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Schimmel im Vorteil Weißes Fell schützt vor Bremsen

Gegenüber ihren dunkleren Artgenossen sind die eigentlich auffälligeren Schimmel klar im Vorteil: Ihr Fell reflektiert einfallendes Licht auf eine Weise, die für Bremsen unattraktiv ist.

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Schimmel gelten in vielen Kulturen als Glücksbringer.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Blutsaugende Bremsen sehen Pferde mit dunklem Fell besser als solche mit weißem. Schimmel sind deshalb vor Angriffen der lästigen Fliegen besser geschützt als dunkle Pferde, berichtet ein internationales Forscherteam in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Der Grund für die Vorliebe der Fliegen liege in den unterschiedlichen Polarisationseigenschaften des Fells, schreiben die Wissenschaftler: Fliegen orientierten sich an horizontal polarisiertem Licht und dunkles Fell reflektiere dieses stärker als helles.

Gábor Horváth von der Eötvös Universität in Budapest (Ungarn) und seine Mitarbeiter hatten in zahlreichen Experimenten zunächst festgestellt, dass Bremsen (Tabanidae) in der Tat bevorzugt dunkle Pferde angreifen. So hatten sie an einem warmen Sommertag helle und braune Pferde auf der Weide fotografiert und anschließend die Zahl der Bremsen auf dem Fell gezählt. Tatsächlich fanden sie deutlich mehr Fliegen auf dem dunklen als auf dem hellen Fell, und zwar genau 3,7 Mal so viel.

Bremsen fliegen auf dunkle Matten

Die Wissenschaftler untersuchten dann die scheinbare Anziehungskraft des dunklen Fells genauer. Dazu legten sie dunkle Matten auf einem Rasenstück aus und beobachteten, wie viele Fliegen auf dem Stück landeten. Sie stellten fest, dass die Matten erst dann attraktiv für die Bremsen wurden, nachdem sie mit einer durchsichtigen, glänzenden Folie bedeckt wurden, die das einfallende Licht horizontal polarisiert reflektiert. Weitere Untersuchungen bestätigten dann die Theorie der Forscher: Je höher der Anteil an horizontal polarisiertem Licht in dem von der Oberfläche reflektiertem Licht, desto stärker werden die Bremsen von dieser Oberfläche angezogen.

Ein helles Fell verleihe den Pferden also einen deutlichen Vorteil gegenüber ihren dunklen Artgenossen, schreiben die Wissenschaftler. Denn Bremsen können zum einen Krankheiten übertragen, zum anderen sind die Fliegen teils so lästig, dass die Pferde am weiden gehindert werden und weniger Nahrung aufnehmen können. In vielerlei anderer Hinsicht ist die helle Fellfarbe allerdings nachteilig für die Pferde: Die Tiere sind anfälliger für bösartige Hautkrebserkrankungen und leiden häufig unter Einschränkungen des Sehsystems. Außerdem ist ein helles Fell vor den meisten natürlichen Hintergründen auffälliger, so dass die Träger von potenziellen Raubtieren leichter erkannt und eher gejagt werden können. In freier Natur kommen weiße Pferde deshalb so gut wie gar nicht vor. Sie werden allerdings gezüchtet und gelten aufgrund ihrer Seltenheit als Statussymbol.

Quelle: ntv.de, dpa

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