Sehr viel Auto zum kleinen PreisPeugeot 308 und 3008 - eine Mischung aus Ästhetik und Nutzwert
Von Patrick Broich
Peugeot erlaubt den Einstieg in die vollwertige Kompaktklasse ab 239 Euro monatlich. ntv.de war ausgiebig mit Limousine, Kombi und SUV unterwegs. Auch viel elektrisch, aber nicht nur. Wie schlagen sich die Franzosen?
Klar, der Autor hat sich bemüht, nicht auf den üblichen Marketingtrick hereinzufallen. Es ist so typisch - ab, und das ist zu betonen, 239 Euro monatlich ohne Anzahlung gibt es einen Peugeot 308. So steht es auf der Website und ist darüber hinaus aktuellen TV-Werbespots zu entnehmen.
Mal abgesehen davon, dass dieses Angebot mit nur 10.000 jährlichen Freikilometern verbunden ist und immer die Gefahr birgt, dass man bei der Rückgabe wegen etwaiger Schäden kräftig zur Kasse gebeten wird, ist das ja durchaus attraktiv. Man kann die prominente Platzierung auf der Peugeot-Website aber auch als Ablenkungsmanöver verstehen. Vor dem Facelift gab es den im Elsass gefertigten Kompakten schließlich für unter 30.000 Euro, heute rufen die Franzosen mindestens 34.110 Euro auf, das ist schon eine ganz andere Nummer.
Aber gut, wenig Auto gibt es dafür keineswegs. Und noch mehr Auto bietet der 308 als SW (Kombi), denn für einen Tausender Aufpreis bekommt das Fahrzeug nicht nur längere Überhänge, sondern tatsächlich mehr Radstand. Dieser wächst um knapp sechs Zentimeter, was mehr Raum verspricht. Knapp 1500 Liter Kofferraumvolumen sind außerdem ja auch ein Wort. Aber beim Auto kommt zu Beginn ja immer die Frage auf: Welchen Motor soll man nehmen?
ntv.de hat vor allem den elektrischen Antrieb auf Herz und Nieren getestet. Und eine Sache schon mal vorweg: Der Fronttriebler schafft lange Strecken, empfiehlt sich aber nicht für Langstreckenfahrer. Zunächst einmal präsentiert sich der Antrieb recht souverän mit seinen 156 PS, das geht schon in Ordnung. Was allerdings nervt, ist, dass der 308 vor allem bei Kälte ganz schön an der Batterie saugt. Und der Bordcomputer traut dem Fahrer selten die Wahrheit zu, sondern gibt nach geladenem Akku gern mal die doppelte Reichweite an. Das passiert vor allem auf der Autobahn, und zwar auch dann, wenn man moderat mit Tempomat 120 unterwegs ist.
Beim Laden muss Peugeot draufsatteln
Und gemessen an den Batterie- und Ladespezifikationen, nämlich 58 kWh Kapazität sowie 100 kW Peakladeleistung, ist der Grundpreis von über 42.000 Euro schlicht überzeichnet. Doch die gute Nachricht ist: Für etwas mehr als 6000 Euro Aufpreis gibt es ja auch den attraktiveren Peugeot 3008 als rein elektrische Variante. Und ganz ehrlich - dahinter verbirgt sich ganz klar das bessere Angebot. Nicht nur deshalb, weil das SUV moderner sowie schicker ist und außerdem den cooleren Innenraum hat. Er liefert mit 213 PS mehr Power, beschleunigt wuchtiger (8,8 statt 9,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h) und trägt den größeren Akku unter dem Blech mit 73 kWh.
Ja, mit 160 kW Peakladeleistung weist auch der 3008 keine Rekordwerte auf. Und die Ladekurve flacht schnell ab, womit sich 30 Minuten von 20 (nicht 10!) auf 80 Prozent erklären lassen. Am Ende sieht die Sache so aus: In der Praxis hat sich herauskristallisiert, dass man auf rund 600 Kilometern Autobahnfahrt mit 120 bis 130 km/h je nach Akkuladestand beim Losfahren und Wettersituation ruhig 30 bis 45 Minuten zusätzliche Zeit einplanen sollte. Die nachgereichte 97-kWh-Variante sollte allerdings auch Hardcore-Langstreckennutzer überzeugen mit über 600 Kilometern gemittelter WLTP-Reichweite. Einen drastischen Vorteil haben Kunden mit Lademöglichkeit zu Hause.
Und wer das partout nicht möchte? Bekommt den 308 zum Kurs ab 35.390 Euro ja sogar mit 130 PS starkem Diesel samt Achtstufen-Automatikgetriebe - der lockt mit sparsamem Verbrauch von weniger als fünf Litern je 100 Kilometer. Ansonsten sind sowohl 308 als auch 3008 als Plug-in-Vertreter mit jetzt ordentlich dimensionierter Batterie (über 17 kWh) erhältlich. Somit lassen sich über 80 Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Und damit fallen die Plug-in-Hybride bekanntermaßen in die Kategorie der reduzierten Dienstwagensteuer - ermittelt auf Basis des halbierten Bruttolistenpreises. Das ist vor allem für Dienstwagenfahrer und Selbstständige relevant.
Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf den Komfort der Passagiere während der Fahrt. So trägt ordentliches Mobiliar dazu bei, dass selbst längere Strecken entspannt zurückgelegt werden können. Noch drauflegen sollte Peugeot beim Human-Machine-Interface. Und zwar nicht, weil das Menü unübersichtlich wäre - das Gegenteil ist sogar der Fall. Aber die Reaktionsgeschwindigkeit passt nicht mehr in das Jahr 2026. Immerhin: Nervige Assistenz lässt sich mit drei Touchbewegungen entschärfen.
Wer für günstiges Geld viel Auto möchte, sollte zur 308-Basis greifen und beim Dealer noch mal eine Runde nachverhandeln oder das Leasingangebot wahrnehmen. An die moderne 3008-Erscheinung kommt der 308 nicht heran, auch wenn die seit fünf Jahren gebaute dritte Generation im Zuge des Facelifts ein beleuchtetes Markenlogo im Kühlergrill trägt.
Auch beim Nutzwert hat der 3008 die Nase vorn mit knapp 1700 Litern Kofferraumvolumen, je nach Motorisierung. Hier werden mindestens 41.150 Euro fällig. Für diesen Kurs gibt es den hybridisierten Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum, 145 PS Systemleistung und Doppelkupplungsgetriebe. Klingt etwas langweilig, erspart den Passagieren aber dafür längere Zwangspausen unterwegs. Vollgetankt wird schließlich binnen fünf Minuten.