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Der neue Designer-Kombi in Genf Mercedes CLA Shooting Brake feiert Weltpremiere

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In der Front gleicht der CLA Shooting Brake dem Coupé, ist damit aber deutlich schärfer gezeichnet als der Vorgänger.

(Foto: Holger Preiss)

Es gibt Autos, bei denen sagen selbst die Designer, dass sie mehr Emotionen erzeugen sollen, als die Rationalität anzusprechen. Dennoch hat Mercedes seit 2015 ein Auto im Portfolio, das beides kann: den CLA Shooting Brake. In Genf tritt sein Nachfolger an.

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Das Heck des CLA Shooting Brake ist eine Hommage an den Mercedes GT.

(Foto: Holger Preiss)

Neben seinen Sondermodellen wie dem AMG GT R Roadster oder dem AMG S65 Final Editon hat sich Mercedes für den Premierentag in Genf noch ein Highlight aufgehoben: den neuen CLA Shooting Brake. Ein Auto, das umso wichtiger ist, als dass Kia mit dem Proceed GT in diesem Jahr eine durchaus veritable Alternative an den Start gebracht hat. Wie der Koreaner ist auch der CLA Shooting Brake ein echtes Designer-Auto, das vor die Vernunft die Emotionen gestellt hat: lange Motorhaube, coupéhafte Fenstergrafik, ausgeprägte hintere Radhäuser und eine geduckte Silhouette, die die Sportlichkeit betont.

Dabei ist der Shooting Brake mit seinem Bruder dem CLA Coupé sogar bis zur B-Säule identisch. Erst dahinter beginnt die sportlichste Variante eines Kombis. Und der hat verglichen mit dem 2015 erstmals präsentierten Vorgänger zugelegt. In Summe sogar um 4,8 Zentimeter, er ist zudem 5,3 Zentimeter breiter und zwei Millimeter flacher. Die Sportlichkeit wird von den schmalen Scheinwerfern ebenso betont wie durch die tief gezogene Motorhaube und den Diamantgrill mit Zentralstern.

Hommage an den Mercedes GT

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Völlig neu gestaltet sind die Heckleuchten des Mercedes CLA Shooting Brake.

(Foto: Holger Preiss)

Eine Hommage an den Mercedes GT sind die ebenfalls sehr schmal gehaltenen Heckleuchten und das in den Stoßfänger gewanderte Kennzeichen. Aber nicht nur an die Sportfreunde haben die Designer gedacht - auch die Ladefreunde sollen im neuen Shooting Brake mehr Spaß haben. Im Vergleich zum Vorgänger fällt die Ladeöffnung mit 87 Zentimetern fast 24 Zentimeter breiter aus. Zudem lässt sich die Heckklappe jetzt berührungslos öffnen.

Im Innenraum ist der Shooting Brake mit dem Coupé identisch. Insofern muss über Platzverhältnisse nur im Fond ein Wort verloren werden. Hier gewinnt die Kopffreiheit einige Zentimeter, ansonsten ist bei einer ersten Sitzprobe kein Unterschied festzustellen. Wie im Coupé oder der neuen A- und B-Klasse gibt es die frei stehende Instrumententafel ohne Überblendung. Gleich ist auch der "Graben", der die Instrumententafel vom Hauptkörper der Armatur trennt und das Gefühl vermittelt, als würde das Widescreen-Display frei schweben. Mit dem Ambientelicht, das in 64 unterschiedlichen Farben leuchten kann, soll dieser Effekt laut Mercedes noch verstärkt werden. Ein ganz besonderer Effekt ergibt sich in der Armatur durch die hinterleuchteten Lüftungsdüsen im Turbinen-Design.

Nichts unter 18 Zoll in die Radhäuser

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Das Innenleben des CLA Shooting Brake ist identisch mit dem des Coupé.

