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Ukrainischer Panzer, deutsches Kennzeichen: ein Hingucker in der Nähe von Debalzewo.
Ukrainischer Panzer, deutsches Kennzeichen: ein Hingucker in der Nähe von Debalzewo.(Foto: REUTERS)

Wem gehört dieses Kriegsgerät?: Ukrainischer Panzer, deutsches Kennzeichen

In der ukrainischen Stadt Debalzewe stehen sich Separatisten und ukrainische Soldaten gegenüber. Die Truppen Kiews sind mit Panzern im Einsatz. Einer trägt ein deutsches Kennzeichen.

Blauer Himmel, Reste von Schneefall, im Hintergrund ein Strommast: Die Panzer fahren auf einer Straße in der Nähe der umkämpften ukrainischen Stadt Debalzewe. Soldaten sitzen in voller Montur auf den Fahrzeugen, die ukrainische Fahne ist gehisst, die Maschinengewehre sind kampfbereit.

(Foto: REUTERS)

Die Bilder, die die Agentur Reuters am Vortag über ihren Ticker verschickt hat, zeigen Aufnahmen, wie sie alltäglich geworden sind im Ukraine-Konflikt. Nur ein winziges Detail sticht ins Auge: Einer der Panzer, der auf mehreren Bildern zu sehen ist, hat ein deutsches Kurzzeitkennzeichen des nordrhein-westfälischen Landkreises Borken. Wie kann das sein?

Gefechtsfahrzeuge haben eigentlich weder zivile Kennzeichen noch dürfen sie auf Straßen überführt werden. Sie unterliegen der Ausfuhrkontrolle.

"Ich habe darauf keinen Reim. An Spekulationen will ich mich nicht beteiligen", sagt CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter n-tv.de. Einen Missbrauch des Kennzeichens hält er nicht für ausgeschlossen.

Ein Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamtes sagt: "Von einem Kennzeichen irgendeinen Rückschluss zu ziehen, ist schwierig." Ein Kurzkennzeichen sei immer das Eigentum dessen, der das Kennzeichen erworben hat. "Warum sollte ein ukrainischer Panzer von Zulassungsbehörden aus Wesel oder Moers zugelassen werden?" Da habe sich vermutlich nur jemand einen "Spaß" erlaubt.

Karlheinz Gördes, Pressesprecher beim Kreis Borken, sagt der "Borkener Zeitung", das Kennzeichen sei am 9. September 2011 ausgegeben worden. Eigentümer war demnach ein Ukrainer, der damit einen Lastwagen in sein Heimatland überführen wollte. Da das Nummernschild am 13. September 2011 ausgelaufen ist, ist es heute "aus amtlicher Sicht völlig wertlos", so Gördes. Ein Bußgeld könnte nicht verhängt werden.

Quelle: n-tv.de

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