Vor allem Skoda und BMW legen zuPkw-Neuzulassungen 2025 - Gewinner und Verlierer

Groß gewachsen ist der Pkw-Markt im vergangenen Jahr nicht. Bei den Auto-Marken gab es aber deutliche Unterschiede und entsprechend eine Menge Gewinner und auch Verlierer.
Der deutsche Pkw-Neuwagenmarkt ist 2025 wie erwartet moderat gewachsen. Trotz dieser Stabilität gab es bei den einzelnen Marken teilweise heftige Bewegungen, wenn Stückzahlen und Anteile neu verteilt wurden. Eine Übersicht über die Gewinner und Verlierer des vergangenen Jahres sowie den E-Auto-Markt.
Zu den Profiteuren unter den Marken mit mindestens 1 Prozent Anteil zählen laut Kraftfahrt-Bundesamt vor allem Skoda (226.472 Neuzulassungen, plus 10,2 Prozent), BMW (253.712, plus 8,9 Prozent) und Ford (108.299, plus 8,8 Prozent). Auch VW als klar größte Marke baute sein Ergebnis aus (560.796, plus 4,5 Prozent).
Skoda dürfte in wirtschaftlich angespannten Zeiten nicht zuletzt von seinem "Viel Auto fürs Geld"-Image und einer starken Präsenz im E-Automarkt profitieren. VW konnte die Breite in seinem Modellprogramm ausspielen und kann sich auf eine traditionelle Stärke bei Flotten- und Gewerbekunden verlassen. Auch bei BMW dürften der hohe Dienstwagenanteil und ein mittlerweile breites elektrifiziertes Angebot geholfen haben - in einem Jahr, in dem Elektro- und Plug-in-Hybridantriebe deutliche Zuwächse verbuchten.
Bei den Premiummarken Audi (205.862, plus 1,8 Prozent) und Mercedes (260.415, plus 1,0 Prozent) fiel das Wachstum moderat aus. Zumindest die Schwaben dürfen aber auf einen kräftigen Aufschwung im kommenden Jahr hoffen, wenn die volumenträchtigen neuen Elektromodelle CLA und GLC stärker in die Statistik einfließen.
Verluste bei etablierten Marken, Druck aus China
Auf der Verliererseite stehen 2025 mehrere Marken: Opel rutschte auf 136.189 Neuzulassungen ab - ein Minus von 7,9 Prozent. Porsche gab um 17,7 Prozent nach und kam noch auf 29.692 Einheiten.
Unter den Importeuren verloren unter anderem Kia (60.391, minus 12,0 Prozent), Peugeot (57.613, minus 14,6 Prozent), Fiat (54.243, minus 5,8 Prozent) und Citroen (48.854, minus 7,9 Prozent). Besonders stark fiel der Einbruch bei Mitsubishi aus (20.361, minus 29,0 Prozent).
Einer der Gründe für die Verluste bei etablierten Marken dürfte im wachsenden Konkurrenzdruck aus China liegen. Während das Gesamtvolumen kaum stieg, legten die Newcomer aus Fernost stark zu. So schob sich BYD mit 23.306 Neuzulassungen nach vorn - ein Plus von 706,2 Prozent, wenn auch noch auf kleiner Basis. Mit Leapmotor (7.280) und Xpeng (2.991) tauchen weitere chinesische Namen mittlerweile sichtbar in der Zulassungsstatistik auf.
Stärkster chinesischer Anbieter bleibt MG Motor mit 26.479 Einheiten und einem Zuwachs um 26,2 Prozent. Was die Marken aus dem Reich der Mitte auf einem stagnierenden Markt gewinnen, muss ein anderer Anbieter verlieren.
Tesla setzte Abwärtstrend fort
Auch unterhalb der 1-Prozent-Schwelle (bezogen auf den Marktanteil) gab es Verlierer. Tesla setzte seinen Abwärtstrend fort und fiel 2025 auf 19.390 Neuzulassungen, was einem Minus von 48,4 Prozent entspricht. Dabei spielt neben politischen Vorbehalten gegen Unternehmens-Boss Elon Musk auch eine Mischung aus verschärfter Konkurrenz, einer Normalisierung nach frühen Boomjahren und dem schrumpfenden technischen Vorsprung auf dem E-Automarkt eine Rolle.
Viele Käufer finden inzwischen Alternativen bei deutschen Herstellern und Importeuren, oft mit sehr attraktiven Flottenkonditionen. Ein Kundensegment, das die US-Amerikaner mit erratischer Preispolitik lange eher verschreckt als umworben haben.
Gesamtmarkt erstaunlich stabil
In der längerfristigen Perspektive wirkt der Gesamtmarkt erstaunlich stabil, auch wenn sich die Antriebsstruktur stark verschiebt. 2023 registrierte das KBA rund 2,84 Millionen Pkw-Neuzulassungen (plus 7,3 Prozent), 2024 sank das Volumen leicht auf rund 2,82 Millionen (minus 1,0 Prozent), 2025 ging es wieder auf rund 2,86 Millionen nach oben (plus 1,4 Prozent).
VW festigte dabei seine Spitzenposition und gewann über drei Jahre an Marktanteil: Dieser stieg von 18,2 Prozent im Jahr 2023 auf zuletzt 19,6 Prozent. Das passt zu einem Umfeld, in dem Käufer häufiger auf vertraute, breit aufgestellte Marken setzen - und in dem die entscheidenden Verschiebungen weniger aus dem Wachstum des Markts kommen als aus dem Tempo bei der Elektrifizierung, konkurrenzfähigen Finanzierungskonditionen sowie einem attraktiven Angebot in stark nachgefragten Segmenten.
Elektroautomarkt 2025: Neuzulassungen legten stark zu
Der deutsche E-Auto-Markt ist im vergangenen Jahr stark gewachsen. Nach Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach wurden 545.142 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen, 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Marktanteil kletterte auf 19,1 Prozent. Parallel verloren Verbrenner weiter Marktanteile: Benziner fielen auf 27,2 Prozent, Diesel auf 13,8 Prozent.
Auch Plug-in-Hybride legten stark zu: 311.398 Neuzulassungen bedeuten ein Plus von 62,3 Prozent, der Anteil stieg auf 10,9 Prozent. Zusammen kamen die elektrifizierten Pkw 2025 auf rund 30 Prozent Marktanteil. Im Dezember lag der Anteil beider Antriebsarten laut CAM bereits bei 34,5 Prozent.
Für 2026 erwarten die Experten bei insgesamt 2,95 Millionen Neuzulassungen rund 740.000 reine E-Autos und einen Marktanteil von etwa 25 Prozent - vorausgesetzt, Förderpläne greifen und das Umfeld bleibt stabil.
CAM: "Großer Verlierer" Tesla
Als "großen Verlierer" des aktuellen Jahres nennt das CAM Tesla. Die Neuzulassungen des US-Herstellers sanken wie oben erwähnt um 48,5 Prozent auf 19.390 Fahrzeuge. Zulegen konnte vor allem die Volkswagen-Gruppe, die ihre E-Auto-Neuzulassungen um rund 80 Prozent steigerte. Auch die BMW-Gruppe wuchs bei E-Autos um rund 30 Prozent.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland rund 2,9 Millionen Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.