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Schwere Waffen, Schüsse, Rauchschwaden: So möchte sich die Bundeswehr inszenieren (Archivbild einer KSK-Übung aus dem Jahr 2008).
Schwere Waffen, Schüsse, Rauchschwaden: So möchte sich die Bundeswehr inszenieren (Archivbild einer KSK-Übung aus dem Jahr 2008).(Foto: picture alliance / dpa)

Bundeswehr wie im "Ballerspiel": Regierung stoppt PR-Video

Rauchende Kanonen, rasante Panzerfahrten und lärmende Explosionen: So stellt sich die Bundeswehr in einem neuen Werbevideo vor. Mit satter Rockmusik unterlegt, soll der Film die Generation Youtube begeistern. Kritiker bezeichnen die Bilder als gewaltverherrlichend, die Bundesregierung ordnet den schnellen Rückzug an.

Das nennt man wohl einen Rohrkrepierer: Mit spektakulären Bildern wollte das Verteidigungsministerium auf der Videoplattform Youtube für die Bundeswehr werben. Die PR-Experten von Minister Thomas de Maizière ließen Hubschrauber, Panzer und Raketenwerfer auftreten. Doch schon nach wenigen Stunden im Netz fehlt von dem 100-Sekunden-Film nun jede Spur. Wie ein Sprecher der Bundesregierung n-tv.de mitteilte, wurde es vom Youtube-Kanal der Bundesregierung gelöscht.

Warum sich die Regierung zu diesem Schritt entschlossen hat, wollte der Sprecher nicht erläutern. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass die aufkommende Kritik an dem Video die Verantwortlichen dazu bewogen hat, größeren Schaden abzuwenden. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Agnieszka Malczak war als erste Politikerin auf den Clip aufmerksam geworden. Sie warf dem Verteidigungsministerium vor, es stelle den Dienst bei der Bundeswehr wie ein "Ballerspiel" dar.

Bombenexplosion mit Hymne

Tatsächlich erinnert der Film an einen Trailer für ein PC-Spiel der Marke "Battlefield 3". In schnellen Schnitten marschieren schwerbewaffnete Soldaten durchs Bild. Harte Gitarrenriffs begleiten die Bilder - unterbrochen von Samples der deutschen Nationalhymne. Besonders ärgert die Grünen-Abgeordnete Malczak die Untermalung einer Bombenexplosion mit der Hymne. "Das lässt jede politische und historische Sensibilität vermissen", kritisiert sie.

Das Verteidigungsministerium hatte den Film zunächst trotzdem verteidigt. "Mit schnellen Schnittfolgen und moderner Musik entspricht der Beitrag dem Stil zeitgemäßer Youtube-Clips", sagte der Sprecher. Die Bundesregierung war da offensichtlich anderer Meinung.

Bilderserie
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Quelle: n-tv.de

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