Das war Mittwoch, der 1. Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
wir lassen den Abend in der Redaktion so langsam ausklingen. Die Fußball-WM geht noch weiter. Um 2 Uhr unserer Zeit spielen die USA gegen Bosnien-Herzegowina, falls Sie reinschauen möchten. Schon jetzt hätten wir noch etwas zum Stöbern für Sie:
Infineon-Werk bei Dresden startet früher als geplant
Microsoft will weiteres KI-Rechenzentrum in NRW bauen
Möglicher Anführer des Nord-Stream-Anschlags angeklagt
Putins Rückhalt geht der Sprit aus
Syrien hält Anteil von Frauen in neuem Parlament gering
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Tor-Monster Harry Kane wendet englische WM-Blamage furios ab
Rudi Völler steckt knietief im "Papa"-Dilemma
Wie Feinstaub tödlich werden kann
Das ist die Mogelpackung des Monats
Einen schönen Abend noch!
Sony beendet Produktion von Discs für Playstation
Wer sich ein neues Playstation-Spiel holen will, kriegt das künftig nur noch in rein digitaler Form, etwa als Download. Die Produktion "physischer Spiele-Discs für alle neuen Spiele auf Playstation-Konsolen" werde ab Januar 2028 komplett eingestellt, gibt Sony bekannt. Der japanische Konzern verweist auf die veränderten "Vorlieben der Verbraucher und der gesamten Unterhaltungsindustrie". Nach jüngsten Zahlen wurden zuletzt rund 80 Prozent der Spiele für die aktuelle Sony-Konsole PS5 in digitaler Form verkauft. Bei bereits veröffentlichten Spielen sowie allen, die bis 2028 erscheinen, werde es weiterhin alle Formate geben, betont Sony.
Linke geht vor Berlin-Wahl in Führung
Gut zweieinhalb Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin zieht die Linke in einer Umfrage an der CDU des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner vorbei. Wenn am Sonntag gewählt würde, wäre die Linkspartei mit 20 Prozent stärkste Kraft. Das geht aus der Erhebung von Infratest Dimap im Auftrag des RBB hervor. Damit legt die Linke seit Ende April um zwei Prozentpunkte zu. Die CDU verliert zwei Punkte auf 17 Prozent und belegt Platz vier. Dazwischen rangieren die Grünen mit 19 Prozent bei einem Plus von einem Punkt und die AfD mit unverändert 18 Prozent. Die derzeit mit der CDU regierende SPD verliert einen Punkt auf 13 Prozent. Die FDP und das BSW wären mit unverändert jeweils drei Prozent nicht im neuen Landesparlament vertreten. Befragt wurden 1165 Wahlberechtigte in Berlin. Mehr dazu können Sie hier lesen.
Amnesty fordert internationale Schutztruppe im Sudan
Es gibt kaum Worte für das Leid, das die Bevölkerung im Sudan erleben muss. Seit mehr als drei Jahren führen die Armee und eine paramilitärische Miliz Krieg gegeneinander. Beiden Kriegsparteien werden Gräueltaten gegen Zivilisten vorgeworfen. In einem Bericht von Amnesty-International geht es um die Verbrechen der RSF-Miliz während ihrer Belagerung der Stadt al-Faschir zwischen 2024 und 2025. Für den Bericht befragte die Menschenrechtsorganisation 247 Opfer oder Zeugen der Verbrechen. Demnach griff die Miliz systematisch Siedlungen rund um al-Faschir an, in denen das Volk der Zaghawa lebte, eine ethnische Gruppe in West-Darfur. Laut Amnesty beging die Miliz ethnische Säuberung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Genannt werden unter anderem Mord, Verschleppung, Inhaftierung, Folter, Vergewaltigung und sexuelle Versklavung. Diese Taten könnten "für das Verbrechen des Völkermords relevant sein", schreibt Amnesty. Die Menschenrechtsorganisation fordert einen sofortigen Waffenstillstand und die Entsendung einer internationalen Truppe zum Schutz der Zivilbevölkerung. Die RSF-Miliz werde "diese Verbrechen immer und immer wieder begehen, bis sie gestoppt wird", sagt Amnesty-Chefin Agnès Callamard.
Kim Dotcom scheitert mit Einspruch gegen Auslieferung
Bisher konnte Kim Dotcom seine Auslieferung an die USA verhindern, doch für ihn scheint es eng zu werden. Der 52-Jährige kassiert in Neuseeland, wo er lebt, eine weitere juristische Niederlage. Das Berufungsgericht in Wellington weist einen Einspruch Dotcoms gegen eine Auslieferungsanordnung des neuseeländischen Justizministers aus dem Jahr 2024 zurück. Er kann nun noch vor das Oberste Gericht ziehen.
