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Behandlung menschlichen Erbguts US-Wissenschaftler für Genmanipulationen

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Erkannte Erbkrankheiten können unter Umständen sehr früh behandelt werden. Auf dem Bild ist eine menschliche Eizelle zu sehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

In den USA könnten in Zukunft menschliche Erbkrankheiten per DNA-Veränderung vor der Geburt ausgeschaltet werden. Eine entsprechende Empfehlung spricht die US-Akademie der Wissenschaften aus.

Eine Expertenkommission der US-Akademie der Wissenschaften befürwortet zur Verhinderung schwerer Erbkrankheiten Eingriffe in die DNA befruchteter menschlicher Eizellen oder früher Embryonen. In einem Bericht der Akademie heißt es, entsprechende Manipulationen am Erbgut dürften aber nur "unter sehr strikter Kontrolle" und in aller Transparenz erfolgen.

Die internationalen Experten verweisen darauf, dass die Gentechnik-Methode CRISPR/Cas9, mit der sich DNA-Sequenzen schneller, billiger und zielgenauer verändern lassen, bereits genutzt werde. Sie habe zu einer "Explosion neuer Forschungsmöglichkeiten und potenzieller klinischer Anwendungen" im Gesundheitsbereich geführt.

Kritiker äußern angesichts solcher Methoden ethische Bedenken und die Furcht vor einer genetisch manipulierbaren Menschheit. Denn wenn die DNA in Keimzellen verändert wird, vererben sich die neuen Sequenzen an die nachfolgenden Generationen.

In den USA gibt es keine Bundesmittel für genetische Manipulationen. Großbritannien hatte hingegen im Februar 2016 erstmals die Genmanipulation an Embryos im Rahmen eines Forschungsprogramms zu Fehlgeburten erlaubt. Mit Hilfe der CRISPR/Cas9-Methode sollten kranke Gene in der DNA bestimmt und gezielt ausgeschaltet werden.

Die gentechnische Veränderung von Embryos zu therapeutischen Zwecken ist in Großbritannien allerdings nicht erlaubt, sondern nur zu Forschungszwecken. Bedingung ist, dass die verwendeten Embryos nach spätestens zwei Wochen vernichtet werden.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP

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