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Internationale Studie Vertrauen der Deutschen in Medien ist hoch

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Immer mehr Menschen lesen Nachrichten auf dem Smartphone.

(Foto: kwe)

Lügen die Medien notorisch oder sind Nachrichten verlässlich? In Deutschland ist das Vertrauen im globalen Vergleich groß. Wichtigste Nachrichtenquelle ist auch im Jahr 2019 noch das Fernsehen. Doch gerade junge Menschen decken ihren Informationsbedarf zunehmend in den sozialen Medien.

Das Vertrauen der Deutschen in Nachrichten ist im Vergleich zu anderen Ländern relativ groß. Das geht aus dem "Reuters Institute Digital News Report" hervor, für den Wissenschaftler zehntausende Menschen in 38 Ländern befragt haben. Demnach stimmt in Deutschland etwa die Hälfte (47 Prozent) der erwachsenen Internetnutzer der Aussage zu, dass sie dem Großteil der Nachrichten vertrauen. Das sei ein vergleichsweise guter Wert, sagte Kommunikationswissenschaftler Sascha Hölig vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg.

In Großbritannien sind es 40 Prozent, in den USA 32 Prozent, in Ungarn 28 Prozent und Frankreich sogar nur 24 Prozent. Deutschland liege im vorderen Drittel, so Hölig. Man müsse auch unterscheiden: "In diesem Wert sind alle Nachrichten enthalten, die den Befragten insgesamt und auf sämtlichen Wegen begegnen können", erklärte Hölig. "Bei Nachrichten, die man selbst nutzt, hat sich der Wert seit drei Jahren bei 60 Prozent eingependelt."

"Vertrauen in Nachrichten in sozialen Medien rückläufig"

Deutlich mehr Vertrauen als Instagram oder Facebook genießen klassische Medien. Nachrichten, die sich über soziale Medien verbreiten, sehen die Nutzer dagegen sogar zunehmend skeptisch: "Das Vertrauen in Nachrichten in sozialen Medien ist rückläufig", sagte Hölig. "Nur noch 16 Prozent vertrauen ihnen. 2018 sind es noch 18 Prozent gewesen. Die jüngeren Mediennutzer sind noch skeptischer, dort sind es nur 12 Prozent. Man darf also nicht in die Logik verfallen, dass junge Leute auf Fake News hereinfielen und deswegen ihr Wahlverhalten änderten."

Als Nachrichtenquelle spielt in Deutschland das Fernsehen noch immer die größte Rolle. 72 Prozent gaben an, regelmäßig Informationen diesem Medium zu entnehmen. Der Anteil nimmt jedoch ebenso ab wie der von Printmedien. Hier eine Übersicht über die wöchentliche Nutzung von Offline-Nachrichtenquellen:

*Datenschutz


68 Prozent der Menschen decken ihren Nachrichtenbedarf mittlerweile auch online ab. Dieser Wert ist über die vergangenen Jahre stetig größer geworden. Hier eine Übersicht über die wöchentliche Nutzung von Online-Nachrichtenquellen:

*Datenschutz


Ein Ergebnis der Untersuchung auch: Nachrichten über das Weltgeschehen erreichen junge Menschen in Deutschland inzwischen häufiger über Instagram als über Facebook. "Instagram hat bei den 18- bis 24-Jährigen Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle überholt", sagte Hölig, der die deutschen Daten für den Reuters-Institute-Report ausgewertet hat. Rund ein Viertel (23 Prozent) der Internetnutzer im Alter von 18 bis 24 Jahren sieht sich bei Instagram regelmäßig Nachrichteninhalte an, das beim Vergleich mit anderen sozialen Medien damit vorn liegt. Facebook und Youtube rangieren mit 22 Prozent knapp dahinter. WhatsApp kommt bei den 18- bis 24-Jährigen auf 10 Prozent, Twitter nur auf 6 Prozent.

"Auch in der Gesamtheit der Befragten hat Instagram Twitter hinter sich gelassen", sagte Hölig. "Es ist eben das angesagte Medium. Doch nutzt niemand Instagram, um Nachrichten zu suchen. Man bewegt sich eben dort - hauptsächlich, um Fotos von Freunden oder Essen zu sehen - und findet dann Nachrichten quasi als Beifang." Ohnehin nutze so gut wie niemand soziale Medien als alleinige Nachrichtenquelle. Nur 3 Prozent der Befragten stützen sich nach eigenen Angaben ausschließlich darauf.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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