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Spenderblut wird kompatibel Enzym macht aus Blutgruppe A Null

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In Blutgruppe A und B sind Antigene. Empfänger müssen deshalb genau diese Blutgruppen haben, sonst droht Lebensgefahr.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Blutkonserven sind Lebensretter und weltweit knapp. Da es nur eine universell einsetzbare Blutgruppe gibt, suchen Forscher nach Anpassungsmöglichkeiten und werden ausgerechnet im Darm des Menschen fündig.

Blut ist der Saft des Lebens. Hat man zu wenig davon, führt das zwangsläufig zum Tod. Blutspenden sind deshalb wichtig. Allerdings passt nicht jede Spende zu jedem Empfänger. Lediglich die Blutgruppe Null kann als Spenderblut universell eingesetzt werden, da die Zellen keine Antigene auf ihrer Oberfläche tragen. Dieses Blut kommt vor allem bei schweren Unfällen oder Katastrophen zum Einsatz. Da Spenderblut vor allem der Gruppe 0 weltweit knapp ist, suchen Forscher schon seit einigen Jahren nach Alternativen.

Das Team um Stephen Withers von der University of British Columbia hat eine solche gefunden, meldete die BBC. Die Forscher machten sich auf die Suche nach einem Stoff, der die Antigene in den Blutgruppen A und B unschädlich machen oder sogar entfernen kann. Würde das gelingen, dann könnten auch diese beiden Blutgruppen universell eingesetzt werden.

Ohne Erfolg bei Blutegeln und Stechmücken

Bei ihrer Suche wandten sich die Forscher zunächst Stechmücken und Blutegeln zu, da diese blutsaugenden Tiere mit relativ großen Mengen an Blut zurechtkommen müssen. Fündig allerdings wurden sie auf einem anderen Gebiet. Sie richteten ihren wissenschaftlichen Blick auf den menschlichen Darm. In diesem nämlich müssen sich Bakterien an Zuckermolekülen satt fressen.

Und genau bei diesen Bakterien stießen die Forscher auf einen Stoff, der tatsächlich die Antigene von den Roten Blutkörperchen, den sogenannten Erythrozyten, in den Blutgruppen A und B entfernen kann. Die Bakterien benötigen diesen, um die Zuckermoleküle aufzuspalten. Das Enzym, das sie fanden, ist dabei 30-Mal effektiver als alle anderen bisher bekannten Enzyme und damit ein aussichtsreicher Kandidat, um Spenderblut anpassen zu können. In Laborversuchen gelang bereits die Umwandlung von Blut der Gruppe A. Das Enzym sei vielversprechend. Bis es jedoch so weit ist, müssen noch eine Reihe klinischer Tests durchgeführt werden, um schädliche Nebenwirkungen von angepasstem Spenderblut auszuschließen.

Die Ergebnisse des Forscher-Teams stellte laut BBC Stephen Withers auf dem nationalen Treffen der American Chemical Society in Boston vor.  

Quelle: n-tv.de, jaz

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