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Unmerkliche Zylinderabschaltung Mazda CX-5 fährt auf zwei Töpfen

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Optisch leicht nachgeschärft steht der Mazda CX-5 jetzt auch mit neuem Triebwerk da.

(Foto: Holger Preiss)

Dass gerne mal ein paar Zylinder zur Spritersparnis abgeschaltet werden, kennt man inzwischen. Jetzt wartet auch Mazda im CX-5 mit einer solchen Technik auf. Das Top-Triebwerk soll damit noch attraktiver werden. Aber funktioniert es auch?

Mazda ist schon immer andere Wege gegangen. Die einen waren von Erfolg beschienen, die anderen eher nicht. Nun ist es wieder so weit. Mit dem im Frühjahr zum Facelift angetretenen CX-5 beschreiten die Japaner seit einigen Jahren den erstgenannten Pfad. Allein in diesem Jahr verkaufte Mazda über alle Segmente hierzulande 44.670 Einheiten. Jetzt soll ein neues Top-Triebwerk im CX-5 den Absatz noch maximieren.

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Der 2,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor leistet jetzt 194 PS und fährt mit Zylinderabschaltung.

(Foto: Holger Preiss)

Die Rede ist von dem neuen 2,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit 194 PS. Richtig, der aufmerksame Mazda-Kenner stellt fest, dass es das Triebwerk schon gab und das es bis dato mit zwei Pferdestärken weniger angeboten wurde. Neben den zwei PS generiert das Aggregat jetzt dank eines neuen Kolben-Hemd-Designs und neuer Ölringe auch ein marginal höheres Drehmoment. Statt der 256 werden jetzt 258 Newtonmeter an alle vier Räder verteilt.

Vier minus zwei ist gleich?

Nun wären diese zwei Änderungen nicht Grund genug, über das Triebwerk weitere Worte zu verlieren, weswegen sich die Ingenieure bei Mazda noch etwas anderes für den Motor haben einfallen lassen. Der Clou ist nämlich eine Zylinderabschaltung als Sparmaßname. Aktiv soll sie ab circa 20 km/h und im zweiten Gang sein. Auch bei maximal und vor allem konstant gefahrenen 110 km/h im vierten und fünften Gang werden die Töpfe eins und vier stillgelegt. Das geschieht für den Fahrer kaum spürbar und vor allem unsichtbar. Kein Lämpchen im Display informiert über die Teillast des Triebwerks. Mazda begründet die fehlende Information damit, dass der Pilot gar nichts von der Verbrauchsoptimierung mitbekommen soll.

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Auf der Testfahrt rund um Köln konnte keine Ersparnis festgestellt werden.

(Foto: Holger Preiss)

Auf der ersten Testfahrt rund um Köln klappte das auch ganz hervorragend, denn neben der Zylinderabschaltung blieb auch die Ersparnis unsichtbar. Trotz eines wirklich sanften Gasfußes standen am Ende der knapp 100 Kilometer langen Ausfahrt satte 9,0 Liter auf der Uhr. Das Datenblatt weist im Drittelmix 7,1 Liter aus. Insofern darf konstatiert werden, dass es auf bergigen Landstraßen mit Sicherheit keine Zylinderabschaltung gibt. Was letztlich auch gut ist, denn das maximale Drehmoment reduziert sich auf eine Zahl zwischen 60 und 120 Newtonmeter. Damit würde der 1,5 Tonnen schwere Japaner wahrscheinlich nicht mal mehr aus der Tiefgarage rollen.

Euro 6c und 6d gibt's schon jetzt

Errechnet man die mögliche Ersparnis theoretisch, dann verringert sich bei konstant gefahrenen 40 km/h der Kraftstoffverbrauch um etwa 20 Prozent. Wer konstant 80 km/h fährt, der spart immerhin noch fünf Prozent. Ergo wäre der Verbrauch abhängig von den Fahrbedingungen und würde bei geringen und vor allem konstanten Geschwindigkeiten am größten ausfallen. Aber wo werden größere Strecken gleichmäßig mit 40 km/h zurückgelegt?

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Das Interieur im Mazda CX-5 ist schick. Im Vergleich mit anderen Herstellern wirkt der Monitor auf dem Dashboard aber inzwischen recht klein.

(Foto: Holger Preiss)

Wenn es also mit der Ersparnis nicht so recht klappt, dann hat der modifizierte 2,5-Liter-Skyactive-Motor doch noch einen entscheidenden Vorteil: er erfüllt jetzt schon die Euro 6c- und die Euro 6d-Norm. Erreicht wurde das durch ein neues Kraftstoffeinspritzsystem. Der Einspritzdruck wurde von 200 auf 350 bar erhöht und neue Injektoren spritzen in mehreren Intervallen ein kürzeres Strahlbild in den Brennraum. In Summe führt das dazu, dass bei der Verbrennung weniger schädliche Rußpartikel entstehen. Insofern kann der Mazda CX-5 Skyactive-G 194 AWD getrost gekauft werden. Aber Obacht, den Wagen gibt es nur in der höchsten Ausstattung Sports-Line in Verbindung mit Allrad und 6-Stufen-Automatik zu einem Preis von 37.790 Euro.

Der selbstzündende Benziner kommt 2019

Für echte Sparfüchse und Freunde der japanischen Marke könnte aber noch eine andere Entwicklung mit Blick auf die Spritersparnis interessant sein. Im Jahr 2019 will Mazda einen komplett neuen Verbrennungsmotor unter dem Namen Skyactive-X einführen. Die Besonderheit dieses Motors ist, dass er mit einem extrem mageren Benzin-Luft-Gemisch befeuert wird. Wie bei einem Diesel entzündet es sich durch Kompression bei relativ niedrigen Temperaturen im gesamten Brennraum. Die Kompressionszündung wird nach wie vor kontrolliert und zum richtigen Zeitpunkt mit Hilfe einer Zündkerze eingeleitet.

Mazda hat dem Ganzen auch einen Namen gegeben (Spark Controlled Compression Ignition, kurz SPCCI)und verweist darauf, dass sie die einzigen Hersteller sind, die das Verfahren zur Serienreife gebracht haben. In Kombination mit einem Mild-Hybrid-System soll daraus ein Effizienzgewinn von bis zu 30 Prozent gegenüber den Skyactive-G-Triebwerken entstehen. Aber auch Diesel-Fans können beruhigt werden. Mazda verspricht, dass sie bis 2020 mit einer neuen und sauberen Dieselgeneration an den Start gehen werden.

Quelle: n-tv.de

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