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Grenzgänger auf allen Wegen Mit dem Toyota Hilux durch Namibia

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Wirklich grobes Gelände ist die Heimat des Toyota Hilux.

Richtig zu Hause ist der Toyota Hilux in Asien und Afrika, wenngleich er natürlich auch in Europa erhältlich ist. Richtig Spaß macht der große Japaner aber erst, wenn man sich mit ihm auf Abwege begibt. Zum Beispiel durch Namibia.

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Sand ist eine nette Spielwiese für den Hilux.

Seien Sie ehrlich, kennen Sie den Toyota Hilux? Ja, richtig, das ist der Toyota-Pickup, den das Automagazin Top Gear erst im Meer versenkt, dann herausgeholt und anschließend die Klippen hinuntergeworfen und angezündet hat oder so ähnlich. Er fuhr danach immer noch. Das ist wohl auch der Grund, warum man den Sonderling hierzulande nur selten antrifft – zu Hause ist er wahrlich woanders. Schließlich nutzen unsere Autofahrer in der Regel asphaltierte Straßen, um von A nach B zu kommen. Allerdings ist das Straßennetz auch in Afrika besser, als manche denken – selbst in Namibia kann man es sich bequem machen und per gut ausgebautem Teerweg beispielsweise von der Walfischbucht in die Hauptstadt Windhoek fahren.

Doch wir denken überhaupt gar nicht daran, das zu tun, wofür haben wir schließlich den brandneuen Hilux dabei? Hier im südwestlichen Afrika, wo man den Hilux übrigens gefühlt in etwa so häufig antrifft wie in Deutschland den Opel Astra, kann der Kraxler mal zeigen, was er wirklich draufhat. Während man bei uns eine Anzeige riskiert, sobald man sich auf Passagen begibt, die eines Geländewagens würdig wären, gelangt man hier fast automatisch in solche Gefilde.

Sand ist eine gute Spielwiese

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Sandpisten durchquert man auch mit dem Hilux besser mit einem geringen Reifendruck.

Sand beispielsweise ist eine gute Spielwiese für den waschechten Geländewagen. Waschecht heißt in diesem Fall: Der 4x4 ist zuschaltbar, es gibt mechanische Sperren plus Untersetzung. Die wird auch flugs eingelegt, denn auf Wüstensand steigen die Rollwiderstände so drastisch an, dass man einfach viel besser vorwärts kommt. Wie gut, dass uns ein kundiger Offroad-Experte noch schnell erklärt, den Reifendruck besser auf ein einziges Bar abzusenken – das erhöht die Haftreibung. Achtung, jetzt kann es wirklich unlustig werden. Wenig erfahrene Touristen sollten sich auf keinen Fall einfach den nächstbesten Gelände-Mietwagen schnappen und Richtung Sandparadies abbiegen. Ganz schnell nämlich kann man sich hier festfahren und dann wird fremde Hilfe fällig, um den Karren – im wahren Sinne des Wortes – wieder aus dem Dreck zu ziehen. Mit ein paar Kniffen klappt es aber ganz gut und sogar recht steile Sandhänge sprintet der jetzt mit 2,4 Litern Hubraum gewappnete Hilux hoch. Er muss mit 150 PS auskommen und das geht auch ganz gut. Schließlich soll der klassische Leiterrahmen-Allradler keine Rennen bestreiten, sondern möglichst unpassierbare Wege durchqueren.

Und solche Aufgaben stellen sich dem Japaner in Namibia am laufenden Band – heute Sand, morgen muss er sich dann über Gestein schleppen, das gleich in vieler Hinsicht problematisch ist. Erstens ist die Grip-Situation teils wirklich anspruchsvoll und zweitens gibt es drastische Verschränkungspassagen, die ein SUV Light nun wirklich nicht mehr packen würde. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, die mechanische Hinterachs-Sperre zu aktivieren – dann geht es langsamen und sensiblen Gasfußes über felsenartige Gebilde, bei denen teils fiese Fahrwiderstände zu überwinden sind. Natürlich muss auch die Reduktion wieder herhalten, um den Japaner gefühlvoll über diese auf den ersten Blick unüberwindbaren Passagen zu führen.

Automatik für schweres Geläuf

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Aus 2,4 Liter Hubraum schöpft der Hilux lediglich 150 PS.

Übrigens: Wer wirklich anspruchsvolles Terrain bestreiten will – bitte zur Automatik-Version greifen. Die rangiert mit 38.270 Euro zwar deutlich über der Basisvariante (ab 24.590 Euro), aber das Dosieren des Antriebsmomentes gelingt hier einfach viel besser, und letztlich leidet auch das Material weniger, vom Kupplungsverschleiß gar nicht zu sprechen. Der Sechsstufen-Wandlerautomat benimmt sich auch auf der konventionellen Straße passabel und arbeitet geschmeidig.

Mit konventioneller Straße klingt denn auch der Hilux-Hardcoretrip aus. Ein bisschen Holperpiste muss noch sein, denn Schotterwege gehören in Namibia teilweise noch zum Alltag. Wenn man es vorzieht, außerhalb der Hauptstadt zu nächtigen, muss man locker mal 20 Kilometer Richtung Niemandsland in Kauf nehmen, bevor erste Unterkünfte auftauchen. Doch das dürfte die Mechanik des urigen Toyota weniger aus der Ruhe bringen als die Insassen, die auf den extrem kurzwelligen Belägen trotz sanft abgestimmter Federung ganz schön durchgerüttelt werden.

Wie war das noch einmal: Das Beste kommt zum Schluss. Das sind in diesem Fall herrlich asphaltierte Straßen – die nimmt man nach einer Zeit abseits der Zivilisation wirklich als Luxus wahr. Auch in der Großstadt Windhoek parken – nur mal am Rande erwähnt – jede Menge Hilux in den Seitenstraßen. Gefühlt, das Fahrzeug-Top 3 hier: Volkswagen Golf GTI, gefolgt von Mercedes C-Klasse und diversen Volvo-Modellen. In Schweden gibt es ja auch Schotterstrecken, insofern dürften sich die XC 60 & Co. wohlfühlen in Namibia. Der praktischere Hilux, der jetzt übrigens je nach Ausstattung auch mit gegenläufig angeschlagenen Türen daherkommt, tut es offensichtlich auch. Kein Grund jedoch, zwingend dauerhaft nach Afrika zu ziehen – ab September kann man den Hilux auch in Deutschland bekommen. Auch wenn sich die Suche nach angemessenen Herausforderungen wohl schwierig gestalten dürfte.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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