Wissen

Kein Platz für DarwinMuseum für Fundamentalisten

25.05.2007, 15:12 Uhr

Die so genannten Kreationisten stellen die Evolutionslehre als bloße "Theorie" dar. Dagegen setzen sie die biblische Geschichte als Erzählung von Fakten.

Die so genannten Kreationisten stellen die Evolutionslehre als bloße "Theorie" dar. Dagegen setzen sie die biblische Geschichte als Erzählung von Fakten.

Nun haben Bibel-Fundamentalisten in den USA der Schöpfungsgeschichte erstmals ein ganzes Museum gewidmet. Das "Creation Museum" soll an diesem Montag am Stadtrand von Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio) eröffnet werden.

Es zeigt auf mehr als 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, wie die Erde der Bibel zufolge in sechs Tagen geschaffen wurde und wie Mensch und Tier, Dinosaurier eingeschlossen, vor gut 6.000 Jahren friedlich mit einander im Garten von Eden lebten. Für die Forschungsergebnisse zur Entstehung der Arten von Charles Darwin ist da kein Platz.

Adam und Eva, die dem Paradies mit ihrem Biss in die verbotene Frucht jäh ein Ende setzten, werden im Museum als elektronisch gesteuerte Puppen dargestellt. Anhand der Geschichte von Noahs Arche wird den Besuchern erklärt, warum einige Arten seit der Schöpfung - nach ihrer Rechnung am 23. Oktober 4004 vor Christus - ausgelöscht wurden.

Gründer des mit Spenden in Höhe von 27 Millionen Dollar (20 Millionen Euro) eingerichteten Museums ist eine gemeinnützige Gruppe, die sich "Answers in Genesis" (AiG) nennt. Sie erwartet, wie AiG-Mitglied Mark Looy am Freitag bestätigte, zwischen 2.000 und 3.000 Besucher pro Tag.

Derweil protestieren 3.000 Lehrer und Dozenten aus allen 50 US-Staaten mit ihren Unterschriften gegen "den Versuch, eine Lüge zu institutionalisieren". Weitere 750 Forscher aus Ohio, Kentucky und Indiana drücken ihre Besorgnis über das Museum in einer Erklärung aus. Eine Gruppe, die sich DefCon oder Campaign to Defend the Constitution nennt, will am Eröffnungstag vor dem Museum demonstrieren.

"Warum so viel Aufregung über unser kleines Museum?", zitieren US-Medien den Präsidenten von AiG, Ken Ham. Die Anhänger von Darwins Evolutionstheorie "haben überall in der Welt Museen". Unterdessen werden im Norden von Cincinnati, gut 200 Kilometer außerhalb von Calgary (Provinz Alberta) die letzten Vorbereitungen für das erste kanadische Kreationismus-Museum getroffen. Das "Big Valley Creation Science Museum" will seine Tore am 5. Juni öffnen.

Adam und Eva