Wissen

Schneesturm über DeutschlandWas genau ist ein Blizzard?

09.01.2026, 14:28 Uhr
00:00 / 02:42
Video poster

Über Deutschland zieht ein Schneesturm hinweg, von einem Blizzard ist bereits die Rede. Doch was macht einen Blizzard eigentlich aus? Und wie entsteht dieser?

Was ist ein Blizzard?

Der Begriff Blizzard stammt aus den USA. Gemeint ist ein starker Schneesturm, der aufgrund seiner Stärke in einer Region das öffentliche Leben vorübergehend lahmlegt. Nach der Definition des amerikanischen Wetterdienstes müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Windgeschwindigkeiten von wenigstens 56 Kilometern pro Stunde

  • Sichtweiten, die unter 400 Metern liegen

  • beides muss mindestens drei Stunden andauern

In den USA gibt es auch den Begriff "Ground Blizzard", also Bodenblizzard. Diese Schneestürme bringen keinen Schneefall mit sich, sondern verwirbeln oder verwehen vor dem Schneesturm gefallenen Schnee, sodass die genannten beiden Bedingungen erfüllt sind.

Wie entsteht ein Blizzard?

Blizzards entstehen dann, wenn feuchte Luftmassen auf kalte Luftmassen treffen. Dies geschieht, wenn winterliche Tiefdruckgebiete Kaltluft von den Polen mit einer schnellen Strömung weit in den Süden transportieren. Dabei kommt es zu intensiven Schneefällen und oft auch zu einem deutlichen Temperatursturz.

Gab es schon in der Vergangenheit Blizzards in Deutschland?

In Mitteleuropa sind Blizzards jedoch eher selten, schreibt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Der Grund: Stürme kommen meistens vom Atlantik, dessen Wasser warm ist. Niederschläge fallen in Deutschland daher in Winterstürmen zumeist als Regen. In Deutschland kam es zuletzt vor mehr als 45 Jahren zu starken Schneestürmen: Im Winter 1978/1979 gab es gleich zwei davon: Der erste legte ab dem 28. Dezember 1978 Teile Deutschlands lahm, der zweite folgte Mitte Februar 1979.

Warum sind Blizzards in Nordamerika häufiger als in Europa?

In Nordamerika kommt es häufiger zu einem extremen Luftmassen-Gegensatz: Kalte, kontinentale Arktikluft aus Kanada trifft häufiger auf milde und feuchte Luft aus südlichen, subtropischen Breiten. Zudem kann es in den weiten Ebenen der Great Plains aufgrund fehlender Hindernisse eher zu Schneeverwehungen kommen - dort sind Blizzards am häufigsten.

Werden Schneestürme nicht ausschließlich in Nordamerika "Blizzard" genannt?

Bei Wirbelstürmen gibt es die Bezeichnungen Hurrikan und Taifun, die jeweils regional gebräuchlich sind. Andere Beispiele für regionale Wetterphänomene sind der Scirocco in Italien und der Mistral in Südfrankreich. Diese Begriffe sind spezifisch für bestimmte geografische Regionen und beschreiben besondere Wetterbedingungen, die dort auftreten. Der Begriff Blizzard wurde jedoch international übernommen, um ähnliche Bedingungen zu beschreiben; er ist also nicht zwingend auf Nordamerika beschränkt.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

WinterExtremwetterWetter