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Das Justizministerium verweigert laut einem Medienbericht der Bank, sich freizukaufen.
Das Justizministerium verweigert laut einem Medienbericht der Bank, sich freizukaufen.(Foto: REUTERS)

Milliardenschweres Vergleichsangebot: JP Morgan blitzt wohl bei Regierung ab

Zur Beilegung diverser Ermittlungen bietet die US-Großbank einen Milliardenbetrag. Doch das Justizministerium lehnt die Offerte laut einem Medienbericht ab. Sie untersucht die Ausgabe hypothekenbesicherter Wertpapiere.

Die US-Großbank JP Morgan strebt im Streit mit der Regierung über Hypothekengeschäfte offenbar einen milliardenschweren Vergleich an. Das Geldhaus habe dem Justizministerium rund drei Milliarden Dollar zur Beendigung diverser Ermittlungen angeboten, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dem Ministerium schwebe jedoch eine höhere Summe vor. Offenbar sind die Justizvertreter der Ansicht, JP Morgan müsste für einen Vergleich noch weitere Milliarden Dollar zahlen. Das Geldhaus und das Ministerium verhandelten derzeit noch. Ein Sprecher der Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Insidern zufolge will die Regierung in Washington der größten US-Bank wegen Hypothekengeschäften den Prozess machen. Das Justizministerium bereite eine Klageschrift vor. JP Morgan wird vorgeworfen, bei der Ausgabe von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) zwischen 2005 bis 2007 Vorschriften verletzt zu haben. Die Nachrichten einer möglichen Anklage löste panikartige Verhandlungen der Bank in letzter Minute aus, bei denen das Finanzinstitut zuletzt immer mehr Geld anbot, um den Fall sowie eine Reihe anderer Verfahren beizulegen.

Bank zieht rote Linie

Die Verhandlungen aber zeigen, wie sehr der Verwaltungsrat von J.P. Morgan und ihr Vorstandschef, James Dimon, die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten loswerden wollen. Die Bank wolle nun alle Fälle lösen, "wenn es angemessen ist", sagt eine Person, die die Strategie der Bank kennt. In Fällen, in denen die Aufseher von der Bank ein Geständnis von "bewusstem" Fehlverhalten oder Manipulation verlangen, würde sich JP Morgan aber weiter zur Wehr setzen, sagt der Insider.

Riskante Wertpapiere hatten die Finanzkrise ausgelöst. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele Banken kamen in Schwierigkeiten.

Umfangreiche Ermittlungen

Das US-Justizministerium führt gegen JP Morgan ein halbes Dutzend Ermittlungsverfahren. Welche Fälle von dem Angebot der Bank abgedeckt würden, sei unklar, hieß es weiter.

In der vergangenen Woche hatte JP Morgan sich bereits mit vier  Regulierungsbehörden in den USA und Großbritannien auf einen Vergleich geeinigt. In der Finanzmarktaffäre um den sogenannten Wal von London zahlt die Bank Strafen in Höhe von insgesamt 920 Millionen Dollar an die verschiedenen Behörden. JP Morgan war unter anderem Nachlässigkeit bei der Aufsicht über die in den Skandal verwickelten Angestellten vorgeworfen worden.

Als "Wal von London" hatte ein französische JP Morgan-Mitarbeiter im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht. Er soll durch waghalsige Geschäfte mit Kreditausfall-Versicherungen in der Londoner Investmentabteilung der Bank einen Verlust von 6,2  Milliarden Dollar verursacht haben. Weitere Mitarbeiter sollen dann versucht haben, die Verluste zu verschleiern.

Quelle: n-tv.de

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