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iPhone 5: Zeitplan in Gefahr: Sharp kann Bildschirme nicht liefern

Der Zeitplan für den Start des neuen iPhone könnte durcheinander geraten. Beim japanischen Technologiekonzern Sharp Corp sei die Massenproduktion von Bildschirmen für das Apple-Vorzeigeprodukt noch nicht angelaufen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Dadurch könnten sich Lieferengpässe für Apple ergeben.

Das iPhone5 könnte nach Meinung von Branchenkennern nächsten Monat vorgestellt werden. Am 12. September will Apple ein neues Produkt präsentieren, schwieg sich aber zu Details aus. Sharp hatte ursprünglich bereits Ende August mit der Lieferung der iPhone-Bildschirme an Apple beginnen wollen, sagten mit der Situation vertraute Personen. Aber die Massenfertigung verzögere sich wegen Produktionsschwierigkeiten. Unklar bleibt, wann der angeschlagene Traditionskonzern mit der Lieferung beginnen kann.

Sharp ist einer von drei Zulieferern von Flüsssigkristallbildschirmen (LCD) für das iPhone5. Die beiden anderen sind Japan Display Inc und die südkoreanische LG Display Co, die bereits liefern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.  Ob es wirklich zu Engpässen für das neue iPhone kommt, ist ungewiss. Eine Pekinger Unternehmenssprecherin wollte sich nicht dazu äußern. Die Verzögerungen bei Sharp lassen es allerdings fraglich erscheinen, ob Apple ausreichend Geräte parat haben wird, um die erwartet lebhafte Nachfrage zu bedienen.

Im Juli hatten mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, dass im nächsten Apple-Smartphone eine neue Technologie eingesetzt wird, mit der der Bildschirm dünner wird. Sensoren sollten direkt in den LCD-Bildschirm eingebaut und dadurch eine extra Touch-Screen-Schicht überflüssig werden. Aber die neue Technologie ist in der Massenfertigung schwieriger zu meistern als konventionelle LCD-Bildschirme. Weniger Probleme hat offenbar die Konkurrenz aus Südkorea. "Wir haben mit der Massenproduktion der neueren LCD-Bildschirme begonnen", sagte in der vergangenen Woche der CEO von LG Display.

Für Apple steht viel auf dem Spiel: Der größte Wettbewerber Samsung stellt auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin gerade eine Vielzahl neuer Produkte vor. Beide Platzhirsche dominieren weltweit das Geschäft mit Smartphones und kommen gemeinsam auf einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Gleichzeitig überziehen sich beide mit Patentklagen für ihre mobilen Geräte. Vergangene Woche sprach ein US-Geschworenengericht Apple 1,05 Milliarden US-Dollar Schadensersatz für Patentrechtsverletzungen durch Samsung zu.

Die Produktionsprobleme mit den Komponenten für Apples iPhone kommen auch für Sharp zur Unzeit. Der Konzern, der außerdem TV-Geräte und Solarpanele produziert, steckt in einer Liquiditätsklemme, da Verbindlichkeiten fällig werden. Der Schuldenberg türmt sich auf mehr als 15 Milliarden Dollar auf. Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2013 erwartet Sharp einen Verlust von umgerechnet knapp 3,2 Milliarden Dollar.

 

Quelle: n-tv.de

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