Häme und Spott von allen SeitenNeuer Elektro-Ferrari kommt nicht so gut an: "Zerstörung eines Mythos"
Mit seinem ersten Elektroauto will der italienische Sportwagenhersteller ein neues Kapitel aufschlagen. Doch das Design des Ferrari Luce erntet viel Kritik und Spott. Ein früherer Firmenchef geht sogar so weit, die Entfernung des berühmten Logos zu fordern.
Nach der Vorstellung des neuen Elektro-Ferraris erntet der italienische Sportwagenhersteller Kritik für das Modell. Vor allem am Design, das der üblichen Aufmachung der Wagen von Ferrari kaum ähnelt, stoßen sich viele. Besonders hart ins Gericht mit dem neuen Luce geht der ehemalige Ferrari-Chef Luca di Montezemolo: "Es besteht die Gefahr der Zerstörung eines Mythos."
Bei einer Veranstaltung sagte er: "Wenn ich sagen würde, was ich denke, würde ich Ferrari schaden." Mit Blick auf das Logo von Ferrari erklärte Montezemolo, man solle doch wenigstens das springende Pferd von dem neuen Wagen entfernen. "Es ist zumindest ein Auto, das die Chinesen nicht kopieren werden."
Am Montag hatte Ferrari in Rom sein erstes vollelektrisches Auto vorgestellt. Der Autobauer selbst meint, mit dem Luce ein neues Kapitel in der Geschichte der Marke aufzuschlagen. Das neue Modell ist ein viertüriges Auto mit fünf Sitzen und soll im Laufe des Jahres in den Handel kommen. Der Preis soll laut Ferrari bei gut 500.000 Euro beginnen - damit wird es zum aktuell teuersten E-Auto am Markt.
Ex-Apple-Designchef wirkte Ive bei Aussehen mit
In den sozialen Medien erntet Ferrari für den Wagen Spott und Häme. Kritiker vergleichen den Luce wegen seiner Form und des Designs etwa mit einem Staubsauger. Beim Aussehen wirkte der ehemalige Apple-Designchef Jony Ive mit. Einige erinnert das Design deswegen auch ein wenig an das erste iPhone.
Kritik kommt auch aus der italienischen Politik. Vize-Regierungschef Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega sagte bei einer Parteiveranstaltung vermutlich in Anspielung auf Ferrari-Gründer Enzo Ferrari: "Da wird sich jemand im Grab umdrehen." Und: "Wir werden sehen, wie der Markt das aufnimmt."
Dabei hatte Ferrari für den Luce ordentlich die Werbetrommel gerührt. Sogar Papst Leo XIV. wurde der Wagen in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo von Ferrari-Chef John Elkann vorgestellt. Der Pontifex durfte auf dem Fahrersitz Platz nehmen und ließ sich das Auto erklären. Auch Italiens Präsident Sergio Mattarella wurde das Elektroauto öffentlichkeitswirksam vorgestellt.
