Samstag, 08. Oktober 2022Der Tag

mit Hedviga Nyarsik
Hedviga Nyarsik
22:28 Uhr

Das war Samstag, der 8. Oktober 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

langsam neigt sich der Samstag dem Ende zu. In der Ukraine geraten die russischen Truppen weiter in Bedrängnis: Nach russischen Behördenangaben explodierte ein vom Festland kommender Lastwagen auf der strategisch wichtigen Brücke, die Russland und die Krim verbindet, woraufhin sieben mit Treibstoff gefüllte Kesselwagen eines Güterzugs in Brand gerieten. Unterdessen erobert das ukrainische Militär immer mehr Gebiete im Osten zurück. Alle Entwicklungen können Sie in unserem Liveticker verfolgen.

Bevor ich Sie in die wohlverdiente Nachtruhe entlasse, möchte ich Ihnen noch folgende Lektüre ans Herz legen. Stichwort: lesenswert!

Morgen Nachmittag bin ich in alter Frische wieder für Sie da. Gute Nacht!

22:03 Uhr

Neonazis schänden Jüdische Friedhöfe und Synagogen

Neonazis Spanien.JPG

Die Guardia Civil nimmt einen Verdächtigen fest.

Guardia Civil

Sie sollen mehrere jüdische Friedhöfe und Synagogen geschändet haben: Die Polizei hat in Spanien drei mutmaßliche Neonazis festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, in Madrid und in Burgos gut 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt mindestens sieben extremistische Hassverbrechen begangen zu haben, wie die Zeitung "El País" und andere spanische Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden berichten.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Männer und um eine Frau im Alter zwischen 36 und 42 Jahren. Sie sollen für zahlreiche neonazistische und neofaschistische Schmierereien verantwortlich sein und auch eine Fahne von Israel öffentlich verbrannt haben. Mit Schmierereien wurden den Angaben zufolge unter anderem die jüdischen Bereiche der bekannten Madrider Friedhöfe La Almudena und Hoyo de Manzanares geschändet. Die Festgenommenen seien "Mitglieder fremdenfeindlicher Bewegungen mit einem ausgeprägten antisemitischen Diskurs", teilt die Polizei laut "El País" mit.

21:22 Uhr

Ausflugsboot kentert mit 14 Insassen - ein Toter

Im polnischen Danzig endet ein Bootsausflug tragisch. Mitten auf dem Fluss Mottlau kentert ein Boot mit 14 Insassen plötzlich. Ein etwa 60 Jahre alter Mann kam bei dem Unglück ums Leben, wie ein Sprecher der städtischen Feuerwehr nach Angaben der Agentur PAP sagt. Zwar wurden die übrigen 13 Insassen aus dem Wasser gerettet, doch mussten zwei von ihnen reanimiert werden. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht. Nach ersten Erkenntnissen könnte das kleine Schiff durch starken Wellengang gekentert sein, als es an einem Schlepper vorbeifuhr. Die Polizei hat Ermittlungen zum genauen Hergang aufgenommen.

20:45 Uhr

Erdogan verspricht fallende Zinsen - "Solange ich im Amt bin"

In der Türkei schießt die Inflation immer weiter in die Höhe. Zuletzt stieg sie auf 83,45 Prozent. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht dennoch große Versprechen: Er will eigenen Aussagen zufolge dafür sorgen, dass die Zinsen weiter kontinuierlich gesenkt werden, solange er an der Macht ist. "Solange Euer Bruder in dieser Position ist, werden die Zinsen mit jedem Tag, jeder Woche, jeden Monat fallen", sagte Erdogan bei einer Veranstaltung in der westlichen Provinz Balikesir. Trotz der aus dem Ruder laufenden Inflation hatte die türkische Zentralbank zur Überraschung der Finanzmärkte den Leitzins im September bereits das zweite Mal in Folge gesenkt auf nunmehr zwölf Prozent.

Grund für die Inflation sind vor allem die Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine, durch den viele Rohstoffe deutlich teurer geworden sind. Aber auch die schwächelnde Lira trägt ihren Beitrag dazu bei. In einer solchen Lage die Zinszügel zu lockern, widerspricht der gängigen ökonomischen Lehrmeinung. Gestützt wird ein solches unorthodoxes Vorgehen indes von Erdogan, der sich selbst als Zinsfeind bezeichnet.

20:13 Uhr

Dutzende afghanische Ortskräfte sterben, während sie auf Aufnahme in Deutschland warten

Sie warteten nach der Machtübernahme der Taliban auf ihre Aufnahme in Deutschland - vergebens: Die Bundesregierung hat einem Bericht zufolge erstmals eingeräumt, dass mehr als 30 Menschen, die nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan in Sicherheit gebracht werden sollten, gestorben sind. Wie der "Spiegel" schreibt, starben seit der Machtübernahme der Taliban 32 ehemalige Ortskräfte, aus sonstigen Gründen besonders gefährdete Personen oder Familienangehörige, während sie auf eine Aufnahme durch Deutschland warteten. Die Bundesregierung listet dem Bericht zufolge die Ursachen für den Tod der Afghaninnen und Afghanen auf:

  • Demnach starben 15 Menschen eines natürlichen Todes oder bei einem Unfall.
  • Neun Menschen wurden gewaltsam getötet: Eine Ortskraft sei bei einem IS-Anschlag auf eine Moschee gestorben, ein Familienmitglied einer besonders gefährdeten Person bei einem Anschlag vor einer Passbehörde.
  • Ein Verwandter einer Ortskraft sei umgebracht worden, weil er einst den afghanischen Streitkräften angehört habe.
  • Bei sieben Personen war die Todesursache demnach unklar.
  • Eine Ortskraft beging Suizid.

