Gezinkt, nicht genageltVerkaufsschlager Papstsarg
Als Papst Johannes Paul II. am 8. April beigesetzt wurde, reagierte Siegfried Eckhardt schnell. Sein Sarg aus gebeizter Tanne im Wojtyla-Design ist heute ein Renner.
Als Papst Johannes Paul II. am 8. April beigesetzt wurde, reagierte Siegfried Eckhardt schnell. Ein Anruf im Vatikan und der Sargtischler aus Wetter an der Ruhr war um eine Information reicher, die seinem Familienbetrieb einen entscheidenden Vorsprung vor der Konkurrenz beschert hat: Eckhardt baut seitdem den Sarg des Papstes nach. Und das letzte Ruhemöbel des Pontifex hat sich zum Verkaufsschlager gemausert. Schon 50 Mal konnte er das Modell an den Mann und die Frau bringen.
"Uns hat ein glücklicher Zufall geholfen. Wir konnten den Papst-Sarg schon Ende Mai auf der Bestattungsfachmesse präsentieren, da haben wir ihn bereits 25 Mal verkauft", sagt Geschäftsführer Eckhardt. Die Bestattungsfachmesse Befa findet nur alle 5 Jahre in Düsseldorf statt. Seinen Konkurrenten, die ebenfalls mit einem Nachbau des Papstsarges brillieren wollten, sei seine Firma durch die Qualität des Produkts "um Längen voraus gewesen".
Verglichen mit den sonstigen Modellen in Eckhardts 120 bis 150 Modelle zählender Sarg-Kollektion kommt das "Modell Papst" eher schlicht daher: "Der Sarg ist aus gebeizter Tanne, die Ecken sind nicht geschraubt oder genagelt, sondern gezinkt. Der Sarg verjüngt sich vom Kopf- zum Fußende hin um 15 Zentimeter, das gibt ihm eine gewisse Eleganz", sagt der Fachmann. Der Nachbau sei originalgetreu bis auf das Holz, denn der Oberhirte ruhe in einem -bedeutend teureren -Zypressen-Sarg. Mit 2500 bis 2800 Euro fällt aber auch schon die Kopie in die gehobene Kategorie.
Individualität ist heutzutage auch rund um den Sarg gefragt, weiß Eckhardt aus täglicher Erfahrung. Ein Kunde wollte unbedingt einen Sarg in dem Rot-Ton einer gängigen Zigarettenmarke, ein anderer mochte sich nur im Modell "Schalke" bestatten lassen - in den Farben des Revierclubs mit weißem Sargdeckel und blauem Unterteil.