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Zurück zu den WurzelnSmart ist wieder da - Concept #2 gibt Vorgeschmack auf Serie

26.04.2026, 11:15 Uhr
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Etwas überzeichnet mutet das Konzeptfahrzeug Smart #2 ja schon an, aber das Serienmodell soll tatsächlich so ähnlich aussehen. (Foto: Smart)

Der Smart ist zurück! Nach der Umstrukturierung der Marke gab es seit dem Auslaufen der letzten ForTwo-Baureihe nur noch große Autos. Jetzt zeigt der Hersteller auf der Auto China in Peking anhand eines Concepts erstmals die äußere Gestalt des #2.

Echte Smart-Fans müssen ganz schön enttäuscht gewesen sein, und zwar in mehreren Stufen. Erstens gab es den letzten ForTwo, also den kleinen Zweisitzer, nur noch als vollelektrische Variante. Das allein wäre nicht so schlimm, aber ohne DC-Lademöglichkeit lag der Stadtfloh damit ganz schön an der Leine. Zweitens lief der Winzling bald darauf sowieso komplett aus ohne wirkliche Aussicht auf einen Nachfolger, und Smart hatte plötzlich nur noch große Fahrzeuge im Angebot. Sicher, die aktuellen Produkte wie #1, #3 und #5 sind irgendwie bunt und flippig, wenn man sie entsprechend konfiguriert, aber ein echter Smart ist eben nur dieser kleine Cityfloh mit deutlich unter drei Metern Außenlänge.

Und jetzt? Ist er zurück! Fast jedenfalls: Den ersten Vorgeschmack gibt es auf der diesjährigen Auto China, die ihre Pforten vom 24. April bis zum 3. Mai öffnet. Dort zeigt der Hersteller im Messegewusel unter unzähligen chinesischen Automarken das seriennahe Concept #2 und verrät auch schon ein paar wichtige Daten.

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Die Rückleuchten des Smart #2 Concept erinnern ein bisschen an jene des aktuellen Lancia Ypsilon. (Foto: Smart)

Etwas verändert hat sich der urbane Stadtprofi im Laufe der Zeit natürlich schon. Waren die Vertreter der ersten Generation "City Coupé" exakt 2,50 Meter lang und konnten sogar quer in Längsparktaschen ruhen, wuchs der Winzling im Zuge der Generationen zuletzt auf 2,70 Meter an. Das Maß des Neulings soll sich gar auf 2,79 Meter belaufen - länger als alle Vorgänger zwar, jedoch immer noch kurz genug, um den "ikonischen Zweisitzer", wie Smart selbst von seinem Einsteiger spricht, bequem in kleinen Lücken überfüllter Innenstädte einzuparken.

Der Smart #2, wie er später heißen wird, soll aber mehr sein als lediglich die schnöde Basisbaureihe. Ohne den Zweisitzer war die Marke eigentlich nicht mehr die Marke Smart, die für nichts so sehr stand als für ihren ultrakompakten Traditionalisten. Anfangs gab es ja auch gar keine anderen Modellreihen. Wenn man so will, war das Label aus seiner DNA gerutscht. Aber jetzt wird ja alles wieder gut.

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Mit 2,79 Metern Außenlänge bleibt der neue Winzling unter der Länge quasi aller anderen europäischen vollwertigen Fahrzeuge, abgesehen von Exemplaren der L7e-Kategorie. (Foto: Smart)

Concept nah an der Serie

Jetzt lässt sich ein erster Blick auf den Zwerg werfen. Dabei handelt es sich zwar noch nicht um das offizielle Serienmodell, aber man darf davon ausgehen, dass das Designkonzept bereits sehr nah an der Serie ist, die im Oktober in Paris vorgestellt werden wird. Viele Spezifikationen veröffentlicht der Hersteller auch noch nicht, aber wichtige Fakten gibt es schon.

Wie auch zuletzt beim Vorgänger wird der Antrieb ausschließlich rein elektrisch bestritten, daran ist nicht zu rütteln. Allerdings hat sich beim Thema Laden etwas getan. Im Gegensatz zum Vorgänger, der langsam mit Wechselstrom (AC) zutzeln musste, wird schnelles Gleichstromladen künftig selbstverständlich. Und zwar soll es möglich sein, die Batterie binnen rund 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent zu bringen. Außerdem spricht Smart von etwa 300 Kilometern Reichweite. Damit würde der Zweisitzer auch mal eine längere Strecke überbrücken können.

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An die Scheinwerferform des Concepts muss man sich gewöhnen, typisch Smart ist sie nicht. Aber vielleicht wird die Serie ja leicht anders. (Foto: Smart)

Nimmt man das Concept einmal genau in Augenschein, wird die historische Kontinuität schnell klar. Vor allem die Silhouette ist wirklich typisch Ur-Smart. Ansonsten haben die Designer concepttypisch auf den Putz gehauen mit überzeichneten Rädern und einer futuristischen Heckgestaltung. Und auch den Pixelschriftzug auf einem Display im Heckbereich mit der Aufschrift "Two" wird es in der Serie eher nicht geben, das verhindern schon allein die Regularien.

Die etwas tropfenförmig geratenen Scheinwerfer sind Geschmacksache und weichen von der üblichen Smart-Formensprache ab. Dazu gibt es noch ein gerüttelt Maß an optischen Gimmicks. Ob man diese noch im Serienmodell finden wird, sei dahingestellt. So zieren das Auto Bänder mit Schnallen, wie man sie aus der Welt der Reisekoffer kennt. Als sei der Smart selbst eine kleine Reisetasche, diese Botschaft kommuniziert er an seine Betrachter. Und so ein bisschen stimmt es ja auch, mit diesem Batteriepackage (wie groß exakt, wird noch als Geheimnis gehütet) scheint man reisen zu können. Für viele Interessenten wird er auch einfach nur eine Einkaufstasche sein, aber eine stylishe, auf die so mancher Markenfan sicher sehnlich gewartet hat! Jetzt darf abgewartet werden, bis Smart die nächsten Details verraten wird.

Quelle: ntv.de, pbr

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