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Sicherheit im Auto Welche Sitzplätze sind besonders gefährlich?

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Wer gern hinten sitzt und sich dabei bequem zur Seite lehnt, ist besonders gefährdet, wenn es zum Unfall kommt.

(Foto: imago/Jakob Hoff)

Wer hinten rechts sitzt, hat die geringste Verletzungsgefahr: Ist diese Fahrlehrerweisheit möglicherweise falsch? Analysen der Unfallforschung eröffnen überraschende Ergebnisse und legen sogar nahe, dass Hintensitzer oft selbst schuld an Verletzungen sind.

Die unsichersten Plätze im Auto sind die Rücksitze. Das liege an einer falschen Sitzposition der Mitfahrer, aber auch an der unzureichenden Sicherheitsausstattung, lautet das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Analysen zeigten, dass bei vergleichbaren Unfällen die Verletzungen auf den Rücksitzen zu 70 Prozent genauso schwer und zu rund 20 Prozent schwerer ausfielen als auf den Vordersitzen.

Zehn Prozent aller verletzten Auto-Insassen saßen demnach bei den von der UDV erfassten Unfällen auf dem Rücksitz. Pro Jahr sterben den Angaben zufolge etwa 130 Rücksitz-Mitfahrer, 2800 werden schwer verletzt.

Die hinten Sitzenden sind laut Untersuchungen oft mit schuld an ihren Verletzungen: Sie beugen sich zur Seite oder nach vorn und geben damit dem Sicherheitsgurt keine Chance, sie optimal zu schützen.

Ein Gurt unterm Arm ist nutzlos

Die Hersteller sind laut Studie hingegen verantwortlich dafür, dass die Gurte hinten nicht höhenverstellbar sind, der Gurt deshalb oft am Hals entlang läuft und dann oft aus Komfortgründen unter den Arm geklemmt wird. In einem Crashtest zeigte die UDV, dass der Gurt so fast keinen Schutz mehr bieten kann. Zudem fehlen Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer und Airbag.

"Ganz fatal" ist es, sich hinten nicht anzuschnallen, warnten die Unfallforscher. Im Chrashtest zeigte sich, dass nicht nur der Insasse schwerste Verletzungen erleidet, sondern auch die Sitzlehne des Vordersitzes so weit nach vorn gedrückt wird, dass der davor Sitzende ebenfalls schwer verletzt wird.

Quelle: n-tv.de, ahe/AFP

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