Nach Angaben der Bundesregierung sei bei keinem der Todesfälle ein Zusammenhang zu der Tätigkeit für die Deutschen erkennbar, berichtet der "Spiegel".

19:48 Uhr

Nordkorea feuert erneut Rakete ab

Eigentlich untersagen UN-Resolutionen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweit. Der isolierte Staat ignoriert die Resolutionen aber regelmäßig und führt dennoch Raketentests durch. So auch heute wieder. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das südkoreanische Militär berichtet, habe Nordkorea eine ballistische Rakete in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Es ist bereits das siebte Mal innerhalb der letzten zwei Wochen, das Nordkorea Raketentests durchgeführt hat. Der jüngste Raketenstart erfolgte nur wenige Stunden nach der Beendigung eines Seemanövers von südkoreanischen und US-amerikanischen Streitkräften. Erst heute Morgen hatte Nordkoreas nationale Luftfahrtbehörde seine Raketenstarts als Selbstverteidigungsmaßnahme gegen die USA gerechtfertigt. Diese würden keine Bedrohung für die direkten Nachbarländer der Region darstellen, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme.

19:13 Uhr

Frau stürzt mit Auto Aufzugschacht hinab

Ungewöhnlicher Unfall in Stuttgart: Eine Frau ist mit ihrem Wagen durch die Türen eines Autoaufzugs gekracht und rund zehn Meter tief in den Schacht gestürzt. Ihr Auto landete auf dem Dach und auf der Aufzugskabine. Nach Angaben der Feuerwehr verletzte sich die Frau, sie konnte sich aber zum Glück aus dem Wrack befreien und einen Notruf absetzen. Durch das beschädigte Aufzugstor nahm die Feuerwehr Kontakt zu ihr auf, ließ über eine Tür am Schacht eine Trage an einem Seilzug hinab und brachte die Frau in Sicherheit. Experten müssen das Auto nun aus dem Schacht bergen. Unklar ist nach Angaben der Feuerwehr noch, aus welchem Grund das Auto am Aufzug nach vorne setzen und die Türen durchbrechen konnte.

18:31 Uhr

Eurofighter landen in Bayern

Knapp zwei Monate nach dem Start kehrt die Luftwaffe von ihrer Übung in Australien zurück. Die sechs Eurofighter seien heute im bayerischen Neuburg gelandet, teilt die Luftwaffe mit.

  • An der logistisch aufwendigen Übung namens "Rapid Pacific 2022" waren den Angaben zufolge etwa 250 Soldaten eingebunden, zudem vier Transportflugzeuge des Typs A400M sowie drei A330 zur Betankung der Kampfflugzeuge in der Luft.
  • In Australien beteiligte sich die Luftwaffe an zwei Übungen.
  • Zudem hätten drei Eurofighter zum Abschluss Japan besucht.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, nennt "Rapid Pacific 2022" eine außerordentliche Herausforderung für die Soldatinnen und Soldaten. "Gemeinsam haben wir gezeigt, dass wir weltweit einsatzbereit sind und mehrere Aufgaben gleichzeitig erfolgreich übernehmen können: Mit unseren NATO-Verbündeten die Ostflanke des Bündnisses schützen und mit unseren Wertepartnern in Asien und Australien gemeinsam üben", sagt Gerhartz.

17:59 Uhr

Nach Tod von Amini: Im Iran brechen erneut Proteste aus

319033205.jpg

picture alliance/dpa/AP

Der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini löste im Iran eine landesweite Protestwelle aus. Die richtet sich längst auch gegen die Führung des Landes und die Einschränkung der Freiheitsrechte insgesamt. Auch heute gab es in vier großen Städten Demonstrationen. Die iranische Menschenrechtsgruppe Hengaw berichtet, dass in den kurdischen Städten Sakkes und Sanandadsch Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen und Tränengas eingesetzt hätten. Bei einem Besuch von Präsident Ebrahim Raisi an der Universität in Teheran riefen ihm Studentinnen "Verschwinde!" zu. Das zeigt ein Video, das auf dem Twitter-Account von "1500tasvir" veröffentlicht wurde.

Bürgerrechtsgruppen zufolge kamen bei den Protesten mehr als 150 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt, Tausende wurden festgenommen. Die iranische Regierung macht seine Feinde - darunter die USA - für die Proteste verantwortlich.

17:26 Uhr

Wanderer stolpert und stürzt 200 Meter in den Tod

Tödliches Unglück bei Ausflug: Im bayerischen Teil des Karwendel ist ein Wanderer aus Gräfelfing bei München verunglückt. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, stolperte er beim Abstieg vom Galgenstangenkopf im Isarwinkel auf einem einfachen Wanderweg. Der Bergpfad befindet sich im südlichsten Teil des Gemeindegebiets Lenggries, nahe der österreichischen Grenze.

Der 62-Jährige stürzte vor den Augen seines Begleiters über steiles, erst latschenbewachsenes, dann grasdurchsetztes Schrofengelände 200 Meter in die Tiefe. Der Notarzt des Rettungshubschraubers konnte nur noch seinen Tod feststellen.

16:58 Uhr

Die Videos des Tages

16:24 Uhr

Feuer bricht in Kölner U-Bahnstation aus

319024505.jpg

Die Feuerwehr ist im Großeinsatz.

picture alliance/dpa

In der U-Bahn-Station am Ebertplatz in Köln ist in Feuer ausgebrochen. Das bestätigt ein Sprecher der Polizei. Gegenwärtig seien alle Straßen im Bereich vom Ebertplatz gesperrt. Passanten berichten von einem heftigen Rauchgeruch. Nach ersten Informationen von "Express" und "Kölner Stadtanzeiger" wurden mindestens fünf Menschen in Krankenhäuser gebracht. Das Feuer sei gegen 14 Uhr aus bislang unbekannten Gründen ausgebrochen. Auch der Bahnverkehr sei am Ebertplatz gegenwärtig unterbrochen.

16:08 Uhr

Krankenhaus überfüllt - Britin bekommt Baby auf heimischem Sofa

Für werdende Mütter ist es ein Albtraum: Weil das Krankenhaus keine freien Betten mehr hat, muss die Britin Eilish McKinney ihr Baby alleine Zuhause auf ihrem Sofa zur Welt bringen. Gegen die Schmerzen kann sie nur Paracetamol nehmen. Doch wie kam es zu der ungewollten Hausgeburt?

Als am Abend des 9. September bei der schwangeren Eilish McKinney die Wehen einsetzen, ruft ihr Freund Tom im Krankenhaus im britischen Peterborough an, um ihre baldiges Eintreffen anzukündigen. Doch dann der Schock: Das Krankenhaus sei voll, eine Alternative in der Nähe gebe es nicht. Erst 40 Minuten später ruft das Krankenhaus zurück, nur um eine Fahrt ins eine Stunde entfernte Krankenhaus in Leicester zu empfehlen, schreibt die junge Mutter bei Facebook. Für Eilish ist klar, dass sie so viel Zeit nicht mehr hat.

"Wir sind nicht sehr weit gekommen und Persy ist auf unserem Sofa zur Welt gekommen", schreibt Eilish in ihrem Post und dankt ihrem Freund, der notgedrungen als Hebamme einspringen musste. Noch während seine Freundin in den Wehen liegt, ruft Tom einen Rettungswagen. Die Sanitäter treffen nur Minuten nach der ungeplanten Hausgeburt ein und können Eilish und das Neugeborene medizinisch versorgen. Bis dahin hatte sie nur zwei Paracetamol-Tabletten gegen die Schmerzen genommen.

Baby Perseus und Mama Eilish geht es zum Glück gut und die Sanitäter können beide in ein anderes Krankenhaus bringen. Denn auch auf die Kontaktversuche des Rettungswagens reagiert die Klinik in Peterborough nicht.

15:40 Uhr

AfD-Anhänger schwenken Deutschland- und Russlandflaggen in Berlin

Tausende Anhänger der AfD folgten heute dem Aufruf der rechtsnationalen Partei und protestierten in Berlin gegen die Politik der Ampel-Regierung. Unter dem Motto "Energiesicherheit und Schutz vor Inflation - unser Land zuerst" versammelten sich die Rechten am frühen Nachmittag vor dem Berliner Reichstag. Nach Polizeiangaben waren insgesamt zehn Gegendemonstrationen und -kundgebungen angemeldet.

319005191.jpg

Zu der AfD-Demonstration waren rund 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viele der Teilnehmer der AfD-Veranstaltung schwenken Deutschlandfahnen und skandierten "Wir sind das Volk" in Anlehnung an die Montagsdemonstrationen in der DDR. Vereinzelt waren auch Russlandflaggen zu sehen und die schwarz-weiß-rote Reichsflagge, ein Symbol von Rechtsextremen.

Angekündigt waren zum Auftakt Reden der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel sagte jedoch krankheitsbedingt kurzfristig ab. Während Chrupallas Rede stimmten die Demonstranten Gesänge wie "Habeck muss weg" an. Im Anschluss begann ein Protestzug durch das Berliner Regierungsviertel.

15:06 Uhr

Mann springt aus brennender Wohnung - und stirbt

Ein tragischer Vorfall ereignet sich am Morgen im Hamburger Stadtteil Eidelstedt: In der Küche der Wohnung eines 43-Jährigen bricht unerwartet ein Feuer aus. Beim dem Versuch, sich vor den Flammen zu retten, springt der Mann aus dem Fenster und stürzt sechs Stockwerke tief, wie ein Sprecher der Polizei Hamburg mitteilt. Rettungskräfte hätten noch versucht, den Mann zu reanimieren, er stirbt jedoch vor Ort. In dem Mehrfamilienhaus wurden durch den Brand keine weiteren Bewohner verletzt. Die Ursache Feuers ist zunächst unklar.

14:35 Uhr

Fahrer könnten Lenkkontrolle verlieren: Elektroautobauer ruft 13.000 Fahrzeuge zurück

Der Elektroautobauer Rivian ist eigentlich derzeit dabei, seine Fertigung hochzufahren, um das Produktionsziel von 25.000 Fahrzeugen in diesem Jahr zu erreichen. Bisher liefen bis Ende September 14.000 Fahrzeuge übers Band. Doch nun müssen fast alle von ihnen zurückbeordert werden. Das US-Unternehmen startete einen Rückruf.

Rivian
Rivian 19,83

Der Grund: Ein potenziell technisches Problem kann dazu führen, dass der Fahrer die Kontrolle über die Lenkung verliert, wie der Hersteller von elektrischen SUVs und Pickup-Trucks mitteilt. Der Rückruf betrifft rund 13.000 Fahrzeuge, die 2021 und 2022 gebaut wurden. Die gute Nachricht ist allerdings, dass laut einer Sprecherin bislang keine Verletzungen im Zusammenhang mit dem Defekt bekannt sind.

14:15 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Sabine Oelmann hat sich inzwischen in den Feierband verabschiedet. Hoffentlich kommt sie trotz des derzeitigen Bahn-Chaos gut nach Hause. Sollten Sie auch in U- oder S-Bahn festsitzen, lehnen Sie sich doch einfach zurück und lesen Sie hier die wichtigsten und spannenden Nachrichten des Tages. Mein Name ist Hedviga Nyarsik und ich bin bis in den späten Abend für Sie da. Bei Fragen oder Anmerkungen schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an hedviga.nyarsik@nama.de.

13:57 Uhr

Berliner "Festival of Lights" in Kinderhand

733498d4-2bd1-40b7-9860-78dddbf94ec4.jpg

Leuchtende Schlösser, leuchtende Kinderaugen!

(Foto: Y. Ouogo)

Seit gestern leuchtet Berlin wieder ein bisschen mehr als sonst: Das 18. "Festival of Lights" strahlt bekannte Wahrzeichen und historische Bauwerke Berlins mit Licht und Kunst an. Darf man das denn überhaupt noch, fragen Sie sich. Man darf, findet Birgit Zander, Initiatorin und künstlerische Leiterin des Events. Sie ist sich der Verantwortung bewusst und betont, dass das Festival mit einem neuen Konzept daher kommt, das 75 Prozent weniger Strom verbraucht als noch im letzten Jahr. Es kommt ausschließlich erneuerbare Energie zum Einsatz, und das auch nur an den deutlich reduzierten - im Gegensatz zum letzten Jahr - 35 Orten.

Der künstlerischen Vielfalt tut das allerdings keinen Abbruch. Neben den Profis durften sich dieses Mal Kinder unter dem Motto "Vision of our Future" betätigen, die schon lange nicht mehr so etwas Aufregendes erlebt haben wie, ihr Bild an das Schloss Charlottenburg projiziert zu sehen. Ukrainische Kinder haben in bunter Eintracht mit russischen, deutschen und anderen Bilder gemalt, die Geschichten erzählen, die sehenswert sind. Bis zum 16. Oktober können Sie sich das - und noch viel mehr, ansehen.

Nutzen Sie die Gelegenheit, der Kurfürstendamm bleibt zu Weihnachten dieses Jahr dunkel.

7a49e488-bdcd-4599-8530-acc714f1fb05.jpg

Unsere Zukunft ist bunt!!

(Foto: A. Horizdra)

13:30 Uhr

Neue Proteste und Gewalt im Iran

Die nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini ausgelösten Proteste im Iran halten nach Angaben von Bürgerrechtlern an. Nach einem Aufruf zu Massendemonstrationen für Samstag habe es in vier Städten Demonstrationen und Streiks gegeben, teilt die iranische Menschenrechtsgruppe Hengaw mit. In den kurdischen Städten Sakkes und Sanandadsch hätten Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen und Tränengas eingesetzt.

Amini war am 13. September in Teheran festgenommen worden, weil sie gegen die Regeln zum Tragen eines Kopftuchs verstoßen haben soll. Drei Tage später starb sie. Zu den Umständen ihres Todes gibt es widersprüchliche Angaben. Nach staatlichen Angaben kam ein Gerichtsmediziner zu dem Schluss, Amini sei nicht durch Schläge in Polizeigewahrsam, sondern infolge einer Vorerkrankung gestorben.

Der Tod der jungen Kurdin hat eine landesweite Protestwelle losgetreten, die sich längst auch gegen die Führung des Landes und die Einschränkung der Freiheitsrechte insgesamt richtet.

13:01 Uhr

Kokain-Fund auf Sizilien in Millionenhöhe

Die italienische Polizei hat auf Sizilien Kokain im Wert von mehreren Millionen Euro sichergestellt. Polizisten der Guardia di Finanza und des Zolls fanden die Pakete im Hafen der ostsizilianischen Großstadt Catania in einem Überseecontainer aus Ecuador, in dem tropische Früchte lagerten, wie die Behörden mitteilen. Den Beamten fiel demnach eine unregelmäßige Schweißnaht auf dem Dach des Containers auf, die sich von Feuerwehrleuten öffnen ließ.

Unter der Verkleidung kamen in der Isolierung des Containers 96 Pakete sehr reinen Kokains zum Vorschein, wie es weiter hieß. Der Polizei zufolge hätten die insgesamt rund 110 Kilogramm Kokain bei weiterer Verarbeitung rund 12 Millionen Euro auf dem Markt einbringen können.

12:47 Uhr

Gaspreisbremse: "Es passiert nach außen nichts"

Gewerkschaften und Unternehmen haben rasche Klarheit über die Ausgestaltung der von der Bundesregierung angekündigten Gaspreisbremse gefordert. "Die Bundesregierung muss hier möglichst schnell klarstellen, wie Firmen durch den Gaspreis-Deckel entlastet werden", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann der "Augsburger Allgemeinen". "Wir haben überhaupt keine Planungssicherheit", kritisierte der Chef des Brauereiverbandes NRW, Michael Hollmann.

Bis zu 15 Prozent der metallverarbeiteten Industriebetriebe seien durch stark steigende Energiekosten in ihrer Existenz gefährdet, sagte Hofmann. Die anhaltende Unsicherheit drohe, dem Industriestandort Deutschland ernsthaft zu schaden.

"Die Gaskommission arbeitet seit Wochen, und es passiert zumindest nach außen nichts", so Brauerei-Vertreter Hollmann in der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Bundesregierung habe 200 Milliarden Euro angekündigt, "aber niemand weiß, wofür". Im Sinne des Mittelstandes und der Verbrauche brauche es jetzt rasch klare Zusagen, welche Hilfen in welcher Höhe fließen sollten.

12:21 Uhr

Eine Frau mit starker Stimme: Düzen Tekkal

c5148f1c62d07e7714c0b4a5ca445bcb.jpg

Ayan Yuruk, Düzen Tekkal, Shirin Barati, Minu Barati, Shermine Shahrivar und Tugba Tekkal beim Tribute to Bambi 2022

(Foto: IMAGO/Future Image)

Wenn ich momentan wissen möchte, was im Iran passiert oder wenn ich wissen möchte, wo auf der Welt sich etwas gegen die Unterdrückung von Frauen im Iran aktuell tut, dann gucke ich auf diese Seite, zum Beispiel bei Instagram:

Duzen Tekkal - Journalistin, Filmmacherin, Aktivistin, Kriegsreporterin, Gründerin, Bundesverdienstkreuzträgerin und so vieles mehr - und ihr Team weiß, was gerade zu tun ist. Sie ist eine Art Sammelbecken, ein Quell unendlicher Informationen, gespeist von anderen Menschen, überwiegend Frauen, die ihre Infos auf Tekkals Kanälen zusammenlaufen lassen. Von hier aus kann man sich informieren - so gut, dass es immer schwerer werden dürfte, beim Thema Iran wegzuschauen, nicht hinzuhören oder so tun, als ginge einen das nichts an. Weil Tekkal über Zivilcourage berichtet und sie lebt, ist sie nicht nur eine unerschrockene Kämpferin und Vorbild, sondern fühlt sich an wie eine Freundin.

12:00 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

11:03 Uhr

Kemmerich: "Bringt die AKWs ans Netz"

Thüringens FDP-Landeschef Thomas Kemmerich hat sich in Anbetracht der aktuellen Energiekrise erneut gegen die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke in Deutschland ausgesprochen. "Alles, was wir an Energie haben, muss ans Netz", so Kemmerich auf dem Landesparteitag der Liberalen in Sömmerda. Seine Aussage "Bringt die AKWs ans Netz, bringt die Abgeschalteten ans Netz" erntete tosenden Applaus in der Halle.

Aktuell sind in Deutschland noch drei AKW am Netz. Vor der Energiekrise, die eine Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist, war geplant gewesen, die letzten drei Atomkraftwerke zum Jahresende abzuschalten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte zuletzt angekündigt, dass er einen Weiterbetrieb von zwei Atomkraftwerken über das Jahresende hinaus erwarte. Zugleich forderte Kemmerich auf dem Landesparteitag erneut, auf die Förderung von Schiefergas durch Fracking zurückzugreifen. Allein dadurch könne der Gasbedarf des Landes über ein Jahrzehnt gesichert werden. Man müsse "«alle Kraft darauf aufwenden, dass Energie fließt", so Kemmerich. Kemmerich tritt bei dem Parteitag erneut für den Parteivorsitz an. Einen Gegenkandidaten gab es bis Samstag nach Angaben der FDP nicht.

10:39 Uhr

Deutsche Bahn: Störung behoben, aber auch internationale Streckenverbindungen noch betroffen

Eine technische Störung des Zugfunks hat zum Wochenendauftakt große Teile des Bahnverkehrs im Norden lahmgelegt. Diese ist nach Unternehmensangaben behoben. Allerdings seien noch Beeinträchtigungen im Laufe des Tages weiterhin möglich, teilt ein Sprecher der Bahn in Berlin mit.

  • Teils sind auch Regionalzüge von dem Stillstand auf der Schiene betroffen - etwa alle RE - und RB-Verbindungen in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein.
  • Es gibt derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von/nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in/aus Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, Berlin und NRW
  • Auch der ICE-Verkehr zwischen Berlin, Hannover und Nordrhein-Westfalen sei eingestellt, hieß es gegen 9.00 Uhr am Samstagmorgen.
  • Im internationalen Zugverkehr fallen IC-Züge von/nach Berlin Richtung Amsterdam komplett aus.
  • IC-Zugfahrten von/nach Kopenhagen beziehungsweise Aarhus enden/beginnen in Padborg.
  • Als Alternative schlägt die Bahn Reisenden zwischen Berlin und Köln sowie zwischen Berlin und Baden-Württemberg und der Schweiz vor, Verbindungen des Fernverkehrs mit Umstieg in Erfurt und Frankfurt am Main zu nutzen.

Viele Reisende, die etwa von Berlin nach Nordrhein-Westfalen fahren wollten, folgten der Empfehlung der Bahn und nahmen den Umweg mit Umstieg in Frankfurt. Die Folge waren völlig überfüllte Züge - kein Durchkommen in den Gängen, weil alles mit sitzenden oder dort stehenden Fahrgästen blockiert ist. Generell empfiehlt die Bahn ihren Reisenden, sich kurz vor geplanten Fahrten über www.bahn.de/reiseauskunft, über die App "DB Navigator" oder telefonisch unter 030/2970 zu informieren.

10:14 Uhr

Explosion an irischer Tankstelle: Neun Tote und Schwerverletzte

24322e3b4b94f28ed6170513a63ca405.jpg

(Foto: dpa)

Im Nordwesten Irlands ist es an einer Tankstelle zu einer Explosion gekommen, durch die neun Menschen getötet wurden. Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich die Explosion am Freitag im Bezirk Donegal.

Acht Menschen seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Zahl der Toten infolge einer Explosion in der irischen Grafschaft Donegal ist auf neun gestiegen. Das berichtete die irische Rundfunkanstalt RTÉ am Samstag unter Berufung auf die Polizei. Am Freitag war zunächst von drei und später von sieben Toten die Rede gewesen. Acht Menschen sollen zudem mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden sein. Berichten zufolge wurden weitere Menschen vermisst, mit Überlebenden werde aber nicht mehr gerechnet.

Was die enorme Explosion in dem kleinen Dorf Creeslough am Freitag ausgelöst hatte, blieb zunächst unklar. Den in großer Zahl herbeigeeilten Rettungskräften bot sich ein Bild der Zerstörung. Die Tankstelle und mehrere angrenzende Gebäude waren teils schwer beschädigt, wie auf Fotos zu sehen war. Irlands Premierminister Michael Martin sprach den Angehörigen und Betroffenen sein Mitgefühl aus. Der irische Präsident Michael D. Higgins bezeichnete den Vorfall als "Tragödie, die ein furchtbarer Schlag für eine eng miteinander verbundene Gemeinschaft ist. (...)".

10:01 Uhr

Diamant für 59 Millionen Euro versteigert

Für fast 58 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) ist in Hongkong ein rosafarbener Diamant versteigert worden. Der 11,15 Karat schwere Williamson Pink Star erzielte damit den zweithöchsten Preis, der bisher bei einer Auktion für einen Edelstein gezahlt wurde, wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilt.

Der Williamson Pink Star war der zweitgrößte rosafarbene Diamant, der je auf einer Auktion verkauft wurde. Das Auktionshaus hatte einen Verkaufspreis von 21 Millionen Dollar erwartet. Der Käufer aus dem US-Bundesstaat Florida zahlte damit mehr als doppelt so viel. 2017 war der Diamant CTF Pink Star für 71,2 Millionen Dollar versteigert worden - der höchste jemals erzielte Preis für einen Edelstein.

Unter den Diamanten sind jene mit Rosafärbung die seltensten. Sie werden deshalb auf dem Markt am stärksten nachgefragt. Ein rosafarbener Williamson-Diamant war der kürzlich verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. im Jahr 1947 zu ihrer Hochzeit geschenkt worden.

09:39 Uhr

Abwehrschirm auch für soziale Einrichtungen

Bundesfamilienministerin Lisa Paus plädiert dafür, den geplanten milliardenschweren Abwehrschirm auch für soziale Einrichtungen aufzuspannen. Man habe die Auswirkungen der Energiekrise auf Einrichtungen und Träger im Blick, so die Grünen-Politikerin gegenüber der Funke Mediengruppe. "Denn gemeinnützige Einrichtungen wie die Tafeln, Beratungsstellen oder Schutzeinrichtungen sind für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unerlässlich."

Wenn diese die explodierenden Energiekosten nicht mehr schultern könnten, treffe dies die Schwächsten - "Kinder, Jugendliche, alte Menschen, einkommensschwache Familien", zählte Paus auf. "Deshalb müssen wir den wirtschaftlichen Abwehrschirm so weit aufspannen, dass die soziale Infrastruktur darunter ebenso Schutz findet wie die Vereine und Initiativen der Zivilgesellschaft."

09:00 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:27 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen! Ein herrliches Wochenende erwartet Sie! Und nur noch sieben Wochen bis zum ersten Advent! Jedes Jahr dasselbe, oder? Kaum sind die Sommerfeien vorbei, stehen die Herbstferien vor der Tür und dann ist quasi auch schon Weihnachten. Was machen Sie eigentlich Silvester? Naja, damit befassen wir uns zu gegebener Zeit, heute haben wir erstmal - leider - noch andere Themen auf der Agenda, wie zum Beispiel das auf der Krim-Brücke ausgebrochene Feuer. Ein Treibstofftank am Ende eines Zuges habe Feuer gefangen, heißt es, der Verkehr sei unterbrochen, von einer Autobombe ist die Rede. Die Brücke ist wichtig, sie verbindet die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim mit dem russischen Staatsgebiet. Ich begleite Sie heute gern in den Tag, aber ehrlich gesagt: Nutzen Sie doch nochmal das goldene Herbstwetter, bald ist es damit vorbei. Mein Name ist Sabine Oelmann und Sie erreichen mich unter dertag@n-tv.de

Was steht an?

  • Vor der Landtagswahl in Niedersachsen am morgigen Sonntag gibt es noch mannigfaltige Abschlusskundgebungen der Parteien, auch Bundeskanzler Olaf Scholz wagt sich unters Volk.
  • Ab November wird es wieder die Lichterparks "Christmas Garden" in vielen Großstädten geben - angesichts der Energiekrise stellen sich da doch einige Fragen, oder?
  • Zum Gedenken an Willy Brandt wird heute ein Kranz zum 30. Todestag des SPD-Politikers und Bundeskanzlers auf dem Waldfriedhof Zehlendorf niedergelegt. Auch da will Olaf Scholz dabei sein. Aber auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, Wolfgang Thierse, Dennis Buchner und Saskia Esken

  • In London ruft man heute "Free Assange" - eine Menschenkette soll zur Unterstützung von Wikileaks-Gründer Julian Assange um das Parlament gebildet werden.
  • Ach ja, und bitte nicht in den Iran einreisen. Zu gefährlich. Wie gefährlich es ist, das müssen gerade Millionen von Mädchen, Frauen und Frauen-Sympathisanten im Land der Ajatollahs erfahren. Und oft mit dem Leben bezahlen. Bitte nicht weggucken!

07:43 Uhr

Fast jeder Zweite für Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Fast jeder zweite Arbeitnehmer (48 Prozent) in Deutschland wünscht sich eine Maskenpflicht und regelmäßige Corona-Tests am Arbeitsplatz, sollte es im Herbst erneut zu einer starken Corona-Welle kommen. Nur eine Minderheit (14 Prozent) will auch dann gar keine Einschränkungen mehr, wie aus der Studie "Arbeiten 2022" der Krankenkasse pronova BKK hervorgeht. Weitere 4 Prozent gaben an, sich nur im Homeoffice wirklich sicher zu fühlen. Für die Erhebung der Daten sind den Angaben zufolge im September 2022 rund 1200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 18 Jahren repräsentativ befragt worden.

Der Umfrage zufolge möchten die meisten Arbeitnehmer (64 Prozent) nicht für immer überwiegend im Homeoffice arbeiten. Allerdings sieht eine Mehrheit bei der Arbeit dort auch viele Vorteile, etwa eine bessere Work-Life-Balance (64 Prozent). Deutlich mehr als die Hälfte (57 Prozent) findet das Arbeiten im Homeoffice auch effizienter und produktiver. Viele stoßen allerdings buchstäblich an Grenzen: So gaben 54 Prozent der Befragten an, sie könnten mit Blick auf die Räumlichkeiten bei sich auf Dauer gar nicht regelmäßig zu Hause arbeiten.

Für mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) ist Homeoffice generell nicht möglich, etwa in Pflegeberufen, in der Gastronomie oder im Einzelhandel. Knapp ein Viertel (23 Prozent) gab an, ihr Arbeitgeber biete kein Homeoffice an. Knapp ein Drittel (30 Prozent) kann jederzeit ohne Abstimmung im Homeoffice arbeiten, etwas mehr als jeder Zehnte (12 Prozent) eine feste Anzahl an Tagen.

07:13 Uhr

Harvey Weinstein erneut wegen sexueller Übergriffe vor Gericht

Ziemlich genau fünf Jahre ist es her, dass die #MeToo-Kampagne mit Missbrauchsvorwürfen gegen den mächtigen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein ins Rollen kam. Der Filmproduzent wurde in atemberaubendem Tempo zum Geächteten und 2020 in New York wegen Sexualverbrechen zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt beginnt am anderen Ende der USA ein neuer Prozess gegen Weinstein: In Los Angeles muss sich der 70-Jährige von Montag an in elf Anklagepunkten vor Gericht verantworten.

In dem Verfahren geht es um mutmaßliche sexuelle Attacken gegen fünf Frauen zwischen 2004 und 2013 in Hotels in Beverly Hills und Los Angeles. Dem einst gefeierten Produzenten werden unter anderem sexuelle Gewaltanwendung, Vergewaltigung und erzwungener Oralsex zur Last gelegt. Für das Verfahren war Weinstein von einem New Yorker Gefängnis nach Kalifornien verlegt worden.

Weinstein, dessen Filme im Laufe der Jahrzehnte 81 Oscars gewonnen haben, hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und spricht von einvernehmlichen sexuellen Beziehungen mit den Frauen. Sein Anwalt sagt, für die Vorwürfe gebe es weder gerichtsmedizinische Beweise, noch "glaubwürdige Zeugen". Allerdings hatte das Weinstein schon in New York nicht vor einer Verurteilung bewahrt: Die Staatsanwälte hatten damals auch keine gerichtsmedizinischen Beweise oder Zeugenaussagen Dritter präsentiert. Sie appellierten vielmehr an die Geschworenen, den Aussagen der Opfer Glauben zu schenken - und die Jury sprach Weinstein schuldig.

06:47 Uhr

Ex-Benediktinermönch heiratet seinen Freund kirchlich

8e2bbf603ab98de691a15a3f1ce0efed.jpg

Der ehemalige Benediktiner-Mönch Anselm Bilgri und sein Mann Markus küssen sich 2021 nach ihrer standesamtlichen Trauung.

(Foto: dpa)

Der frühere Benediktinermönch Anselm Bilgri hat die Geduld mit seiner früheren Kirche längst verloren. Ende 2020 trat er aus der römisch-katholischen Kirche aus und fand eine neue geistliche Heimat bei den Alt-Katholiken. Darum kann er an diesem Samstag etwas tun, was lange undenkbar für ihn war, der jahrzehntelang dem römisch-katholischen Zölibat verpflichtet gewesen ist: Er heiratet - seinen Mann. In einer katholischen Kirche mitten in München. "Ich wollte in einer Kirche sein, in der ich mit meinem Mann verheiratet sein kann", hatte der 68-Jährige, der einst vom späteren Papst Joseph Ratzinger zum Priester geweiht wurde, seinen Übertritt damals unter anderem begründet. Denn bei den Alt-Katholiken ist selbst die gleichgeschlechtliche Ehe kein Problem mehr. Die römisch-katholische Kirche dagegen ringt seit Jahren um einen modernen Umgang mit queeren Gläubigen, lässt noch nicht einmal Segensfeiern für homosexuelle Paare offiziell zu - und frustriert so immer wieder liberale Gläubige.

Da wird alt-katholische Kirche für einige zur echten Alternative: Zweites prominentes Beispiel neben Bilgri ist der ehemalige Generalvikar des Bistums Speyer, Andreas Sturm, der seinen Übertritt zu den Alt-Katholiken im Sommer in einem Buch "Ich muss raus aus dieser Kirche" verarbeitete.

Tatsächlich sind schon im vergangenen Jahr doppelt so viele Menschen der alt-katholischen Kirche beigetreten wie 2020 - wenn sich das Ganze auch noch auf sehr niedrigem Niveau bewegt. 386 Menschen traten 2021 ein, zum Stichtag 31. Dezember lag die Mitgliederzahl seinen Angaben zufolge insgesamt bei 14.923. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr kehrten 359.338 Gläubige der römisch-katholischen Kirche den Rücken. Das waren noch fast 86.600 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019. Und auch wenn die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) inzwischen - angetrieben von der Initiative "Out in Church" - an einem neuen Arbeitsrecht für queere Mitarbeiter arbeitet und die schlagzeilenträchtigen Segensfeiern für Homosexuelle im Rahmen der Aktion "Liebe gewinnt" für die beteiligten Priester offenbar ohne Sanktionen blieb: An der offiziellen Linie der Kirche hat sich nichts geändert.

06:30 Uhr

Flug Rio-Paris, 13 Jahre später: Air France und Airbus vor Gericht

Mehr als 13 Jahre nach dem Absturz einer Air-France-Maschine von Rio de Janeiro nach Paris mit 228 Toten müssen sich Airbus und Air France ab Montag wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. "Die Hinterbliebenen wollen, dass die beiden Unternehmen verurteilt werden", so Anwalt Louis Caillez, der mehrere Angehörige der insgesamt 28 deutschen Opfer vertritt. Ein erstes Verfahren war 2019 eingestellt worden.

Die Maschine vom Typ A330-203 war in der Nähe des Äquators mitten in der Nacht über dem Atlantik abgestürzt. Dabei waren alle 216 Passagiere und die zwölfköpfige Crew ums Leben gekommen. Das Flugzeugwrack und die Flugschreiber wurden erst zwei Jahre später gefunden. Aus den Flugdaten geht hervor, dass kurz vor einer Unwetterzone die Geschwindigkeitssensoren vereisten und der Autopilot sich ausschaltete. Der Flugcomputer zeigte fälschlich an, dass das Flugzeug sich im Sinkflug befand. Der Co-Pilot steuerte die Maschine so steil nach oben, dass es schließlich zu einem Strömungsabriss kam und die Maschine wie ein Stein ins Meer stürzte.

Die Aufzeichnungen des Stimmenrekorders belegen, dass es nur etwa vier Minuten dauerte von dem Moment, in dem die Piloten den Ausfall der Geschwindigkeitsanzeige bemerkten, bis zum Absturz. Die Ermittler gehen davon aus, dass die meisten Passagiere die Notsituation gar nicht mitbekommen haben. Der Abschlussbericht der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) 2012 verwies auf eine Verkettung menschlicher und technischer Fehler, die zu dem Unglück geführt habe. Nach jahrelangem juristischen Tauziehen stellten die französischen Untersuchungsrichter ein erstes Verfahren gegen Air France und Airbus 2019 ein.

06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen