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Neue Funde durch Extremwetter Luftbildarchäologen nützt die Dürre

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Im sächsischen Bauda entdeckten Forscher die Umrisse einer Wasserburg aus dem 13./14. Jahrhundert.

(Foto: dpa)

Für viele deutsche Landwirte war dieser Sommer eine Katastrophe - doch die Trockenheit hat auch positive Effekte. Luftbildarchäologen können dadurch jahrhundertealte Gemäuer besser erkennen. Ein paar neue Funde haben sie schon gemacht.

Die extreme Trockenheit in Deutschland bietet Luftbildarchäologen perfekte Voraussetzungen für ihre Arbeit. "In diesem Jahr sind wir besonders erfolgreich gewesen", sagte Christoph Heiermann vom sächsischen Landesamt für Archäologie. "Die Unterschiede im Pflanzenwuchs sind auf den Feldern ganz scharf hervorgetreten." Bei ihren Forschungsarbeiten untersuchen Luftbildarchäologen Fundstellen aus der Luft, ohne diese freizulegen oder direkt auszugraben. Nicht-invasiv nennt sich diese Methode.

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Grabhügel aus der jüngere Bronzezeit in Niedersachsen.

(Foto: dpa)

Dabei sind es vor allem Merkmale der Vegetation, die den Wissenschaftlern viel über die Vergangenheit verraten. "Die unterschiedlichen Getreidesorten reagieren sehr empfindlich auf den Wassergehalt im Boden", erklärt Heiermann. Und in jahrtausendealten Gruben oder Gräben sei der Boden nun mal feuchter und lockerer als im umliegenden festen Erdreich. "Getreide über diesen Böden reift dann entsprechend besser und wächst höher."

Es handele sich eigentlich nur um kleine Unterschiede, die aber ausreichten, um sie aus der Luft zu erkennen. "Man sieht dann sehr genau Gräben, Mauern, Gruben und so weiter", sagt Heiermann. "Das zeichnet sich alles ab - bis hin zu einzelnen Pfostenlöchern alter Holzhäuser."

In diesem Jahr konnten die Forscher dank der Trockenheit unter anderem den Grundriss einer alten Wasserburg aus dem 13. bis 14. Jahrhundert im Landkreis Meißen bei Sachsen ausmachen. Zudem ließen sich in einem Dorf in Nordsachsen Grabhügel aus der jüngeren Bronzezeit (1200 v. Chr.) besonders gut erkennen.

Das Jahr 2018 könnte nach Einschätzung von Meteorologen eines der fünf trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen 1884 werden. Rund 70 Prozent der Fläche Deutschlands sei derzeit von extremer Trockenheit betroffen, sagt der Deutsche Wetterdienst.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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