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Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden: Einer Studie zufolge fördert Musikmachen beim Sport sowohl den Muskelaufbau als auch die Ausschüttung von Glückshormonen.
Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden: Einer Studie zufolge fördert Musikmachen beim Sport sowohl den Muskelaufbau als auch die Ausschüttung von Glückshormonen.(Foto: dpa)
Montag, 14. Oktober 2013

Mehr Muskeln, mehr Glückshormone: Musik machen beim Sport macht stark und froh

Beim Sport tragen viele Menschen Kopfhörer, denn mit Musik geht alles besser. Noch angenehmer, leichter und sogar effektiver wird es, wenn man mit seinem Trainingsgerät selbst Töne produziert. Nur zuhören bringt nichts.

Wenn Sportler mit ihren Fitnessgeräten Musik machen können, fällt das Training leichter und ist effektiver. Das hat ein Wissenschaftlerteam um den Leipziger Neurologen Thomas Hans Fritz vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften herausgefunden. Die Forscher hatten verschiedene Sportgeräte so verändert, dass die Trainierenden ihnen harmonische Töne oder treibende Rhythmen entlocken konnten. Ihre Studie veröffentlichten die Experten in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS"). Reines Musikhören habe nicht diesen Effekt.

"Wir konnten bei den Probanden mehrere Effekte nachweisen", erläuterte Fritz. Einerseits hätten die Teilnehmer durch das gleichzeitige Musikmachen das Training weniger anstrengend empfunden. Andererseits wurden die Muskeln effektiver genutzt, weil in der emotionaleren Situation weniger Gegenmuskeln (Antagonisten) involviert sind, wie das Team vermutet. "Sie konnten mit weniger Sauerstoff mehr leisten." Außerdem stellten sich der Studie zufolge die positiven Effekte bereits nach wenigen Übungsminuten ein, wobei viele Glückshormone ausgeschüttet wurden.

Nur zuhören reicht nicht

Nach Angaben der Wissenschaftler übten die musizierenden Sportler effektivere Bewegungen aus als solche, die sich an starre Trainingsmuster hielten. Lediglich Musik zu hören, aber nicht zu machen, reicht aber nicht aus, wie die Untersuchungen weiter ergaben.

"Wir haben nicht nur eine neue Kraftmaschinentechnologie entwickelt, sondern es ergibt sich aus unseren Untersuchungen auch ein ganzes Forschungsfeld", unterstrich der Neurologe. Denn neben den rein physiologischen Auswirkungen von Musikmachen beim Sport ergeben sich aus dem Experiment dem Forscher zufolge auch neue Einsichten darüber, warum sich Musik im Lauf der Menschheitsgeschichte entwickelt hat und wie musikalische Ekstase erreicht wird.

Dieser Aspekt steht seit Längerem im Fokus seiner Arbeit. So forschte Fritz zur Musik des Mafa-Volks im afrikanischen Kamerun, das zum Beispiel bei anstrengenden Feldarbeiten rituelle Gesänge anstimmt. Wenn man besser verstehe, wie sich die positiven Effekte erzielen lassen, könnte dies nach Meinung des Neurologen neue Ansätze in der Musiktherapie fördern - etwa bei Rehabilitationsmaßnahmen.

Quelle: n-tv.de