Zukunftsmacher

emobility2go Intelligente Strom-Tankstellen

"Coffee to go" ist ein alter Hut. Doch was bitte ist "eMobility to go"? Dahinter steckt ein junges Start-up-Unternehmen, das aus alten Stromnetzen "intelligente" Stromnetze machen will. Und zwar mithilfe von Elektrofahrzeugen.

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Ein Elektroauto zu betanken, dauert einige Stunden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bislang sieht Stromproduktion am häufigsten so aus: Ein großes Kraftwerk speist riesige Energiemengen zentral ins Stromnetz ein, von wo aus sie lokal verteilt werden. Dafür sind die Stomnetze bis heute ausgelegt. Doch die Energiewende stellt neue Herausforderungen an die Netze: Immer mehr Strom wird lokal eingespeist, etwa durch örtliche Windkrafträder oder private Solaranlagen. Doch darauf sind die alten Stromnetze bislang nicht vorbereitet.

Hier kommen die Ladestationen von emobility2go ins Spiel: Sie liefern nicht nur öffentliche Strom-Tankstellen, sondern die Lösung, um die mehr und mehr schwankenden Stromnetze wieder zu stabilisieren. "Um 18 Uhr, wenn die meisten Personen nach Hause kommen und die Backöfen anschalten, haben wir eine Hochlastsituation im Netz", erklärt Startup-Gründer Jonas Danzeisen. "Und wenn dann auch noch alle Elektrofahrzeuge laden würden, könnte es zu kritischen Situationen im Netz kommen. Über eine zentrale Steuerfunktion unserer Ladestationen können wir das verhindern."

Der Vorteil der Ladestationen: Sie laden Elektrofahrzeuge zu verbrauchsgünstigen Zeiten und schalten sich ab, wenn gerade viel Strom verbraucht wird. Zudem messen die Ladestationen parallel auch noch die aktuelle Kapazität des Stromnetzes, was bis heute nur schwer möglich ist.

Preisverleihung auf der Cebit

Entsprechend groß ist das Interesse, auf das emobility2go stößt: "Gerade im Infrastrukturbereich sind wir zumindest indirekt im Wettbewerb mit den Großen der Branche, die auf diesen Feldern schon jahrelang aktiv sind. Und wir versuchen hier, eine Nische zu besetzen", sagt  Danzeisen.

Dieser Mut beeindruckt auch große Partner wie Microsoft, die emobility2go als Finalist für ihren Start-up-Wettbewerb ausgewählt haben. "Uns liegt ganz besonders am Herzen, junge, innovative Unternehmen zu unterstützen, die sich in der IT-Branche selbstständig machen wollen und eine neue, innovative Idee haben", sagt Tanja Böhm von Microsoft. "Deshalb haben wir den "Cloud for Society"-Award geschaffen, mit dem wir eben solche Unternehmer unterstützen wollen. emobility2go ist hier einer der Favoriten und der Preis wird dann auf der Cebit verliehen.”

Quelle: ntv.de, ino