Dotcom, als Kim Schmitz in Kiel geboren, hatte 2005 die Online-Plattform Megaupload gegründet, auf der Nutzer urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Filme, Fernsehserien und Musik kostenlos hoch- und herunterladen konnten.
Zeitweise gehörte Megaupload zu den meistbesuchten Webseiten weltweit, bevor die Plattform 2012 nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI abgeschaltet wurde.
Die US-Behörden werfen ihm Urheberrechtsverletzungen, Betrug und Geldwäsche vor.
Er selbst weist alle Vorwürfe zurück.
Bei einer Verurteilung in den USA droht ihm nach Einschätzung der neuseeländischen Justiz eine Haftstrafe von 30 Jahren.
Junggesellen kippen Motorboot mit Blödsinns-Aktion
Eine Gruppe Männer feiert in Schweden auf einem Motorboot einen Junggesellenabschied und schaukelt es in Schieflage. Das Boot kentert im Hafen, die Männer schwimmen an Land - und ziehen einfach weiter in eine Bar.
"Lethal Weapon"-Star Danny Glover hat Alzheimer
Der US-Schauspieler Danny Glover macht seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich. Die Diagnose habe er bereits "vor einigen Jahren" erhalten, sagt der 79-Jährige in Interviews mit mehreren US-Medien. Er wolle helfen, das Stigma rund um die Krankheit abzubauen. Mit seiner Familie im Rücken fühle er sich gewappnet, der unheilbaren Hirnerkrankung zu begegnen. Weltbekannt wurde der Schauspieler durch seine Rolle als Roger Murtaugh aus der "Lethal Weapon"-Reihe. Hier können Sie mehr darüber lesen.
USA und Iran reden mit Vermittlern in Doha
In der katarischen Hauptstadt Doha führen Vertreter der USA und des Iran indirekte Gespräche über den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus und einen dauerhaften Waffenstillstand. Wie ein Insider und ein iranischer Regierungsvertreter sagen, handelt es sich um getrennte Beratungen mit den katarischen und pakistanischen Vermittlern. Dabei ist von "technischen Gesprächen" die Rede, an denen etwa die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nicht teilnehmen.
Beitrag für Arbeitslosenversicherung könnte steigen
Beitragserhöhungen zur Sozialversicherung sind Arbeitnehmern wie Arbeitgebern ein Dorn im Auge. Dennoch könnte eine solche Maßnahme notwendig werden, sagt die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Wegen des Milliardendefizits ihrer Behörde hält sie eine Erhöhung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung für möglich. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 2,6 Prozent.
Die Optionen, um den Haushalt der Bundesagentur auszugleichen, seien ein Darlehen des Bundes, inklusive eines möglichen Darlehenserlasses, ein Zuschuss des Bundes und eine Beitragserhöhung, so Nahles. "All diese Optionen sind im Lösungsraum drin", sagt sie. "Eine Beitragssatzerhöhung streben wir aber nicht an", betont sie zugleich.
Die Behörde sitzt in der Klemme, weil die Ausgaben für Arbeitslosengeld in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen sind. Während die Zahl der Leistungsempfänger in der steuerfinanzierten Grundsicherung (bisher: Bürgergeld) deutlich sinkt, steigt die Zahl von Empfängern von Arbeitslosengeld. Mehr dazu hier.
Schlagzeilen zum Feierabend
Tornado fegt über Bodensee - weitere könnten folgen
Über dem Bodensee ist ein Tornado zu beobachten gewesen. Laut dem Deutschen Wetterdienst bildete sich dieser auf dem See vor Friedrichshafen. Der Wasserschutzpolizei zufolge kam es zu keinerlei Notfällen auf dem Wasser. Die Gewitterzelle, die für den Tornado gesorgt habe, habe sich schon wieder aufgelöst, sagt DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding. Allerding warnt er vor weiteren Tornados in der Region. Mehr dazu lesen Sie hier.
Trump nimmt geschenkte Air Force One in Betrieb
US-Präsident Donald Trump ist erstmals mit der neuen Präsidentenmaschine Air Force One geflogen - einem umstrittenen Geschenk des Emirats Katar. Die Luxus-Boeing 747 habe die US-Steuerzahler "ziemlich wenig" gekostet, schwärmt Trump vor dem ersten Flug innerhalb der USA. Sie hätten lediglich die sicherheitstechnische Aufrüstung "auf präsidiales Niveau" bezahlt, sagt er, ohne eine Summe zu nennen. Früheren Berichten zufolge hat die Maschine einen Wert von umgerechnet etwa 348 Millionen Euro.
