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Der König will den Platz zurück Mercedes präsentiert neuen GLS in New York

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In New York hat sich der neue Mercedes GLS präsentiert.

(Foto: Holger Preiss)

Auf der New York Auto Show hat Mercedes den neuen GLS auf die Bühne gefahren. Mächtiger als sein Vorgänger will er allen zeigen, dass er seine Stellung als Platzhirsch zurückerobern möchte. Dabei hat er vor allem den BMW X7 im Visier.

Nach dem BMW X7 rückt nun der Mercedes GLS aus, um die SUV-Krone zurückzuerobern. Dafür macht sich die luxuriöse Wuchtbrumme aus Stuttgart auf der New York Autoshow noch breiter als früher. Um weitere 7,7 Zentimeter gewachsen, misst der GLS jetzt 5,21 Meter. Zudem hat der Radstand um 6,0 Zentimeter auf 3,13 Meter zugelegt. Damit hat der Stuttgarter die erste Wertung gegen den X7 gewonnen. Denn der überragt den Bayern jetzt wieder mit sechs Zentimetern in der Länge und 0,3 Zentimetern beim Radstand.

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Die Lichtgrafik am Heck des GLS ist eine ganz andere als die beim GLE.

(Foto: Holger Preiss)

Gewinner sind im Daimler natürlich die Fondpassagiere. Mit verstellten Rücksitzen wächst die Beinfreiheit im Vergleich zum Vorgänger um 8,7 Zentimeter, was natürlich auch das Einsteigen deutlich einfacher macht. Für den europäischen Markt wird die Fondsitzbank serienmäßig im Verhältnis 60:40 angeboten. Die Teilbarkeit im Verhältnis 40:20:40, also mit Durchreiche für Ski, ist nur für den US-Markt Standard.

Raum für Riesen

Wer will, kann aber auch in Deutschland die Standardkonfiguration mit zwei Einzelsitzen für die zweite Reihe bestellen. Zwischen den beiden Sitzmöbeln gibt es dann einen Durchstieg zu den auf Wunsch beheizbaren zwei Sitzen in Reihe drei. Tatsächlich konnten bei einer ersten Sitzprobe sogar Personen über 1,95 Meter bequem sitzen. Für die dritte verspricht Daimler ebenfalls hochgewachsenen Menschen uneingeschränkten Reisekomfort. Das dürfte aber nur gelingen, wenn die zweite Reihe bei der Raumnutzung deutlich nachlässt. Natürlich können die Sitze in Reihe drei und zwei mit nur einem Knopfdruck umgelegt werden. Dann bietet der GLS ein Ladevolumen von 2400 Liter. Wer die nunmehr plane Fläche bestücken will, kann wie im GLE die Ladekante ebenfalls per Knopfdruck um 5 Zentimeter absenken.

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1,97 Meter? Kein Problem in der zweiten Reihe des neuen Mercedes GLS.

(Foto: Holger Preiss)

Wie der Punktestand beim Design ausgeht, muss der Leser selbst entscheiden. Zu unterschiedlich ist hier die Philosophie. Während BMW auf scharfe Kanten und einen übermächtigen Kühlergrill setzt, präsentiert sich der Mercedes GLS in der von Chefdesigner Gorden Wagener verordneten "sinnlichen Klarheit", mit harmonischen Proportionen, großzügig modulierten Flächen, ohne Kniffe und Knicke im Blech. Außer der oberhalb der Schweller aufsteigenden Seitenlinie und zweier in die Motorhaube geschnittener Powerdomes.

Business- und Freitzeit-SUV

Den Kühlergrill haben die Designer steil in den Wind gestellt und wie beim GLE in einer stilisierten achteckigen Form zwischen die Scheinwerfer in einer ganz eigenen GLS-Ausführung geschmiedet. Die strahlen als sogenannte Multibeam-Scheinwerfer mit 112 LEDs auf jeder Seite und einem Lux über 650 Meter. Auch bei den Heckleuchten hat man in Stuttgart dafür gesorgt, dass der GLS sich klar vom GLE unterscheidet. Die sind zweiteilig, laufen unterhalb der sie klammernden Chromkante zusammen und strahlen dank LED-Technik dreidimensional. Betrachtet man den GLS, dann wirkt im Vergleich zum kleineren Bruder alles noch etwas eleganter. Während der GLE das Gefühl von Freizeit verkörpert, ist der GLS eher die kuschelige Business-Familien-Variante eines SUV.

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Das Innenleben des Mercdes GLS entspricht dem im GLE.

