmerzen treten hierbei weniger auf als bei den früher üblichen Methoden mit mehr Aufwand.

Beim Chirurgenkongress mit 5500 Teilnehmern in München bilanzierten die Ärzte den Fortschritt in der Medizin. "Wir machen heute erfolgreiche Krebsoperationen bei Patienten im achten und neunten Lebensjahrzehnt", sagte Matthias Anthuber, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Früher konnten Krebskranke jenseits der 75 kaum darauf hoffen, operiert zu werden. Ein fataler Missstand, denn die Senioren machen in Deutschland zum Beispiel beim Darmkrebs ein Fünftel der jährlich 55.000 Neuerkrankten aus. Jeder dritte Darmkrebspatient kann heute mit einem kleinen Eingriff operiert werden. "Das ist noch steigerungsfähig", sagte Anthuber. "Wir sind hier den Nachbarländern deutlich hinterher."

Narkose und Intensivtherapie wirken viel besser

Studien belegen, dass die Gefahr, dass der Tumor zurückkehrt, bei der minimalinvasiven OP-Methode nicht größer ist als mit einer herkömmlichen Operation. Narkosetechniken und Intensivtherapien haben sich zudem so verbessert, dass Eingriffe bei älteren Menschen sicherer sind.    

Auch für Hochbetagte mit Rücken- oder Hüftproblemen ist eine OP inzwischen viel weniger riskant als noch vor Jahren. "Wir wissen, wie wir die mit einer Operation verbundenen Risiken für Herzinfarkt und Lungenentzündung wirkungsvoll senken", sagte Anthuber. Man könne heute über 80-Jährigen guten Gewissens neue Hüft- oder Knieprothesen einsetzen.

Quelle: n-tv.de, fni/dpa

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