Wissen

Klimaerwärmung als Beschleuniger Island könnte bald alle Gletscher verlieren

242998668.jpg

Die Gletscherfläche Islands schrumpft immer schneller.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Ein isländische Studie bestätigt die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher. Sie schrumpfen weiter und zudem immer schneller. Allein in den letzten 20 Jahren verliert Island eine Gletscherfläche die größer ist als der Bodensee. Die Zukunftsprognosen sehen düster aus.

Seit der Jahrtausendwende haben Islands Gletscher aufgrund der globalen Erderwärmung sieben Prozent ihrer Fläche verloren. Seit 1890 habe die von Gletschern bedeckte Fläche um fast 2200 Quadratkilometer beziehungsweise 18 Prozent abgenommen, schrieben Wissenschaftler in einer am Montag in der isländischen Fachzeitschrift "Jökull" veröffentlichten Studie. Fast ein Drittel dieses Rückgangs sei seit dem Jahr 2000 verzeichnet worden.

Die Gletscher, die mehr als zehn Prozent der Fläche des Landes bedecken, schrumpften innerhalb von rund 20 Jahren um 750 Quadratkilometer, wie die an der Studie beteiligten Glaziologen, Geologen und Geophysiker feststellten. Die entspricht etwas mehr als der Fläche des Bodensees. Bereits zuvor hatten Experten davor gewarnt, dass Islands Gletscher bis zum Jahr 2200 ganz verschwinden könnten.

Isländischer Gletscher verlor 2019 Status

"Die Veränderungen der Gletscherfläche in Island seit etwa 1890 zeigen eine klare Reaktion auf Klimaschwankungen", schrieben die Autoren der Studie. Bereits im Jahr 2019 war in Island dem Okjökull sein Status als Gletscher entzogen worden, nachdem Glaziologen festgestellt hatten, dass er nur noch aus Toteis bestand und sich nicht mehr bewegte, wie es Gletscher es eigentlich tun.

Weltweit verlieren laut einer im April im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie fast alle der 220.000 Gletscher immer mehr an Masse und tragen damit zu mehr als einem Fünftel des globalen Meeresspiegelanstiegs in diesem Jahrhundert bei. Die Analyse von Bildern des NASA-Satelliten Terra ergab, dass die Gletscher der Welt zwischen 2000 und 2019 durchschnittlich 267 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr verloren haben. Zuletzt beschleunigte sich die Geschwindigkeit, mit der die Gletscher schmolzen.

Quelle: ntv.de, als/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.