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Boeings Testflug geht schief "Starliner" kann nicht an ISS andocken

Eigentlich liegen auf dem Boeing-Raumschiff "Starliner" große Hoffnungen. Denn nach der Krise mit dem Flugzeug 737 Max möchte das Unternehmen positive Schlagzeilen produzieren. Doch der erste Testflug zur ISS - im Auftrag der Nasa - macht Probleme. Das Ziel wird gar nicht erst erreicht.

Beim ersten Testflug von Boeings Raumschiff "Starliner" zur Raumstation ISS hat es Probleme gegeben. Nach dem Raketenstart vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral sei die Kapsel zwar in einer stabilen Umlaufbahn um die Erde, schrieb Nasa-Chef Jim Bridenstine auf Twitter. Allerdings habe ein Antrieb versagt, der für das Erreichen der ISS notwendig sei. Bei dem ersten Härtetest waren keine Menschen an Bord.

Wegen der Probleme wird die Raumkapsel nicht wie geplant die Internationale Raumstation erreichen. Bridenstine sagte, dass zu viel Treibstoff verbrannt worden sei. Deshalb sei es nicht möglich, an die ISS anzudocken. Nasa-Angaben zufolge soll die Mission nun schon nach 48 Stunden mit der Landung auf der Erde wieder enden. Ursprünglich sollte das Raumschiff am Samstag erstmals am Außenposten der Menschheit 400 Kilometer über der Erdoberfläche andocken.

Mit dem "Starliner" will Boeing im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa künftig nordamerikanische Astronauten zur ISS bringen. Die Nasa ist derzeit von russischen Sojus-Raketen abhängig, um Astronauten ins All zu bringen. 2011 hatte die sie ihr eigenes Shuttle-Programm nach drei Jahrzehnten eingestellt. Die USA wollen ihre Abhängigkeit von Russland jedoch beenden. Unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wurde dazu ein Strategiewechsel eingeleitet: Statt selbst neue Raketen zu entwickeln, wurde beschlossen, Privatunternehmen dafür anzuheuern. Auch das private Raumfahrtunternehmen SpaceX arbeitet an einer Astronautenfähre zur ISS.

Der aktuelle Test des US-Flugzeugbauers Boeing sollte für das Unternehmen eigentlich einen lang ersehnten Erfolg bringen, weil es zuletzt wegen des Desasters um seinen Krisenjet 737 Max massiv unter Druck geraten war. Nach zwei verheerenden Abstürzen war die Maschine mit Startverboten belegt worden. Wann sie wieder abheben kann, ist ungewiss.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/dpa