(Foto: Holger Preiss)

Im Innenraum gibt es dann allerdings zum GLE kein Unterschied. Hier hat man alles so übernommen, wie es schon im 4,92 Meter SUV vorgelegt wurde. Das zentrale Element der Instrumententafel ist der markante Armaturenträger mit der dazugehörigen Bildschirmeinheit. In der Mittelkonsole gibt es die recht dominanten Haltegriffe - die Bedienelemente sollen den Eindruck erwecken, als wären sie aus einem Metallblock gefräst.

Anders als im GLE verhält es sich mit dem Passagierkomfort. Mit der Bestellung eines entsprechenden Pakets wird den Reisenden im Fond nicht nur ein 7-Zoll-Tablet in die Mittelarmlehne eingelassen. Das Gerät ermöglicht gleichzeitig die Bedienung aller Komfort- und Entertainment-Funktionen die im Rahmen der Mercedes-Benz User Experience (MBUX) zur Verfügung stehen. So können auch von den hinteren Sitzen auf das Radio, TV, Medien, Telefon oder auf das Internet zugegriffen werden. Auch die Sitze und die auf Wunsch im GLS verbaute Fünfzonen-Klimaautomatik sind damit zu bedienen.

Mit Sechs- und Achtzylinder-Motoren

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Der Platz in der dritten Reihe dürfte auch im GLS beschränkt sein.

(Foto: Holger Preiss)

Auch mit seinen Antrieben macht Mercedes deutlich, wo sich der GLS in Zukunft am meisten verkaufen soll. Sechs- und Achtzylnder-Triebwerke befeuern den Riesen, wobei der im GLS 580 4Mativ verbaute V8-Benziner mit 48-Volt-Bordnetz und integriertem Startergenerator hier seine Premiere feiert. Er leistet 489 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern. Über den EQ Boost sind kurzfristig weitere 250 Newtonmeter, sowie zusätzliche 22 PS abrufbar. Bekannt ist hingegen der Reihensechszylinder mit 367 PS und einem maximalen Drehmoment von 500 Newtonmeter. Auch hier kann der EQ Boost kurzzeitig zusätzlich 250 Newtonmeter und 22 PS zur Verfügung stellen.

Vorrangig für Russland und Europa bietet Mercedes im GLS auch einen Diesel, basierend auf dem OM 656, in zwei Leistungsstufen an. Im GLS 350 d leistet der Sechszylinder 286 PS und 600 Newtonmeter maximales Drehmoment, im GLS 400 d sind es 330 PS und 700 Newtonmeter. Die beiden Antriebsstränge erfüllen die Euro 6d-Norm und sind auch für den GLE verfügbar. Egal ob Diesel oder Benziner, die Kraftverteilung erfolgt bei allen GLS-Modellen über eine 9-Gang-Automatik. Ebenfalls in Serie gibt es ein Verteilergetriebe mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung. Sie ermöglicht die variable Verschiebung des Antriebsmoments von bis zu 100 Prozent an eine Achse.

Mit "Waschstraßenfunktion"

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Trotz seiner Luxus-Attitüde macht der Mercedes GLS auf echtes SUV.

(Foto: Holger Preiss)

Natürlich hat Mercedes dem GLS alles an Assistenten gegeben, was verfügbar ist. Zum Beispiel soll der Abstands-Assistent mit streckenbasierter Geschwindigkeitsanpassung mit Hilfe der Informationen, die das System über Live Traffic freigibt, Verkehrsbehinderungen und Staus zu erkennen und vor allem darauf reagieren, bevor der Fahrer es selbst kann. Auch der aktive Stau-Assistent wurde aufgepeppt. Bei vorhandenen Spurmarkierungen kann er bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h selbständig dem Verkehr folgen. Bis eine Minute nach dem Stillstand erfolgt das selbständige wieder Anfahren.

Ein ganz besonderes Feature für den GLS ist die "Waschstraßenfunktion". Hier kann der Pilot vor dem Einfahren in die Waschanlage mit Hilfe der serienmäßig verbauten Luftfederung, den Wagen anheben. Aufgrund der Achsgeometrie verringert sich hier auch die Spurweite, was das Einfahren in die Schienen der Waschstraße deutlich einfacher macht. Natürlich soll sich der GLS wie der GLE auch als Offroader ausweisen. Deswegen hat auch der Königliche die "Freifahrfunktion". Durch das heben und Absenken des Niveaus kann sich der GLS wie der GLE beispielsweise aus tiefem Sand einfach freischaukeln. In jedem Fall darf man gespannt sein, wie sich der GLS fährt. n-tv.de wird darüber berichten.

Quelle: n-tv.de

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