(Foto: Holger Preiss)

Angetrieben wird der Shooting Brake in den Genfer Messehallen von der momentan stärksten Motorisierung, einem Vierzylinder-Benziner mit 225 PS, der sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderachse weiterreicht. Den Verbrauch gibt Mercedes sehr optimistisch mit 6,5 Litern an. Bis zur Markteinführung im September wird die Motoren-Palette von Diesel- und Benzinmotoren mit Schalt- oder DCT-, Vorderrad- oder Allradantrieb erweitert werden.

Bei den Fahreigenschaften verweist Mercedes darauf, dass man dem CLA Shooting Brake
die sportlichsten Eigenschaften der neuen Kompaktwagen-Generation mit auf den Weg gegeben hat. Ein Grund dafür soll die breitere Spur und die serienmäßig verbaute Mehrlenkerhinterachse sein. Wie sich der Shooting Brake fährt, wird auf diesen Seiten in Bälde nachzulesen sein. Wer will, kann den Wagen auch mit einer adaptiven Verstelldämpfung aufpeppen, die zwischen Fahrprogrammen von Comfort bis Sport Plus wählen lässt. Auch bei den Felgen besteht Wahlfreiheit. Allerdings sollte man unter 18 Zoll nichts in die Radhäuser stellen. Auf der Messe wurde der Shooting Brake mit 19-Zoll-Felgen präsentiert und das sieht schon richtig schick aus. Und wenn wir gerade beim Fahren sind: auch bei der Aerodynamik stellt die Neuvorstellung mit einem cw-Wert von 0,26 wieder einen Rekord in seiner Klasse auf. Das Coupé bringt es auf 0,23.

Der lernt dazu

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Die Silhouette weist den CLA als Shooting Brake aus.

(Foto: Holger Preiss)

Auch bei den Fahrassistenten ist auf Wunsch alles an Bord. Dank verbesserter Kamera- und Radarsysteme kann er jetzt bis zu 500 Meter vorausschauen und unter bestimmten Bedingungen teilautomatisiert fahren. Aber wie schon öfter erwähnt, die Anpassung der Geschwindigkeit vor Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehren funktioniert nur, wenn diese Veränderungen der Fahrbahn auch im Navigationssystem hinterlegt sind. Das gilt im Übrigen für alle Fahrzeughersteller, die ähnliche Systeme anbieten, und ist keine Mercedes-typische Erscheinung.

Natürlich findet sich im neuen Shooting Brake auch die neue Mercedes-Benz User Experience, kurz MBUX, wieder. Mit der neuen A-Klasse, Anfang vergangenen Jahres eingeführt, hat sie sich unterdessen von Modell zu Modell weiterentwickelt. Neben hoher Rechenleistung versprechen die Stuttgarter "brillante Bildschirme und Grafiken, individualisierbare Darstellung, auf Wunsch Highlights wie ein vollfarbiges Head-up-Display und Navigation mit Augmented Reality; dazu eine lernfähige Software und eine Sprachsteuerung".

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Der Platz im Fond des CLA Shooting Brake ist nicht üppig, hinterlässt aber bei einer ersten Sitzprobe auch keinen Grund zu meckern.

(Foto: Holger Preiss)

Die neueste Innovation für MBUX, die bereits in den neuen GLE Einzug gehalten hat, ist die Bedienung einzelner Funktionen durch Gesten. Dies, und darauf legen die Ingenieure besonders großen Wert, sind rein intuitiv und müssen nicht erlernt werden. Zudem kann das System die Bewegung von Fahrer und Beifahrer unterscheiden, so dass der eine nicht in die Funktionswelt des anderen eingreifen kann. Auch die Themengebiete der Sprachbedienung sollen sich kontinuierlich weiterentwickelt haben. Immer mehr Themengebiete werden jetzt abgedeckt, so Mercedes. Ganz wichtig ist, dass der Sprachassistent nicht mehr von sich unterhaltenden Personen irritiert werden kann. Er reagiert nur noch auf die Befehle dessen, der das System mit "Hey Mercedes" zuletzt aktiviert hat.

Quelle: n-tv.de

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