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Von der Nase ins Knie Knorpelschaden neu therapiert

"Knie vergisst nie" lautet eine Weisheit, die sich auf das am meisten beanspruchte Gelenk des Menschen bezieht. Vor allem Schäden am Knorpel führen zu Knieproblemen, die nur schwer behandelbar sind. Eine neue Therapie könnte Abhilfe schaffen.

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Das Knie ist ein großes, äußerst sensibles Gelenk.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Abgenutzte Knorpel am Knie lassen sich mit Knorpelzellen aus der Nase reparieren. Das haben Wissenschaftler der Universität Basel herausgefunden. Bei ihrer Untersuchung nutzten sie das Wissen, dass sich die Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand regenerieren können. Aus diesem Grund nahm das Team um Professor Ivan Martin und Professor Marcel Jakob die Zellen genauer unter die Lupe.

Die Forscher entnahmen bei sieben von insgesamt 25 Patienten, die alle unter 55 Jahre alt sind, kleine Gewebsproben aus der Nasenscheidewand. Daraus isolierten sie die Knorpelzellen und vermehrten diese im Labor auf ein Vielfaches. Die neugewachsenen Knorpelzellen brachten sie daraufhin auf einem Gerüst auf, um ein Knorpelstück von rund 30 mal 40 Millimeter Größe zu züchten. Das so gewachsene Knorpelgewebe wurde bei einer Operation, nach dem Entfernen des beschädigten Knorpels im Knie der Probanden eingesetzt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Dennoch muss nun erst einmal abgewartet werden, wie das Implantat vertragen wird. Zur Kontrolle planen die Forscher mehrere Überprüfungen in den nächsten zwei Jahren. Diese sollen nach sechs, zwölf und 24 Monaten mit Hilfe des Kernspintomographen erfolgen. In das Verfahren wird von Forschern und Medizinern große Hoffnung gesetzt.

Zum einen sind Knorpelschäden im Knie in der Bevölkerung weit verbreitet und nur schwer beziehungsweise nur durch sehr aufwendige Operationen und Rehabilitationsmaßnahmen therapierbar. Zum anderen ist schon vorher gelungen, aus Knorpelzellen der Nasenscheidewand tumorbefallene Nasenflügel bei Patienten erfolgreich zu rekonstruieren. So blieben den Betroffenen die ansonsten durchgeführten schmerzhaften Eingriffe erspart.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Science Translational Medicine".

Quelle: ntv.de, jze