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Antilopen auf dem Speiseplan Wie Riesenschlangen ihre Beute verzehren

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Hier frisst ein Felsenpython eine Antilope.

(Foto: imago stock&people)

Boas und Pythons fressen üblicherweise kleine und mittelgroße Wirbeltiere wie etwa Vögel, Kaninchen oder Wasserschweine. Manchmal aber fallen ihnen auch Antilopen oder Alligatoren zum Opfer. Wie schafft die Schlange das?

Eines vorab: Dass ein Mensch, wie gerade in Indonesien geschehen, zur Beute einer Riesenschlange wird, geschieht äußerst selten. Aber tatsächlich wirkt die pure Körpergröße nicht abschreckend auf große Würgeschlangen. Im Verhältnis zu ihrer eigenen Masse können Schlangen enorme Mengen zu sich nehmen. Das Nahrungsspektrum von Boas und Pythons reicht von Vögeln und kaninchengroßen Säugern bis hin zu Wasserschweinen, Antilopen oder auch Alligatoren. Doch wie schafft die Schlange das?

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Geplatzt. Mit diesem Alligator hatte sich der Python zu viel vorgenommen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Würgeschlangen beißen ihre Beute – ohne Gift – und umschlingen das verletzte Tier dann mit dem Körper. Atmet das Opfer aus, zieht die Schlange die Schlinge fester zu. Meist stirbt die Beute schließlich an Kreislaufversagen. Die Schlange verleibt sich das Tier mit dem Kopf voran ein, denn so bilden Fell oder Federn keinen Widerstand beim Schlucken. Und sie verschlingt die Beute in einem Stück. Eine umfangreiche Mahlzeit ist der Schlange daher anzusehen: Ihr Körper weist dann große Ausbuchtungen auf.

Das Fressen und auch das anschließende Verdauen sind für die Schlange Schwerstarbeit. Während sie ihre Beute verschlingt, beginnt sie heftig zu atmen, Herz und Lunge kommen auf Hochtouren. Beim Verdauen braucht sie 40 Mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand. Es dauert ein paar Tage, bis die Salzsäure im Schlangenmagen die Nahrung zu Brei verarbeitet hat. Bis ein ganzes Schwein verdaut ist, vergeht eine gute Woche. Danach kann die Riesenschlange dann aber auch, wenn es sein muss, ein ganzes Jahr auf weitere Nahrung verzichten.

Allerdings beginnt die große Beute im Schlangenmagen auch von innen heraus zu verwesen. Dabei entstehen nicht nur blähende Gase, sondern auch Gifte. Die sind mitunter tödlich. So kann es passieren, dass die Schlange an ihrer eigenen Gefräßigkeit zugrundegeht. In den Everglades im US-Bundesstaat Florida wurde auch schon ein Python entdeckt, der sich mit einem Alligator übernommen hatte. Die Schlange bezahlte die Mahlzeit mit dem Leben: Sie platzte.

Quelle: n-tv.de, asc

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