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Wachablösung für den X5 BMW X7 - der neue Boss steigt in den Ring

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Der BMW X7 ist nicht einfach die aufgeblasene Kopie des kleinen Bruders X5, auch wenn er sich vieler seiner Vorzüge bedient.

Bis heute war der BMW X5 der Boss im bayrischen SUV-Ring. Jetzt haben die Münchner aber ein neues Schwergewicht am Start, das den einstigen Chef ob seiner Größe einfach wegfegen dürfte. Allerdings bedient der X7 sich dabei auch der Gene seines Kontrahenten.

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Das Heck des BMW X7 wirkt noch klarer als beim X5.

Im vergangenen Jahr präsentierte BMW die Studie seines kommenden SUV-Schlachtschiffes X7 auf der IAA in Frankfurt. Die Besucher zeigten sich angesichts des künftigen Gegners von GLS und Q8 überrascht. Vor allem die Front schien gewöhnungsbedürftig. Jetzt zeigt BMW erste Bilder von seinem Kaventsmann und er sieht den neuen X-Brüdern angenehm ähnlich. Selbstredend überragt er sie mit einer Länge von 5,15 Metern, einer Breite von 2,00 Metern und einer Höhe von 1,80 Metern deutlich. War der X5 bis heute der "Boss", hat er im X7 seinen Meister gefunden.

Schiere Wucht mit Eigenheiten

Das manifestiert sich auch in der aufrecht stehenden Fahrzeugfront, die natürlich weiterhin von der BMW-Niere dominiert wird. Allerdings wirkt sie etwas gedrungener als bei anderen Modellen, was auch daran liegt, dass sie von den sehr flachen Scheinwerfern förmlich zusammengeschoben wird. In der Klasse, in der der X7 spielt, leuchten die natürlich serienmäßig mit LED-Licht. Optional wird wie beim X5 auch ein Laser-Licht angeboten, das die Straße blendfrei bis 600 Meter ausleuchten soll. Auffällig ist auch das größer dimensionierte BMW-Emblem auf der Motorhaube und die durch eine Chromspange geklammerten wuchtigen Lufteinlässe in den Stoßfängern.

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Die über fünf Meter des BMW X7 sind schon eine Ansage.

Auch am Heck sorgt eine Chromspange für die Verbindung zwischen den schmalen LED-Leuchten. Ein Merkmal, das bis dato nur am Hinterteil des BMW der 7er-Reihe zu finden war. Die Potenz des Super-SUV soll auch durch die recht präsenten Endrohrblenden zum Ausdruck gebracht werden. Serienmäßig fährt der X7 auf 20-Zoll-Rädern vor, in seine Radhäuser passen aber auch Felgen mit einem Durchmesser von 22 Zoll. Eine Größe, die angesichts der Positionierung des X7 standesgemäß scheint.

Unter dem Blech steckt der X5

Doch was wäre die Optik, wenn nicht noch weitere technische Parameter für den Thron sprechen würden.Unter der Haube arbeiten die Triebwerke, die auch den Boss über die Straße bringen. Auf der Seite der Benziner sind ein Reihensechszylinder mit 340 PS im 40i und der V8 mit 462 PS im Programm. Wobei der stärkste Benziner - ebenfalls wie beim X5 - in Europa nicht auf den Markt kommen wird. Als Diesel pumpt der bekannte Sechsender mit 265 PS im 30d und im M Performance Modell M50d mit 400 PS. Die Kraftverteilung erfolgt bei allen Motorisierungen über ein 8-Gang-Steptronic-Getriebe mit erweiterter Spreizung der Gangstufen.

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Frisch wirkt das Interieur des BMW X7.

Wie beim X5 verspricht BMW auch für den X7 dank des permanenten Allradantriebs maximale Traktion und Fahrstabilität. Zur Effizienzsteigerung kann in Fahrsituationen, die keinen Allradantrieb erfordern, die Antriebskraft vollständig an die Hinterräder geleitet werden. Andernfalls erfolgt die Verteilung des Antriebsmoments zwischen Vorder- und Hinterachse variabel. Aber nicht nur beim Antrieb, auch beim Fahrwerk bedient sich der X7 beim kleinen Bruder. Wie der hat auch der Dicke - hier allerdings serienmäßig - eine Zweiachs-Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung. Die individuelle Regelung der Luftversorgung der Federung über einen Kompressor ermöglicht es auch, eine ungleichmäßige Beladung des Fahrzeugs auszugleichen. Zudem macht sie den X7 auch offroadtauglich. Einmal mehr, wenn das Offroad-Paket geordert wird, das die Fahrmodi Sand, Kies, Stein und Schnee beinhaltet.

Viel Platz und Assistenten

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In der dritten Reihe des BMW X7 sollen selbst Erwachsene bequem reisen können.

Natürlich verfügt auch der X7 über eine umfassende Auswahl an Assistenzsystemen. Neben der Aktiven Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion wird der Driving Assistant Professional angeboten, der den Lenk- und Spurführungsassistenten, die Spurwechsel- und die Spurverlassenswarnung, den Spurhalteassistenten mit Seitenkollisionsschutz, die Ausweichhilfe, die Querverkehrs-, Vorfahrts- und Falschfahrwarnung umfasst. Wenn diese Optionen geordert wurden, kann der Fahrer deren Arbeit auf der volldigitalen Instrumentenkombi und dem Control Display mit einer Bildschirmdiagonalen von jeweils 12,3 Zoll verfolgen. Und weil es in die Zeit passt, kann, wer den X7 am März 2019 besteigt, auch mit ihm kommunizieren. Der "Intelligent Personal Assistent" wird über den Sprachbefehl "Hey BMW" aktiviert und unterstützt den Piloten nicht nur bei der Bedienung von Fahrzeugfunktionen - er lernt über die Zeit auch dazu.

Zum Luxus-SUV wird der X7 nicht zuletzt durch sein üppiges Platzangebot, das auch dem Radstand von 3,10 Metern geschuldet ist. Die dritte Sitzreihe, in der auch zwei Erwachsene bequem reisen sollen, gibt es da gleich mal in Serie und damit die auch einfach zu besteigen ist, hat BMW die Fondtüren größer gemacht. Die zweite Reihe hat serienmäßig drei Sitzplätze in konventioneller Fondbank-Anordnung. Optional lassen sich aber auch zwei Einzelsitze einbauen. Das Gestühl lässt sich natürlich für eine noch opulentere Beinfreiheit um 14,5 Zentimeter in Längsrichtung verschieben. Die Steuerung hat allerdings ausschließlich der Fahrer in der Hand.

Wer alle sieben Sitze im X7 nutzt, hat hinter der Heckklappe immer noch einen Stauraum von 326 Litern. Wer alle Lehnen flach macht, darf über 2120 Liter herrschen. Wie beim X5 kann zur komfortablen Beladung das Heck über die Luftfederung abgesenkt werden. Ebenfalls wie beim X5 ist auch hier die Heckklappe zweigeteilt. In Summe ist der X7 also doch nur ein aufgeblasener X5? Nicht ganz. Die Designer haben der Wuchtbrumme schon eine recht eigenständige Optik gegeben. Und wenn der X7 sich dann mit den bekannten Genen so gut fährt wie der neue X5, dann ist die Wachablösung am Ende wohl unvermeidlich.

Quelle: n-tv.de

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