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Elektroroller Vässla 2 E-Mobilität mit Einschränkungen

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Seit Frühjahr 2019 bietet die schwedische Firma Vässla den Elektroroller Vässla 2, der in China gebaut wird, auch in Deutschland an.

(Foto: Mario Hommen)

Ein Elektroroller wie der in China gebaute Vässla 2 ist bei Anschaffung und Unterhalt durchaus günstig. Doch der Preis geht mit entsprechenden Abstrichen bei der Leistung einher, wie ein Test belegen konnte.

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Allzu groß sollte der Fahrer eines Vässla 2 nicht sein.

(Foto: Mario Hommen)

Wem das E-Auto für die Stadt noch zu teuer ist, der könnte alternativ auf einen E-Roller umsteigen. Wie etwa auf den neuen Vässla, der vorgibt, ein Schwede zu sein, tatsächlich aber wie viele andere E-Scooter aus China kommt. Auf einer Testfahrt waren es eben auch diese fernöstlichen Gene, die einen gewissen Edelschliff vermissen ließen. Im Großen und Ganzen macht der kleine Stromer seine Sache aber ordentlich, vor allem, wenn man seine Leistung in Relation zum Preis setzt.

Schaut man auf die neuen stylischen Stars der E-Roller-Szene, dazu gehören zum Beispiel die Vespa Elettrica oder die E-Schwalbe, bewegt sich der Vässla 2 mit einem Preis von 2500 Euro in der Schnäppchen-Liga. Und auf den ersten Blick erfreut das 65 Kilogramm schwere Leichtgewicht mit modernem Schick. Anders als etwa das Classic-Modell von Unu zieren den Vässla ein paar Akzente mit progressivem Touch. Auffällig ist unter anderen der von einen Tagfahrlicht gerahmte LED-Scheinwerfer. Das Rücklicht im Klarglasdesign oder aufgeschraubte Chrombleche sollen ebenfalls die Optik aufwerten, wirken aber eher billig. Insgesamt präsentiert sich der Roller sauber verarbeitet, wobei Materialien und Komponenten keinen sonderlich hochwertigen Eindruck hinterlassen. Exemplarisch ist das kleine Plastikwindschild vor dem Cockpit, das einfach mit vier unverblendeten Schrauben befestigt wurde. Das geht auch schöner.

In der Stadt ein Hindernis?

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Der 1,2 kW starke Bosch-Motor steckt im Hinterrad.

(Foto: Mario Hommen)

Zum moderneren Styling passt hingegen das digitale Cockpit, welches im Format eines quer liegenden Smartphones alle wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit und Akkustand anzeigt. Scheint die Sonne stark, sind die Infos nur noch schwer ablesbar. Anders als einige Mitbewerber bietet der Vässla keine Konnektivitätstechnik, die eine clevere Einbindung von Smartphones und Online-Funktionen erlaubt. Im Gegenzug bleibt der kleine Stromer unkompliziert und einfach in der Handhabung: Dreht man den Startschlüssel auf "On", kann man umgehend los stromern - lautlos und einigermaßen spritzig.

Nein, ein Dampfhammer ist der lediglich 1,6 PS starke Bosch-Motor im Hinterrad nicht, doch auf den ersten Metern reicht seine Schubkraft, um sogar mit Autos mithalten zu können. Bei voller Batterie ist fast ein Mitschwimmen auf Augenhöhe möglich, denn dann schafft der Vässla 51 oder gar 52 km/h. Doch selbst wenn der Vässla-Pilot dem Temporausch verfällt, bleibt er Autofahrern am Ende ein lästiges Hindernis und wird auch wie ein solches behandelt. In der Praxis wünscht sich wohl jeder Rollerfahrer, 60 fahren zu können.

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Das digitale Display lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung nur schlecht ablesen.

(Foto: Mario Hommen)

Gelegentlich fällt es dem Vässla allerdings schwer, auf 45 km/h zu kommen: Vor allem an Steigungen geht ihm leicht die Puste aus. Wenn man einen Schalter am Lenker auf den stromsparenden Vortriebsmodus legt, wird es selbst mit voller Batterie zäh, die 45 km/h auf der Ebene zu erreichen. In der Praxis wird deshalb keiner die freiwillige Drosselung wählen. Ist die Batterie weniger als halbvoll, wird man ebenfalls in mehreren Stufen ausgebremst. Zunächst wird das Sprintvermögen reduziert. Bei einem Füllstand von 20 Prozent wird auf 40 und bei 10 Prozent auf 25 km/h gedrosselt. Richtig nervig ist eine nicht immer ganz perfekte Dosierbarkeit der "Gasannahme", denn wenn man mit etwas reduziertem Tempo fahren will, setzt ein leichtes Ruckeln ein.

Für mehr als 50 Kilometer reicht es nicht

Ansonsten ist der Einspurstromer mit 65 Kilogramm angenehm leicht und handlich. Das erleichtert das Rangieren und das Aufbocken auf den zusätzlich vorhandenen Hauptständer. Von der Ergonomie empfiehlt er sich mehr für kleine als große Fahrer. Wenn auch in gewisser Weise handlich, ist der Vässla kein virtuoser Kurvenkünstler. Durch Links-Rechts-Kombinationen fährt man beschwingt aber nicht ambitioniert. Ähnlich zufriedenstellend verrichten die Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad ihre Arbeit.

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Das beleuchtete Staufach bietet Platz für zwei Wechselbatterien.

(Foto: Mario Hommen)

Wie bei E-Scootern der 45-km/h-Klasse üblich, ist auch der Vässla kein Reichweitenriese. Die Schweden versprechen bis zu 64 Kilometer. Doch in der Praxis, und damit im Speed-Modus, werden daraus 40 und 50 Kilometer. Das reicht für den Nahverkehr, doch bereits eine Tour zwischen den Nachbarstädten Köln und Bonn sollte gut geplant sein. Das Laden an einer 230-Volt-Steckdose kann über fünf Stunden dauern.

Der zum Laden herausnehmbare Akku, ein stattlicher Kasten mit solidem Tragegriff, steckt übrigens unter der Sitzbank rutschfest in einem passgenauen Einschubfach aus Kunststoff. In dem Staufach, der mit Akku bestückt keine Helme aufnehmen kann, ist der Platz für ein Zweitakku, mit dem sich die Reichweite verdoppeln lässt. Mit 800 Euro Aufpreis macht dieser den Vässla 2 deutlich teurer. Besonders günstig bleibt dafür der Unterhalt, denn Energiekosten für 100 Kilometer bewegen sich um einen Euro.

Exakt 2500 Euro verlangt Vässla für sein derzeit einziges Rollermodell, dem wohl nächstes Jahr ein moderner Bruder folgen soll. Vertrieben wird der Scooter ausschließlich online, angeliefert wird kostenfrei an eine Wunschadresse. Sollte es Probleme geben, hat Vässla Service-Partner, allerdings ist dieses Netz nicht sehr engmaschig. Wer also den kleinen Schweden-Stromer bestellt, sollte schauen, ob es eine Anlaufstelle in seiner Stadt gibt. E-Roller gelten allerdings als wartungsarme Fahrzeuge.

Quelle: n-tv.de, Mario Hommen, sp-x

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