Wirtschaft

Haftstrafe deutlich verkürzt: Ex-Enron-Chef kommt früher raus

Nach jahrelangen Anfechtungen wird die Haftstrafe für Ex-Enron-Chef Skilling um zehn Jahre herabgesetzt. Ein Gericht in Houston zieht damit zwölf Jahre nach der Enron-Pleite einen Schlussstrich unter den Rechtsstreit. Teil des Deals sind millionenschweren Entschädigungszahlungen an die Opfer des Skandals.

Jeffrey Skilling nach der Gerichtsverhandlung in Houston. Skilling war 2006 zu 24 Jahren verurteilt worden. Davon wurden jetzt zehn Jahre gestrichen.
Jeffrey Skilling nach der Gerichtsverhandlung in Houston. Skilling war 2006 zu 24 Jahren verurteilt worden. Davon wurden jetzt zehn Jahre gestrichen.(Foto: AP)

Der wegen Betrugs und Insiderhandel verurteilte Ex-Chef des zusammengebrochenen US-Konzerns Enron kommt früher aus dem Gefängnis. Ein Richter in Houston reduzierte die Haftstrafe von Jeffrey Skilling von 24 auf 14 Jahre. Bei guter Führung, so merkten US-Medien an, könnte der 59-Jährige sogar noch eher wieder ein freier Mann sein.

Hintergrund ist ein Deal mit dem US-Justizministerium. Dieses hatte Skilling einen Hafterlass im Gegenzug dafür angeboten, dass er das 2006 gefällte Urteil nicht weiter anficht. Zudem fließen mehr als 40 Mio. Dollar aus Skillings Vermögen, das nach seiner Verurteilung wegen Betrugs im Jahr 2006 eingefroren wurde, an die Opfer der Pleite, die tausende Mitarbeiter den Job kostete.

Enron war mit dem Handel von Energie, Breitbandkapazitäten und Finanzprodukten zu einem der größten US-Konzerne aufgestiegen. Der Schein trog aber: Das Management hatte mit Bilanzbetrügereien Verluste kaschiert. 2001 brach das Unternehmen zusammen. Anleger verloren Milliarden.

Skilling beteuerte bis zuletzt, von den krummen Geschäften nichts gewusst zu haben. Finanzchef Andrew Fastow, der sechs Jahre ins Gefängnis musste, belastete ihn aber. So wurde Skilling 2006 zusammen mit Firmengründer und Verwaltungsratschef Kenneth Lay verurteilt. 2009 kam ein Bundesberufungsgericht zu dem Schluss, dass die Strafe gegen Skilling zu hoch ausgefallen sei. Kenneth Lay erlitt noch vor der Verkündung des Strafmaßes im Juli 2006 in Aspen, Colorado einen tödlichen Herzinfarkt. Lay wurde 64 Jahre alt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen