Der Tag
23. April 2026
imageHeute mit Alexander Schultze
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11:25 Uhr

Schussabgabe auf flüchtenden Wagen - Freispruch für Polizisten aufgehoben

In einem Berufungsprozess wegen einer Schussabgabe auf ein flüchtendes Fahrzeug hat das Landgericht Zwickau den Freispruch eines Polizeibeamten aufgehoben. Die beiden Schüsse, durch die zwei Menschen verletzt wurden, seien nicht gerechtfertigt gewesen, teilte ein Gerichtssprecher in der sächsischen Stadt mit. Die Kammer sprach den 34-Jährigen daher der zweifachen fahrlässigen Körperverletzung im Amt schuldig. Das Landgericht sprach zudem eine Verwarnung mit Strafvorbehalt aus und verpflichtete den Angeklagten, 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung und 2000 Euro an einen der Geschädigten zu bezahlen. Damit hob es das Urteil des Amtsgerichts Zwickau auf, das den Mann freigesprochen hatte.

Der zweifachen Schussabgabe im Oktober 2022 war eine Verfolgungsjagd vorausgegangen. Der Fahrer des später beschossenen Autos war laut Gericht mit mindestens 100 Kilometern pro Stunde durch Zwickau gerast und hatte mehrere rote Ampeln missachtet. Der Polizist gab die Schüsse ab, um das mit vier Insassen besetzte Auto zu stoppen. Einer davon traf den Fahrer am Hinterkopf, der daraufhin operiert werden musste. Lebensgefahr bestand nicht. Aus Sicht des Landgerichts war die Schussabgabe aber nicht geeignet, die Flucht zu verhindern und auch nicht verhältnismäßig. Laut Kammer lag weder ein rechtfertigender Notstand noch eine Notwehrsituation vor. Durch die Fahrlässigkeit bei seiner Amtshandlung habe der Polizist eine Körperverletzung bei zwei Personen verursacht und insgesamt vier Personen gefährdet.

Schussabgabe auf flüchtenden Wagen - Freispruch für Polizisten aufgehoben
10:52 Uhr

Bericht: Merz ging Klingbeil im Koalitionsausschuss frontal an

Beim Koalitionsausschuss am vorvergangenen Sonntag ist Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Vizekanzler Lars Klingbeil frontal angegangen. Das bestätigten mehrere Teilnehmer dem "Spiegel". Demnach soll Merz beim Spitzentreffen in der Villa Borsig gegenüber Klingbeil laut geworden sein, berichteten Eingeweihte. Einige sagten, Merz sei regelrecht aus der Haut gefahren. Es soll zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen ihm und Klingbeil gekommen sein. Es soll bei der Auseinandersetzung um Absprachen im Vorfeld des Koalitionsgipfels gegangen sein, die Merz und Klingbeil unterschiedlich in Erinnerung hatten. Ob sich der Streit inhaltlich an der Übergewinnsteuer für Mineralökonerze entzündete oder am Bundeshaushalt, dazu gibt es verschiedene Angaben.

Nach dem Zusammenstoß mussten die Verhandlungen für ein Zwiegespräch des Kanzlers mit seinem Finanzminister unterbrochen werden. In der Koalition herrscht Ratlosigkeit über die Frage, wie es nach dem Scheitern der Reformverhandlung in der Villa Borsig weitergeht. Von "dunklen Wolken" über dem Regierungsbündnis ist die Rede. Es werde schwierig, da wieder herauszukommen. 

Bericht: Merz ging Klingbeil im Koalitionsausschuss frontal an
10:23 Uhr

486 Gangmitglieder stehen zeitgleich vor Gericht

El Salvador startet einen Massenprozess gegen 486 mutmaßliche Gangmitglieder der MS-13. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem zehntausende Tötungen vor. Angeklagte aus verschiedenen Hochsicherheitsgefängnissen sind per Video zugeschaltet. Die Kritik an dem Verfahren ist schwerwiegend.

486 Gangmitglieder stehen zeitgleich vor Gericht
09:56 Uhr

Züge in Dänemark kollidiert - 17 Menschen verletzt

Bei einem Zugunglück in Dänemark sind nach Angaben eines Sprechers der Region 17 Menschen verletzt worden. Vier Menschen befinden sich laut der Nachrichtenagentur Ritzau in kritischem Zustand. Zwei Züge waren am frühen Morgen auf der Bahnstrecke zwischen den Orten Hillerød und Kagerup in Nordseeland zusammengestoßen. Wie es dazu kam, ist noch unklar.

Züge in Dänemark kollidiert - 17 Menschen verletzt
09:33 Uhr

Gestrandeter Wal lässt Nachfrage nach Büchern über Meeressäuger explodieren

Seit dem Auftauchen des Buckelwals Anfang März boomt der Verkauf von Büchern rund um das Thema Wal. So ist die Nachfrage im Zeitraum von der ersten Sichtung Anfang März bis zur Strandung in der Wismarer Bucht am 23. März deutlich gestiegen, wie das Marktforschungsunternehmen Media Control auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Verkaufszahlen erreichten demnach Anfang April ihren Höhepunkt und lagen dabei 95 Prozent höher als vor der ersten Wal-Sichtung am 3. März.

Wie erklärt sich das? "Ich sehe da eine hohe emotionale Identifikation mit der Thematik. Das ist nicht nur ein Thema, das ich medial verfolge (...), sondern eins, das sich auch in andere Lebensbereiche auswirkt", sagte die Neurowissenschaftlerin Maren Urner. Die Menschen hätten so das Gefühl, sich aktiv einbringen zu können, indem sie sich mit dem Thema auseinandersetzten.

Die Top 3 der verkauften Bücher führt laut Media Control "Die Schnecke und der Buckelwal" von Julia Donaldson und Axel Scheffler an. Dahinter kommen "Wieso? Weshalb? Warum? junior - Tiere im Meer" von Anita van Saan und "Wundervolle Welt. Wasser" von Sam Hume.

Gestrandeter Wal lässt Nachfrage nach Büchern über Meeressäuger explodieren
08:57 Uhr

Ex-US-Präsident adelt Luisa Neubauer

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat das Engagement der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer für den Klimaschutz gelobt. Die 30-Jährige gehöre zu den jungen Leuten im Programm seiner Stiftung, der Obama Foundation, die ihm Hoffnung gäben, schrieb Obama in einem Post auf X. In einem Video stellt er Neubauer als eine Frau vor, die beschlossen habe, nicht darauf zu warten, dass jemand anderes etwas verändert - sondern selbst zu handeln. Neubauers Geschichte sei unglaublich, findet der Demokrat.

In dem Video ist die Klimaschützerin in dicker Jacke mit Schwimmweste auf einem Schiff in der Antarktis zu sehen. Trotz des Klimawandels sei die Region um den Südpol für sie ein "Ort der Hoffnung", weil sie durch einen einzigartigen internationalen Vertrag geschützt sei, sagt Neubauer. Die Existenz dieses wilden und geschützten Kontinents in der heutigen Welt erscheine ihr "geradezu utopisch" und zeige, was möglich sei, wenn Menschen sich gemeinsam für den Frieden und den Schutz unseres Planeten einsetzen.

Die Aktivistin der Bewegung Fridays for Future war an einer vierwöchigen Forschungsreise auf dem Forschungssegler "Malizia Explorer" beteiligt und hatte 2020 das Leadership Program der Obama-Stiftung absolviert, wie sie erzählt. Anlass für das Video ist der sogenannte Earth Day am 22. April, an dem die Aufmerksamkeit auf Umwelt- und Klimaschutz gelenkt werden soll.

Ex-US-Präsident adelt Luisa Neubauer
08:22 Uhr

"Wal kann mit altem Konzept nicht mehr gerettet werden"

Für den gestrandeten Wal wird ein neues Rettungskonzept entwickelt - doch die Zweifel wachsen. Experten halten die Chancen für gering, während Helfer weiter um das Tier kämpfen. Dessen Zustand bleibt kritisch, wie ntv-Reporter Ibrahim Kayed berichtet.

"Wal kann mit altem Konzept nicht mehr gerettet werden"
08:01 Uhr

Kubicki bezieht zu AfD und Brandmauer Position

Der Bewerber für den FDP-Vorsitz, Wolfgang Kubicki, würde eigene Anträge nicht davon abhängig machen, dass die AfD zustimmen könnte. Das machte Kubicki im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der Funke Mediengruppe deutlich. "Würde ich das tun, wie dumm ist das denn, würde ich die komplette Agenda der AfD in die Hand geben", argumentierte der FDP-Politiker. Zugleich betonte Kubicki, er würde keinem AfD-Antrag zustimmen, mit ihr auch nicht koalieren oder sich von der AfD dulden lassen.

Auf die Frage, ob die Brandmauer zur AfD stehe, sollte er die FDP führen, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende: "Die steht weder in der Verfassung noch ist sie gesetzgegeben. Ich kenne keine Brandmauer. Ich werde keine Veranstaltung deshalb nicht besuchen, weil da ein AfD-Vertreter auftritt." Kubicki tritt auf dem FDP-Parteitag Ende Mai für den Vorsitz der Liberalen an, Gegenkandidat ist der nordrhein-westfälische FDP-Chef Henning Höne. Der jetzige Parteichef Christian Dürr hat seinen Verzicht erklärt.

Kubicki bezieht zu AfD und Brandmauer Position
07:32 Uhr

Landwirtschaftsminister Rainer stemmt sich gegen Zuckersteuer

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat der von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken befürworteten Zuckersteuer eine Absage erteilt. Er sei "kein Freund der Zuckersteuer" und glaube nicht, dass sie die erhofften gesundheitlichen Effekte oder spürbare Einsparungen im Gesundheitsbereich bringe, sagte Rainer im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Den erwartbaren Einnahmen von rund 100 Millionen Euro stellte er Milliardenbeträge im Gesundheitssystem gegenüber.

Statt neuer Lenkungssteuern setzt Rainer auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz; diese Strategie wirke und solle fortgesetzt werden. Fakt ist allerdings, dass etwa in Großbritannien nach Einführung einer Zuckersteuer der Zuckergehalt in zahlreichen Getränken deutlich gesenkt wurde. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte erklärt, dass in den vergangenen Jahren die freiwillige Reduzierung von Zucker in Lebensmitteln weitgehend gescheitert sei.

Die Zuckersteuer soll ein Baustein sein, um die gesetzlichen Krankenkassen beziehungsweise das Gesundheitssystem generell zu entlasten. Die dafür eingesetzte Kommission hatte diesen Vorschlag unterbreitet. Verbandsvertreter hatten diesen begrüßt.

Landwirtschaftsminister Rainer stemmt sich gegen Zuckersteuer
07:01 Uhr

Was heute wichtig wird: Blockade-Ende, Bayern-Gegner und was macht der Wal?

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA verlängert wurde, gibt der US-Präsident Teheran wohl nicht viel Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, bemühen sich Ägypten, Pakistan und die Türkei derzeit, ein neues Treffen beider Länder zu organisieren - vielleicht bereits an diesem Freitag.

Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs von Persien, ist heute für politische Gespräche in Berlin. Um 10 Uhr spricht er über die Lage seines Heimatlandes vor der Bundespressekonferenz. Er bringt sich selbst als möglichen Oppositionskandidaten im Iran ins Spiel. Die USA sehen ihn allerdings nicht in dieser Rolle. Und auch in der iranischen Bevölkerung findet er wenig Beachtung. Pahlavi lebt seit Ende der 70er Jahre nicht mehr im Land und wird vor allem von vielen Exil-Iranern als mögliche politische Führungsfigur ins Spiel gebracht.

Auf Zypern kommen heute Staats- und Regierungschefs der EU zusammen, um über die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten zu sprechen. Kanzler Merz ist dabei.

Wie mittlerweile jeden Tag stellt sich auch heute die Frage: Was macht der Wal? Das Konzept, ihn mit Pontons und einer Plane zu transportieren, scheint gescheitert. Nun soll ein neues Konzept ausgetüftelt werden, erklärte Umweltminister Till Backhaus. Daran arbeite die private Rettungsinitiative nun. Die steht aufgrund interner Spannungen und personeller Ausfälle ohnehin unter Druck.

Am Abend wird der Gegner des gestern siegreichen FC Bayern München gesucht. Im zweiten DFB-Pokal-Halbfinale stehen sich der VfB Stuttgart und der SC Freiburg gegenüber. Der VfB ist Titelverteidiger und könnte mit einem Sieg zum ersten Mal in seiner Vereinshistorie zweimal in Folge das Finale erreichen.

Das ist es für den Moment erst mal. Ich hoffe, Sie sind bis hierhin gut informiert. Alles Weitere lesen Sie im Tagesverlauf auf ntv.de. Im Tag begleite ich Sie bis 14 Uhr. Mein Name ist Alexander Schultze. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie mir unter dertag@ntv.de. Auf geht's!

Was heute wichtig wird: Blockade-Ende, Bayern-Gegner und was macht der Wal?
06:30 Uhr

Umfrage: Arbeitgeber "ghosten" Bewerber wieder öfter

Der Stellenmarkt in Deutschland hat sich gedreht: Arbeitgeber haben wieder eine stärkere Stellung, Bewerber um Jobs haben nicht mehr die Qual der Wahl. Die Folge: Ghosting, wie in Partnerbörsen. "Die Mehrheit der Bewerber erhält keinerlei Antwort auf Bewerbungen", heißt es in einer repräsentativen Umfrage des Instituts Appinio im Auftrag der Jobbörse Indeed. Zwischen dem 9. und 11. März wurden jeweils 500 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 66 Jahren befragt.

63,5 Prozent der Bewerber hätten angegeben, im letzten Jahr keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen erhalten zu haben, für fast 80 Prozent der Befragten habe Ghosting zugenommen. "Personalabteilungen stehen in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität unter erheblichem Druck", sagte Indeed-Geschäftsführer Frank Heesgens. "Die sich wandelnde Marktdynamik darf jedoch keine Entschuldigung für mangelhafte Rekrutierungspraktiken sein." Das Ignorieren von Bewerbern untergrabe das Vertrauen in den Arbeitsmarkt.

Neben der mangelnden Kommunikation schrecke auch der Aufwand bei der Bewerbung ab. Auf die Frage nach den größten Hürden und Belastungsfaktoren sei der zeitliche und bürokratische Aufwand mit 41,5 Prozent bei der Umfrage auf dem ersten Platz gelandet. Komplizierte Formulare müssten teils per Hand ausgefüllt werden. Auch die Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, sich verstellen zu müssen, wurden in der Umfrage als Hürde genannt. 63 Prozent der Befragten wünschten sich bei Stellenanzeigen mehr Transparenz, vor allem bei Angaben zum Gehalt. Nur 11,5 Prozent der Stellenanzeigen beinhalteten bisher entsprechende Angaben, hieß es von Indeed.

Umfrage: Arbeitgeber "ghosten" Bewerber wieder öfter
06:00 Uhr

Chronische Verspätung: Deutsche leiden unter "Zugangst" und meiden die Deutsche Bahn

Mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung vermeidet laut einer neuen Umfrage wegen der chronischen Verspätungen und Pannen die Fahrt mit der Bahn. Und über ein Viertel geht Zugfahrten zumindest vor wichtigen Terminen aus dem Weg, um nicht unpünktlich zu sein. Das sind die Hauptergebnisse der diesjährigen Mobilitätsstudie der HUK Coburg.

"Haben sich Planungen für Bahnfahrten bei Ihnen durch die verbreiteten Pünktlichkeitsprobleme verändert", lautete die entsprechende Frage an die 4114 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das beantworteten 35 Prozent mit: "Ich versuche Bahnfahrten wenn irgend möglich zu vermeiden." 28 Prozent gaben an, bei Bahnfahrten mittlerweile einen größeren Zeitpuffer zu kalkulieren, und 26 Prozent antworteten, dass sie wichtige Termine nicht mehr mit der Bahn planen.

Das Umfrageinstitut Yougov befragte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Auftrag der HUK im Januar und Februar, etwaige Auswirkungen des mit dem Iran-Krieg einhergehenden Anstiegs der Benzinpreise sind daher in der Umfrage nicht abgebildet. Die Ergebnisse sind laut HUK repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren sowohl bundesweit als auch in jedem einzelnen Bundesland.

Chronische Verspätung: Deutsche leiden unter "Zugangst" und meiden die Deutsche Bahn