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Sportline für den kleinen Bären Skoda Karoq in seiner dynamischsten Form

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Der Skoda Karoq macht im Sportline-Kleid eine gute Figur.

(Foto: Holger Preiss)

Im vergangenen Jahr waren 20 Prozent aller verkauften Skoda SUV. Kein Wunder, dass das Interesse der Käufer weiter beflügelt werden soll. Was beim Kodiaq funktioniert hat, soll nun auch sportliche Karoq-Käufer locken. Aber muss es der neue 190-PS-Benziner sein?

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Feine Diffusor-Optik gibt's am Heck des Karoq Sportline, den Sound dazu leider nur künstlich im Innenraum.

(Foto: Holger Preiss)

Wer hätte gedacht, dass der Skoda Karoq den großen Bruder Kodiaq in den Verkaufszahlen überflügeln würde. So geschehen im vergangenen Jahr. Mit 21.000 Verkäufen in Deutschland schlug er das große SUV der Tschechen um 2000 Einheiten. Kein Wunder also, dass man dem Karoq jetzt auch neue Kleider mithilfe von Ausstattungslinien verpasst, die sich Scout und Sportline nennen. Dabei dürfte der Namen sich selbst erklären, zumal es sie ja schon bei anderen Modellen von Skoda gibt. Aber für die, die noch Zweifel haben: Ja, der Scout ist die verschärfte Offroad-Variante und Sportline der Dynamiker.

Letztgenannter fährt in seiner potentesten Ausführung mit einem 2.0-Liter-Benzinmotor vor, der 190 PS leistet, erstmals in einem Karoq verbaut wird und momentan auch exklusiv der Baureihe vorbehalten ist. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern reicht das bekannte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sehr gekonnt an alle vier Räder weiter. Laut Datenblatt ist der Sprint auf Tempo 100 in 7,0 Sekunden abgeschlossen und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 211 km/h.

"Reicht ja auch!"

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Sportlenkrad, Alu-Pedalerie und neues Digitaldisplay fürs Cockpit sind für den Karoq in der Sportline-Ausführung erhältlich.

(Foto: Holger Preiss)

Nun sollen an dieser Stelle die Ambitionen der Sportfreunde nicht kleingeredet werden, aber die Endgeschwindigkeit konnte in einer ersten Ausfahrt auch mit langanhaltendem Bleifuß nicht erfahren werden. Der digitale Tacho, der hier erstmals auch über einen 10,2 Zoll großen Bildschirm in fünf vordefinierten Ansichten angezeigt werden kann, wies am Ende nur Tempo 207 aus. Nun mag sich der vernunftgetriebene Skoda-Sportfreund sagen: "Reicht ja auch!"

Natürlich reicht das, keine Frage, aber an sich vermitteln nicht nur die Datenblattwerte, sondern auch Optik und Sound mehr. Der kommt übrigens über einen Aktuator, ist also rein künstlich erzeugt und auch nur im Innenraum zu hören. Allerdings ist der so pfiffig programmiert, dass er sogar das Spratzen beim Überschalten simuliert, was - wenigstens auf der ersten Fahrt - wirklich für Spaß gesorgt hat. Ob das auf der Langstrecke immer noch solch Vergnügen bereitet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer es nicht mag, kann es ausschalten oder einfach nur den Fahrmodus von Sport zu Normal oder Comfort wechseln. Könner dürfen sich das ganz eigene Profil natürlich auch individuell zusammenstellen.

Spreizung in allen Bereichen recht dezent

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Der Kofferraum des Skoda Karoq hat ein Volumen von 512 bis 1630 Liter.

(Foto: Holger Preiss)

Über den Fahrmodi-Schalter wird natürlich auch das adaptive Fahrwerk DCC gesteuert werden. Im Sport strafft es sich, lässt den Karoq satter um die Kurve fliegen, in Comfort geht es sanfter über alle Wege. Allerdings ist die Abstimmung am Ende doch recht dezent gehalten. Ebenso, dass wirkliche Komforteinbußen für die Insassen in keinem Programm zu spüren sind. Dezent ist auch das Ansprechverhalten. Wer glaubt, dass die Drehzahlen nach oben schnellen, wenn er den Sportmodus aktiviert, der irrt. Lediglich die Schaltvorgänge verkürzen sich. Die Stufen werden beim zackigen Tritt auf den Pin bereits ab 3000 Umdrehungen eingelegt und nicht wie in den Fahrstufen Normal oder Comfort bis 4000 ausgedreht.

Am Ende muss festgestellt werden, dass der Karoq mit dem 190 PS starken Benziner nicht zur Sportskanone wird. Wer zwei Sekunden mehr Zeit für den Standardsprint aufbringt, ist am Ende wahrscheinlich mit dem 1,5 Liter TSI und 150 PS besser bedient. In der Endgeschwindigkeit fehlen hier auch nur 7 km/h, wenn man die technischen Werte zugrunde legt. Nimmt man die erfahrenen Werte,bleibt ein Unterschied von 3 km/h. Den wesentlichen Ausschlag könnte am Ende aber der Verbrauch geben. Im Test ging der große Benziner mit ordentlichen 11,9 Litern zur Sache. Zugegeben - die wurden mit entsprechenden Sprinteinlagen erfahren, aber auch der Langstreckenanzeiger wies nicht wesentlich weniger aus. Im Datenblatt ist der Durchschnittsverbrauch mit 8,7 Litern angegeben.

Optisch kein Vertun

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Auf den vorderen Plätzen sorgen Sportsitze für das entsprechende Feeling im Karoq Sportline.

(Foto: Holger Preiss)

Optisch gibt es bei der Sportline-Ausführung hingegen kein Vertun, die im Übrigen mit der gesamten Motorenpalette erhältlich ist. Fürs Auge gibt es Stoßfänger mit Diffusor-Optik, extra Schwellerbeplankungen und schwarzen Alus im 18-Zoll-Format. Hinzu kommen schwarze Außenspiegel, eine schwarze Dachreling und dunkel getönte Scheiben ab der B-Säule. Ebenfalls in der Ausstattung: LED-Hauptscheinwerfer und LED-Tagfahrlicht inklusive adaptive Frontscheinwerfer.

Auch im Innenraum sorgen schwarze Sportsitze im Zusammenspiel mit Dekorelementen, Edelstahl-Pedalerie, schwarze Dachsäule sowie ein Sportlenkrad mit Multifunktionstasten und Schaltwippen für ein entsprechend dynamisches Fahrgefühl des Piloten. Serienmäßig an Bord ist zudem das Musiksystem Swing inklusive 6,5-Zoll-TFT, Klimaanlage und Parksensoren hinten. In Kombination mit dem 1,5 TSI, Frontantrieb und manuellem Sechsganggetriebe starten die Preise hier bei 30.520 Euro. Wer den 2,0 TSI mit 190 PS mit Allrad und 7-Gang-DSG ordert, liegt bereits bei 36.420 Euro.

Damit ist aber noch nicht Schluss. Wer in der Optionsliste seine Kreuze bei den 19-Zoll-Felgen macht und sich den adaptiven Tempomat, Spurhalte- und Wechselassistent, Fernlichtassistent, Canton Soundsystem, schlüssellosen Zugang, Parkassistent und Rückfahrkamera ordert, ist schnell bei 45.000 Euro für seinen Karoq Sportline. Der Scout geht übrigens ausschließlich mit Allrad an den Start, ist aber nur mit zwei Triebwerken im Angebot - mit dem 1,5 TSI und dem 2,0 TDI, die jeweils 150 PS leisten. Die Preise starten hier bei 33.640 Euro.

Quelle: n-tv.de

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