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1200 XC und XE Zwei neue Scrambler von Triumph

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Mit der Triumph Scrambler XE soll man auch richtig im Dreck spielen können.

Die Scrambler bei den Motorrädern haben irgendwie den Stellenwert der SUV bei den Autos erreicht. Insofern verwundert es nicht, dass Triumph für die Saison 2019 mit zwei völlig neuen 1200er Scrambler-Modellen an den Start geht.

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Die Triumph Scrambler 1200 XC ist eher für die Straße gemacht.

Triumph hat ein bereits von BMW belegtes Marktsegment für sich wiederentdeckt, das der Scrambler. Die Engländer schicken sich jetzt an, die Klasse der Universalmotorräder mit Geländeeignung mittels zweier Modellvarianten neu zu beleben. Während die Scrambler 1200 XC als topmoderne Interpretation des Gedankens von Straßenspaß und Geländefreuden zu ungefähr gleichen Teilen gelten darf, wird sich die Scrambler 1200 XE dank noch längerer Federwege im Offroadeinsatz besser in Szene setzen. Um dem ursprünglichen Scrambler-Gedanken zu folgen, kehrt Triumph zum Ursprung zurück, ohne aber den Zeitgeist aus den Augen zu verlieren.

Die Grundidee bleibt

Der Scrambler-Gedanke hat bei Triumph eine lange Tradition. Schon in den 1960er Jahren gab es Umbauten von unverkleideten Straßenmotorrädern, die das "durch die Gegend strolchen" – so könnte man "scramblern" übersetzen – mittels stärker profilierter Reifen und etwas längerer Federn auch auf unwirtlicher Piste erleichterten. Unerlässliches Kennzeichen eines lässigen Scramblers war bereits damals eine hochgelegte Auspuffanlage. Berühmtester Markenbotschafter war der US-Schauspieler Steve McQueen, der sowohl privat als auch im Film "The Great Escape" mit umgebauten Triumph-Modellen unterwegs war.

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Ihre Offroad-Tauglichkeit unterstreicht die XE auch mit ihren Handschalen.

Die neue Triumph 1200 Scrambler nimmt den Grundgedanken des Scramblerns auf, integriert aber zugleich sämtliche elektronischen Helferlein, die der Markt derzeit hergibt. Die formal klassisch-puristisch auftretenden Briten-Scrambler weisen von der Traktionskontrolle über eine Geschwindigkeitsregelanlage und das Kurven-ABS bis zum schlüssellosen Startsystem so gut wie alle momentan verfügbaren Komfort- und Sicherheits-Goodies auf. Erstmals gibt es für die Scrambler ein integriertes Steuerungssystem für die bei vielen Motorradfahrern beliebten GoPro-Kameras. Neu für Triumph ist ebenfalls der Aspekt Connectivity, also die Einbindung eines Smartphones in die Fahrzeug-Elektronik.

Gutes Material für schlechte Wege

Aber nicht nur an der Software hat Triumph bei der Scrambler hohen Aufwand getrieben, auch bei der Hardware haben die Engländer nicht gespart. So wird die Aluminium-Hinterradschwinge in Handarbeit gefertigt und die Speichenräder mit Alufelgen ermöglichen den Einsatz schlauchloser Reifen, wobei die Vorderräder beider Modelle den im Gelände vorteilhaften Durchmesser von 21 Zoll aufweisen. Verzögert wird mit extrem groß bemessenen Doppelscheibenbremsen, in die Brembo Monobloc-Zangen des Typs M50 beißen. Die Showa-Upside-Down-Gabel ist wie es die in allen Parametern regulierbaren Öhlins-Federbeine voll einstellbar. Auch bei den Materialien treibt Triumph einen überdurchschnittlichen Aufwand. So werden die Kotflügel aus Aluminiumblech hergestellt und deren Oberflächen gebürstet. Auch die nahtlose Ausführung des 16-Liter-Tanks und der klappbare Tankdeckel im Monza-Stil sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

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Das Aushängeschild einer jeden Scrambler ist der hochgezogene Auspuff.

Für den Vortrieb der beiden Scrambler-Versionen sorgt die neue "High-Power"-Version des 1200-Kubik-Zweizylindermotors aus der Triumph Bonneville. Der Treibsatz leistet mit 90 PS bei 7400 Kurbelwellenumdrehungen etwa 12 Prozent mehr als in der Bonneville und stemmt ein maximales Drehmoment von 110 Newtonmeter bereits bei 3950 Touren. Angesichts des Trockengewichts von 205 (XC) beziehungsweise 207 Kilogramm (XE), ist mit einem fahrfertigen Leergewicht von etwa 225 Kilogramm zu rechnen. Den Verbrauch gibt Triumph mit durchschnittlich 4,9 Litern pro 100 Kilometer an, was angesichts des 16-Liter-Tanks in der Praxis knapp 300 Kilometer bis zum Tankstopp bedeuten würde.

TFT und USB

Die fünf Zentimeter Mehr an Federweg der XE bringt auch eine höhere Sitzposition mit sich. Ganze 87 Zentimeter beträgt die Sitzhöhe, was es für kurzbeinige Fahrer nicht ganz einfach machen dürfte. Zudem ist der Lenker der XE sechs Zentimeter breiter als bei der XC, was vor allem das Handling im Gelände vereinfachen soll. Ebenfalls gesteigerten Offroad-Fähigkeiten geschuldet sind die bei der XE verlängerte Alu-Schwinge und die noch kräftiger dimensionierte USD-Gabel mit goldfarben eloxierten Standrohren. Weiterhin sind bei der XE Handschützer aus gebürstetem Aluminium montiert und der Brembo-Bremshebel weist ein variables Übersetzungsverhältnis auf. Winterfahrer dürfen sich bei der XE zudem über eine zweistufige Griffheizung freuen.

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Neu bei der Triumph Scrambler XC und XE ist auch das TFT-Display.

Für beide Modelle gibt es eine LED-Rundumbeleuchtung inklusive Tagfahrlicht und hinterleuchtete Schaltereinheiten am Lenker. Unter dem Sitz findet der Pilot eine USB-Ladebuchse samt gepolsterter Ladeschale für das Smartphone. Das integrierte Steuerungssystem für GoPro-Kameras lässt sich mittels eines separat lieferbaren Bluetooth-Zusatzmoduls im TFT-Display des Motorrads anzeigen. Darüber kann der Fahrer dann auch die Kamera bedienen. Ebenfalls eine Ausstattungs-Novität bei Triumph ist die integrierte Navigationslösung. Sie basiert auf Google-Technik.

Nötig dafür ist außer dem optionalen Bluetooth-Modul eine neue Triumph-App. Damit können die Navigationsanweisungen einer zuvor gewählten Route auf dem Scrambler-Display angezeigt werden. Natürlich beherrscht das Bluetooth-Modul auch die Telefon- und Musiksteuerung des damit verbundenen Smartphones. Beide Scrambler-Versionen erhalten eine weiterentwickelte Version des Triumph-TFT-Displays. Es stellt zwei Anzeigelayouts zur Verfügung, die sich auf Wunsch personalisieren lassen. Das Motorrad kann den Fahrer auf diese Weise beim Starten der Zündung persönlich begrüßen.

Die Preise der neuen Scrambler stehen derzeit noch nicht fest. Es darf aber als gesichert gelten, dass die etwas einfachere XC deutlich unter der 15.000 Euro-Schwelle bleibt, die opulent ausgestattete XE wird wohl 1000 bis 1300 Euro teurer sein. Rechtzeitig zu Saisonbeginn 2019 werden die Scrambler 1200 XC und SE beim Händler sein.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x