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Spektakuläres Teleskop-Bild Junge Sterne erhellen kosmischen Staub

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Das Bild entstand aus Einzelaufnahmen des VLT Survey Telescope und des MPG/ESO-2,2-Meter-Teleskops.

(Foto: ESO/R. Colombari)

Ein so detailliertes Bild gab es bislang nicht von der Sternfabrik Lupus 3. Kosmischer Staub schlängelt sich durch die Weitwinkelaufnahme, mittendrin sind helle, heiße Sterne zu sehen. In einer ganz ähnlichen Region dürfte einst auch unsere Sonne entstanden sein.

Mit Teleskopen der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile ist der bisher detaillierteste Blick in eine bestimmte Sternen-Kinderstube gelungen: Ein Bild, das aus Einzelaufnahmen zusammengesetzt wurde, zeigt die Sternentstehungsregion Lupus 3 im Sternbild Skorpion. Gut zu erkennen ist eine dunkle Wolke aus kosmischem Staub, die vom Licht junger Sterne erhellt wird.

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Das Sternbild Skorpion: Die Dunkelwolke und die jungen, heißen Sterne sind mit einem roten Kreis markiert.

(Foto: ESO, IAU and Sky & Telescope)

Die Sternfabrik Lupus 3 ist 600 Lichtjahre von uns entfernt und erscheint mit ihrer Dunkelwolke wie eine unförmige Schlange am Himmel. Auf dem Bild zeigt sie sich als eine Region der Kontraste aus dicken, dunklen Strängen einerseits und hellen, blauen Sternen andererseits.

Dunkelwolken oder Dunkelnebel bestehen aus kaltem, dichtem Staub und verhüllen das Licht der darin befindlichen Himmelskörper. Die größten Dunkelnebel, wie etwa der Kohlensack im Kreuz des Südens, sind mit bloßem Auge zu sehen. Als tiefschwarze Flecken sind sie vor der hellen Milchstraße erkennbar.

Sterne fegen Staub beiseite

Lupus 3 ist, wie die meisten Dunkelnebel, eine aktive Sternfabrik, die sich hauptsächlich aus entstehenden und sehr jungen Sternen zusammensetzt. Störungen in der Nähe können dazu führen, dass sich die dichteren Klumpen des Nebels unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenziehen, dabei heißer werden und Druck aufbauen. Schließlich bildet sich dabei unter den extremen Bedingungen im Zentrum dieser kollabierenden Wolke ein sogenannter Protostern.

Die beiden hellsten Sterne in der Mitte des Bildes haben genau diesen Prozess durchlaufen. Zu Beginn ihres Lebens wurde die von ihnen ausgesandte Strahlung weitgehend durch den dichten Schleier des Nebels blockiert. Als sie immer heißer und heller wurden, fegten ihre intensive Strahlung und die starken stellaren Winde die umliegenden Gebiete frei von Gas und Staub, ließen sie aus ihrer düsteren Kinderstube auftauchen und hell aufleuchten.

Das Verständnis von Nebeln ist entscheidend für das Verständnis der Prozesse der Sternentstehung. Unsere Sonne hat sich – davon gehen Astronomen aus – vor über vier Milliarden Jahren in einer Sternentstehungsregion gebildet, die Lupus 3 sehr ähnlich gewesen ist.

Quelle: n-tv.de, asc

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