"Let's Dance" - Show 3Bei Joel Mattli gehen der Jury die Gäule durch
Von Verena Maria DittrichLlambi zückt die Zehnerkelle, Königin Ekat kann nicht zaubern und Betty Taube berührt mit einem emotionalen Contemporary. Am Ende aber zeigt sich: Selbst eine der stärksten Tanzpartnerinnen überhaupt ist keine Garantie fürs Weiterkommen.
"Bleib so, wie du bist!", sagt Motsi zu Ross Antony. Der Mann, der dank "Let's Dance" die schönste Zeit seines Lebens hat und auch schon mehr als 3 Kilo abgenommen hat, präsentiert in dieser Woche einen langsamen Walzer. Und ja, das Urteil der Jury fällt überwiegend positiv aus, aber in einem winzig kleinen Augenblick scheint es zu kippen. Dann, als Jorge anmerkt, Ross sei doch bestimmt sehr aufgeregt gewesen. Der möchte davon aber überhaupt nichts hören und fällt ihm derart ins Wort, dass Jorge in seinem berühmten Gonzalez-Sprech anmerkt: "Lass mich zu Ende!"
Dem Entertainer ist es wichtig zu sagen, er sei emotional, aber eben nicht aufgeregt gewesen. Er weint, aber die Äuglein füllen sich zum Glück nicht mit Tränen. Der langsame Walzer lebt von Ruhe - also genau von dem, was der quirlige Ross Antony eher nicht ausstrahlt.
Show Nummer 3 und wir sehen zahlreiche Verbesserungen. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass Willi Banner immer mehr zu einem "kleinen Showman" wird und einen Charleston aufs Parkett legt, den man noch vor 2 Wochen kaum für möglich gehalten hätte? Frech, schnell, ein bisschen überdreht: all das passt erstaunlich gut zu ihm. "Weiter so, Willi!", sagt die Jury.
Im Grunde kann man dieses Lob direkt an Nadja Benaissa weitergeben, die an der Seite von "King Choreo" Vadim nicht nur frenetischen Applaus und Standing Ovations für ihren Quickstep erntet, sondern ein bombastisches Feuerwerk liefert. Und was passiert bei einem Feuer gewöhnlich? Es kommt einer, der es zumindest ein wenig löscht. Hach, auf unseren Herrn Llambi ist einfach Verlass.
Milano legt mit Marta Maschine den Turbo ein
Dass "Let's Dance" aber auch eine Show ist, in der man sich nicht vor schwierigen Themen scheut, zeigt Betty Taube. Sie ist vor einigen Jahren an Depressionen erkrankt und vertanzt diese mit ihrem Partner Alexandru Ionel in einem emotionalen Contemporary. Und natürlich kann die Kritik an der einen oder anderen Stelle besser sein, aber manchmal sind Wertungen eben nicht alles. Allein ihr Schrei, mit dem sie sich auch aus den Krallen der Dunkelheit freitanzt, geht unter die Haut.
Können wir an dieser Stelle bitte festhalten, dass man auch eine Salsa durchaus barfuß tanzen kann? Das machen nämlich dieses Mal Esther und Massimo, und auch wenn das unserem Jury-Boss nicht sonderlich gut gefällt, so erkennt er dennoch die schönen, weiblichen und eleganten Rhythmen der Schauspielerin an. Liebe Esther, fürs nächste Mal bitte Motsis Tipp beherzigen: unbedingt allein tanzen, das macht unabhängiger vom Tanzpartner.
Und dann kommt einer, der sich vier Wochen für einen Tango aufgespart hat, der das gesamte Studio ins Schwitzen bringt und aus den Stühlen haut. Milano, der sympathische Franzose aus Paris, hat den Turbo eingelegt und, wie die Jury anmerkt, einen sensationellen Tango präsentiert. Tango ist Kontrolle und Dominanz, ein Tanz, der keine halben Sachen kennt. An seiner Seite: natürlich Marta Maschine, die Weltklasse-Tänzerin. Wenn es nach dem Musiker ginge, der sich nach dieser Nummer unheimlich auf einen Burger freut, würde er nächste Woche am liebsten wieder Tango tanzen. Kein Wunder, denn das war: "Gänsehaut pur!"
"Du lebst und erlebst diesen Tanz"
Spätestens bei Joel Mattli aber gehen in dieser dritten Show mit der Jury die Gäule durch. Malika hat die Peitsche ausgepackt und dem Schweizer Sportler "die härteste Trainingswoche bisher beschert". Das hat sich ganz offensichtlich gelohnt, denn nach dem "beamtenmäßigen Walzer der Vorwoche" überzeugt die erste Samba dieser Saison Jury wie Publikum gleichermaßen. "Du lebst und erlebst diesen Tanz", so Llambis Lob. Die Tür zum Finale steht gewiss auch dank seiner Zehn-Punkte-Kelle offen.
Einer, der "rhythmisch auch alle Möglichkeiten hat", ist Jan Kittmann. Ja, okay, sein Cha-Cha-Cha hat ein paar "kleine Fehlerchen", aber Kathrin Menzingers Choreo hat es auch in sich. Vielleicht will der Schauspieler ein My zu viel beweisen. "Neun statt zehn Hüftbewegungen" würden auch reichen. Dennoch: "ganz großes Kino".
Das präsentiert übrigens auch Simon Gosejohann mit seiner Salsa. "Eins haben wir festgestellt: Unsere Ekat kann nicht zaubern", findet Llambi. Motsi aber sieht das Ganze positiv. Der Komiker hat sich verbessert und sorgt für gute Unterhaltung und jede Menge Spaß. Und: "Und ein bisschen Hüfte war ja dann doch zu sehen."
Für gute Laune sorgt auch Gustav Schäfer mit einem Cha-Cha-Cha. Gerne würde man von dem Schlagzeuger noch mehr sehen, aber allein seine glitzernde Buxe sind schon zehn Punkte. "Alles in allem eine schöne, sympathische Schlussnummer", sodass man fast vergisst, dass auch Bianca Heinecke und Anna-Carina Woitschack zu den Highlights dieses Abends gehören, auch wenn "Bibi" immer noch ein bisschen zu kopflastig ist. Durch "Let's Dance", so sagt sie, habe sie aber auch gelernt, nicht immer so streng mit sich zu sein und positiver zu denken.
Die Show verlassen muss dieses Mal: Simon Gosejohann.
