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Nicht frischer, aber vitaminreicher Neonlicht macht Spinat nahrhafter

Es klingt wie ein Märchen der Werbeindustrie. Spinat wird durch die dauerhafte Beleuchtung mit Kunstlicht nicht nur deutlich nahrhafter, sondern auch um ein Vielfaches vitaminreicher.

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Frische Spinatblätter.

(Foto: wrw, pixelio)

Wird frischer Spinat rund um die Uhr künstlich beleuchtet, kann sich sein Nährwert teils verdoppeln. Das berichtet eine Gruppe um den US-Forscher Gene Lester im "Journal of Agricultural and Food Chemistry". Die Resultate könnten Grundlage für bessere Lagerbedingungen in Supermärkten sein, schreiben die Forscher.

Zur Erklärung verweist das Team vom "Kika de la Garza Subtropical Agricultural Research Center" in Weslaco (US-Staat Texas) auf die Photosynthese. Sie wird durch intensive Lichtzufuhr angekurbelt. Welche Mechanismen aber im Detail die Grundlage des erhöhten Nährwerts sind, ist bislang jedoch ungeklärt.

Die Forscher lagerten verschiedene Spinatsorten entweder in absoluter Finsternis oder unter permanenter Belichtung bei vier Grad Celsius. Nach 9 Tagen hatten sich die Folsäure-Werte teils verdoppelt. Die Menge von Vitamin K in den Blättern stieg je nach Sorte um 50 bis 100 Prozent.

Viel mehr Vitamine

Schon nach den ersten drei Tagen wies belichteter Spinat deutlich höhere Werte der Vitamine C, K, E, sowie von Karotinoiden (natürliche Farbstoffe) auf. Keinen Einfluss zeigte die Lichtstrahlung auf das Provitamin A (Beta-Karotin). Der im Dunkeln gelagerte Spinat hatte hingegen unveränderte oder verminderte Werte.

Einen Nachteil hat das Dauerlicht jedoch: Die Blätter welken schneller. Konsumenten können dem Spinat seinen höheren Vitamingehalt nicht ansehen, ergänzen Lester und seine Kollegen.

Quelle: n-tv.de, dpa