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Unter Druck: André Schubert.
Unter Druck: André Schubert.(Foto: imago/DeFodi)

Fans fordern Schubert-Rauswurf: In Gladbach sind alle "angepisst"

Der Druck auf Gladbachs Trainer André Schubert wächst nach der Niederlage beim FC Augsburg. Das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zum Jahresabschluss hat für ihn möglicherweise Endspielcharakter. Die Fans haben ihr Urteil bereits gefällt.

Die Fans von Borussia Mönchengladbach haben ihr Urteil schon gefällt. Unter die lautstarken Pfiffe nach dem 0:1 (0:0) beim FC Augsburg mischten sich auch vernehmbare "Schubert-raus"-Rufe. "Ich kann die Fans verstehen, wir sind auch angepisst", sagte Sportdirektor Max Eberl. Dessen Pläne änderten sich dadurch aber nicht. Erst nach dem Heimspiel am Dienstag (20 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen den VfL Wolfsburg wird Eberl bilanzieren und sich auch eine Meinung darüber bilden, wie es mit Trainer André Schubert weitergeht.

Doch klar ist eines: Nachdem sich die nicht enden wollende Auswärtsmisere der Fohlen fortgesetzt hat, erwartet der Sportchef zum Jahresausklang einen Erfolg, "damit wir einen einigermaßen schönen Winter haben", wie der 43-Jährige in Augsburg sagte. Rang 13 mit 16 Punkten ist weit unter dem Anspruch des Europacup-Teilnehmers, der in dieser Saison gerade einen Auswärtszähler gesammelt hat und insgesamt 2016 von 18 Bundesliga-Auswärtsspielen nur eine mickrige Partie gewann. So schlecht wie aktuell stand die Borussia zuletzt vor zehn Jahren da.

"Beschissen, was wir auswärts spielen"

Gladbach zeigt alle Anzeichen einer Krise. Es fiel Eberl schwer, die Beherrschung zu wahren, seine Worte waren deutlich. "Es ist beschissen, was wir auswärts spielen. Du kommst nicht vom Fleck, wenn du nicht auswärts anfängst zu punkten", sagte er, und schob eine unmissverständliche Forderung nach: "Wir müssen uns mit aller Macht dagegenstemmen und das letzte Spiel des Jahres gewinnen." Um Schönheit geht es Eberl dabei nicht, er will eine Mannschaft sehen, die mit Leidenschaft überzeugt. "Für Kreativität und Attraktivität kommen wir gerade nicht infrage", räumte er ein. Zumal die Personalsituation immer angespannter wird. In Augsburg verletzte sich noch Weltmeister Christoph Kramer (Außenband- und Kapselriss im Sprunggelenk) und wird einige Wochen ausfallen.

Dass ausgerechnet Ex-Borusse Martin Hinteregger (75.) die Niederlage besiegelte, der in Gladbach als Transfer-Flop galt, passte irgendwie ins Bild. "Brutal bitter", nannte Trainer Schubert die Pleite, weil sein Team "das Spiel über weite Strecken kontrolliert" habe. Der 45-Jährige musste allerdings auch eingestehen, dass "uns zurzeit die Leichtigkeit fehlt". Und nicht nur das. Zwar wirkt es gefällig, was die Borussia zeigt, es mangelt jedoch in jeder Beziehung an Zielstrebigkeit. Dass Tobias Strobl im entscheidenden Zweikampf gegen Hinteregger "eine Sekunde zu spät schaltet", wie Schubert sagte, gehört dazu. Die Devise der Mannschaft für das Wolfsburg-Spiel brachte Außenverteidiger Oscar Wendt in recht derben Worten auf den Punkt. "Ob wir am Dienstag gewinnen durch Superfußball oder Kackefußball ist scheißegal", sagte er. Eberl und Schubert dürften da ohne Weiteres zustimmen.

Quelle: n-tv.de

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