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Risiken bei Urlaub im Warmen So schützt man Haut bei Fernreise am besten

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Sonne, Meer und Strand - verlockende Aussicht. Aber besser nicht ohne Hautschutz!

imago/Fotoarena

Im Winter sehnen sich viele Menschen nach mehr Licht - eine gute Zeit für Urlaubsreisen in warme, exotische Länder. Dort legen sich viele gern knapp bekleidet an Strand und Pool - oft mit unguten Folgen. Wie können Sonnenhungrige ihre lichtentwöhnte Haut schützen?

Auch wenn die Sonne hierzulande derzeit öfter scheint - die Tage sind kurz, gegen 18 Uhr wird es bereits dunkel und zudem ist es zu kalt, um viel Licht an die Haut zu lassen. Viele Menschen sehnen sich im Winter besonders nach Sonne und Wärme und reisen darum bevorzugt in Länder, in denen sie genau das bekommen. Wer sich dort aber gleich ausgiebig in die Sonne brezelt, geht ein großes Risiko ein - besonders Menschen mit heller Haut sind besonders Hautkrebs-gefährdet. Aber auch "Mallorca-Akne" und Sonnenbrand sind unerwünschte Begleiterscheinungen des Urlaubs in der Ferne. Wie kann man sich dagegen am besten schützen?

Bei Reisen speziell in warme und tropische Länder übt Sonnenstrahlung "die stärkste und mitunter folgenschwerste Wirkung auf die Haut aus", sagt Dermatologin Friederike Kauer. Sonnenstrahlung besteht aus Infrarot-Strahlung, sichtbarem Licht und Ultraviolett-Strahlung, von der UVA- und UVB-Strahlen die Erde erreichen. UVA bewirkt eine kurze Bräune auf der Haut, kann zudem eine Sonnenallergie auslösen und Faltenbildung sowie Hautalterung zur Folge haben. UVB-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein, führen zu einer langfristigen Bräune und verursachen über DNA-Schäden Hautkrebs.

Am anfälligsten für Schädigungen durch UV-Strahlung seien Menschen mit sehr heller Haut und hellem oder rötlichem Haar, dem sogenannten Hauttyp 1. Weniger gefährdet seien Menschen mit dunklerem Teint sowie dunklen Haaren, erklärt Kauer. Reisende sollten ihren eigenen Hauttyp kennen und ihr Sonn-Verhalten darauf abstimmen. Für alle Hauttypen gelte: "Sonnenschutz ist Pflicht – bei Reisen ans Meer umso mehr. Wasser und Sand reflektieren die Strahlung und der Wind täuscht oftmals über die wahre Stärke der UV-Strahlung hinweg. Der Sonnenbrand macht sich häufig erst Stunden später bemerkbar", so die Expertin.

"Ausweichen, Bekleiden, Cremen"

Eine hilfreiche Eselsbrücke kann dabei das "ABC des Sonnenschutzes" sein: Ausweichen, Bekleiden, Cremen. Da die UV-Strahlung in den Mittagsstunden meist besonders intensiv ist, sollte zwischen 11 und 15 Uhr der Aufenthalt in der Sonne vermieden werden. Die Strahlung ist zudem umso stärker, je näher man sich am Äquator befindet. Auch die von einer Wasser- oder Sandfläche reflektierte Strahlung sowie die Höhensonne besitzen eine sehr hohe Intensität.

Zum Schutz vor UV-bedingten Schäden ist das Tragen dicht gewebter und langer Kleidung - also mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen - und einer Kopfbedeckung empfehlenswert. Der Schutz durch Textilien ist vor allem für Kleinkinder und Menschen mit Allergien gut geeignet. "Synthetische Fasern sind Naturfasern vorzuziehen", so die Hautärztin. Hinzu kommt: Materialien, die keinen speziellen UV-Schutzfaktor haben, können für Sonnenstrahlen durchlässig sein. Das ist insbesondere bei sehr dünnen Materialien und einigen Kunststoffen der Fall. Auch nasse Baumwollkleidung lässt viel mehr Strahlung durch als trockene.

Welcher LSF ist der richtige?

Zudem sollten Reisende auf alle unbedeckten Hautstellen Sonnenschutzmittel mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor (LSF) auftragen - und zwar nicht zu sparsam. Für empfindliche Hauttypen wird zu LSF 30 oder höher geraten, für weniger empfindliche reicht LSF 20.

Der LSF gibt an, um wie viel Mal länger ein Aufenthalt in der Sonne möglich ist, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, verglichen mit dem Wert ohne das Sonnenschutzmittel. Es sollte etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Etwa alle zwei Stunden und auch nach jedem Baden muss nachgecremt werden. "Dadurch wird die Schutzdauer aber nicht verlängert, sondern lediglich aufrechterhalten", so Kauer. Die Sonnenschutzmittel helfen gegen Sonnenbrand und Hautalterung sowie schützen vor Hautkrebs.

Wer an durch Sonnenlicht ausgelöste Hauterkrankungen wie beispielsweise der sogenannte "Mallorca-Akne" leidet, müsse auf die Wahl des Filters in den Cremes achten. Betroffene reagieren überempfindlich auf eine Kombination aus Sonnencreme und UV-Strahlung. Physikalische Filter mit Bestandteilen wie Titandioxid und Zinkoxid hinterlassen einen weißlichen Film auf der Haut und verursachen meistens keine Allergien. Im Gegensatz dazu führen chemische Filter häufig zur Entwicklung einer Hypersensitivität. "Wer sich hier bei der Wahl des Sonnenschutzmittels unsicher ist, kann auch bei seinem Arzt wegen der Inhaltsstoffe nachfragen", rät die Expertin. "Moderne Cremes bestehen nämlich häufig aus chemischen Filtern und einem physikalischen Filter."

Quelle: n-tv.de, abe

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