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GebrauchtwagencheckVW Caddy ist kein Selbstläufer beim Tüv

17.04.2026, 17:24 Uhr
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Den zwischen 2015 und 2020 gebauten Caddy hat VW in einer kurzen und einer langen Version angeboten. (Foto: VW)

Hochdachkombis wie der VW Caddy sind praktische Gefährte fürs Geschäft, aber auch für den Privateinsatz. Beim Tüv zeigt sich aber, dass die Praxistauglichkeit nicht immer mit Zulässigkeit gepaart ist.

Nutzfahrzeug-Generationen haben eine längere Haltbarkeitsdauer als die von Pkw. Das gilt auch für die Pkw-Ableger der praktischen "Nutzis". So auch beim VW Caddy. Die dritte Generation des Hochdachkombis debütierte 2003 und blieb mit zwei größeren Facelifts (2010 und 2015) bis Ende 2020 auf dem Markt. Die zwischen 2015 und 2020 produzierten Modelle - auch Caddy IV genannt - hat der Tüv bislang dreimal unter die Lupe genommen.

Qualität

Bei den Hauptuntersuchung beim Tüv (HU) zeigt sich deutlich, dass die Besitzer ihren Caddy IV nicht schonen und auch nicht immer die nötige Wartung und Pflege zukommen lassen. Der Caddy meistert die HU schlechter als der Schnitt der überprüften Fahrzeuge, im Gegenzug haben die Fahrzeuge mehr Kilometer abgespult als der Durchschnitt. Auch bei der Einstufung "erhebliche Mängel" übertrifft der Caddy die Vergleichsgruppe.

Die Tüv-Experten bemängeln über alle Jahrgänge die Achsfedern; die Achsaufhängungen sorgen zumindest für Stirnrunzeln. Die Scheibenbremsen verschleißen überdurchschnittlich oft, zudem arbeitet die Fußbremse nicht immer korrekt. Ebenfalls rot sehen die Prüfer beim Thema Ölverlust. Die hintere Lichtanlage leuchtet zudem nicht immer vorbildlich.

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Ob als Familien- und Alltagsauto oder Transporter für Hobby oder Job - der Caddy ist eine echte Allzweckwaffe. (Foto: VW)

Karosserie und Innenraum

Das Facelift von 2015 brachte dem Caddy unter anderem eine Überarbeitung der Front. Die Optik des Hochdachkombis profitierte von diesen Maßnahmen, Impressionen von Golf und Touran drängen sich auf. Sowohl die Kurz- (4,41 Meter) als auch die Langversion (Maxi: 4,88 Meter) konnten als Siebensitzer konfiguriert werden. Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 190 und 3.030 Litern (Maxi: 530 bis 3.880 Liter).

Bei der Variabilität sowie der Bedienfreundlichkeit der Sitze muss man im Vergleich zum VW Touran Abstriche machen. Praktisch sind die seitlichen Schiebetüren. Die Materialqualität im Inneren geht in Ordnung.

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Der VW Caddy bietet im Cockpit ein gediegenes Pkw-Flair. (Foto: VW)

Motoren und Antrieb

Zur Wahl standen Drei- und Vierzylindermotoren, auch Allrad war erhältlich. Auf Benziner-Seite offerierte VW einen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 75 kW/102 PS. Ein 1,2-Liter-Vierzylinder kommt auf 62 kW/82 PS, ein 1,4-Liter-Vierzylinder leistete zunächst 92 kW/125 PS, ab 2018 dann 96 kW/130 PS. Im 1.4. TGI (Erdgas) werkelten 81 kW/110 PS. Die Kraftübertragung erfolgt beim 1.2er und 1.0er über ein manuelles Fünfganggetriebe, für die stärkeren Motoren gab es alternativ zum Sechsgangschalter ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Die Benziner wurden nur mit Frontantrieb ausgeliefert. Im Schnitt fließen zwischen 5,3 und 6,8 Litern durch die Leitungen.

Einstiegsdiesel war der 2,0-Liter-Vierzylinder in der Ausbaustufe mit 55 kW/75 PS. Den Zweiliter gab es zudem mit 102, 122 PS (Allrad) und 150 PS. Das Toptriebwerk konnte wahlweise mit Front- oder Allradantrieb geordert werden. Seit 2018 wurde es nur noch mit 4x4-Antrieb und Sechsgang-DSG ausgeliefert. Die Triebwerke mit 75 und 102 gab es nur in Verbindung mit einem manuellen Fünfganggetriebe; die Leistungsstufe mit 122 PS war ab Werk an ein Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Die Normwerte der Selbstzünder liegen zwischen 4,6 und 5,6 Litern.

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In der Version Alltrack hat der Caddy ein wenig mehr Abenteuerlust versprüht. (Foto: VW)

Ausstattung und Sicherheit

Die Innenraumgestaltung hängt wie so oft an der Bereitschaft des Erstkäufers in höhere Ausstattungslinien und Extras zu investieren. Erst die Topversion "Highline" hatte ab Werk Klimaanlage, Lederlenkrad oder elektrisch einstellbare Außenspiegel an Bord. In den langen Aufpreislisten fanden Erstkäufer neben modernen Infotainmentsystemen auch die gängigen Assistenten, wie man sie aus dem Pkw-Angebot kennt.

Fazit

Hochdachkombis wie der Caddy sind keine Schönwetterfahrzeuge, sondern werden im Alltag strapaziert. Interessenten sollten auf eine frische HU-Plakette achten. Ein lückenloses Inspektions- und Wartungsheft schadet auch nicht. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 1.800 gebrauchte VW Caddy IV auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 8.000 Euro.

Quelle: ntv.de, Elfriede Munsch, sp-x

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