Die oppositionellen Demokraten sprechen hingegen von "Bestechung". Die US-Verfassung verbietet es Regierungsvertretern, Geschenke, Titel oder Ähnliches "von einem König, Prinzen oder ausländischen Staat" ohne Zustimmung des US-Kongresses anzunehmen. Um den Verdacht der Bestechlichkeit Trumps auszuräumen, ging die "Spende" aus Katar offiziell an das Verteidigungsministerium. Die Maschine soll vorübergehend die beiden veralteten Präsidentenmaschinen der Air-Force-One-Flotte ersetzen, bis ein neuer Flieger zur Verfügung steht. Hier können Sie mehr darüber lesen.
Kanada steigt beim ESC ein
Die Runde der Teilnehmerländer erweitert sich erneut: Kanada macht beim nächsten Eurovision Song Contest in Bulgarien mit. Das verkündet der Veranstalter, die Europäische Rundfunkunion EBU. Die kanadische Teilnahme am ESC wird möglich, weil der öffentlich-rechtliche Sender CBC/Radio Canada vor kurzem Mitglied der EBU geworden ist. Dieser Verband hat mehr als 100 Mitglieder, nicht nur aus Europa. Mit Teilnehmern wie Australien und Israel ist der ESC bereits nicht auf Europa begrenzt. Hier können Sie mehr darüber lesen.
Bei Mercedes formiert sich bundesweit Protest
Die IG Metall ruft die Beschäftigten von Mercedes-Benz bundesweit zu Protesten gegen die Verschärfung des Sparkurses auf. Geplant seien Aktionen an den Standorten Sindelfingen, Untertürkheim, Rastatt, Kuppenheim, Bremen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Ludwigsfelde und Germersheim, heißt es von der Gewerkschaft.
Zuvor hatte der Vorstand des Stuttgarter Autobauers von einer dramatischen Situation gesprochen und den Beschäftigten in Deutschland mitgeteilt, dass man "mit Hochdruck die Kosten senken" müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiter in Deutschland erhalten demnach als Sofortmaßnahme nicht wie erwartet im Juli eine tarifliche Sonderzahlung. Diese werde auf das kommende Jahr verschoben, hieß es in einem Schreiben. Es geht um eine Zahlung von gut 18 Prozent des Monatsentgelts.
Die IG Metall sagt, aus ihrer Sicht "richten sich diese Maßnahmen einseitig gegen die Beschäftigten und stellen zentrale tarifliche Errungenschaften infrage".
Mercedes hat seit Längerem mit Rückschlägen zu kämpfen: 2025 brach der Gewinn um knapp die Hälfe ein, nachdem es 2024 schon schlechter gelaufen war. Dieses Jahr sank das Konzernergebnis im ersten Quartal um mehr als 17 Prozent.
Wetterlage lässt Flugpläne schrumpfen
Die Wetterlage sorgt in Teilen Europas für Flugausfälle und Verspätungen. Besonders betroffen ist der Flughafen München. Dieser teilt mit, dass rund 100 Starts und Landungen in München gestrichen worden seien. Wegen einer Unwetterwarnung seien in München zudem am Vormittag für eine halbe Stunde keine Maschinen abgefertigt worden, erklärt die Betreibergesellschaft. "Dies geschieht aus Sicherheitsgründen zum Schutz der Passagiere und Beschäftigten vor elektrischen Entladungen." Seit Tagen ziehen immer wieder teils schwere Gewitter über Bayern.
Verlobung vereint Familien zweier Sportlegenden
Die beiden leben ihr Leben natürlich nicht als "die Nachfahren von", aber wegen ihrer berühmten Verwandten werden sie mit dieser schönen Neuigkeit erwähnt: Caprice Peschel, Tochter von Ex-Turnstar Magdalena Brzeska, und Luca Beckenbauer, Enkel der verstorbenen Fußball-Legende Franz Beckenbauer, haben sich verlobt. Auf Instagram teilen sie Bilder von dem Antrag, den der 25-Jährige seiner Partnerin auf einem kleinen Boot machte.
Schichtwechsel
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Meine Kollegin Johanna Ohlau entschwindet in den ersten Juli-Tag. Dafür stürze ich mich ins Nachrichten-Getümmel. Sollten Sie zu "Der Tag" Fragen oder Hinweise haben, können Sie mir über heidi.ulrich(at)ntv.de schreiben.
Rolle rückwärts? Deshalb setzt Schweden doch wieder auf Bargeld
Schweden ist der Vorreiter in Sachen bargeldloses Bezahlen. Doch seit heute müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken in dem skandinavischen Land doch wieder Bargeld annehmen - eine Rolle rückwärts im "Karten-Paradies" Schweden? Mit der Gesetzesänderung will das Land besser gegen Krisen gewappnet sein, wie technische Ausfälle. Gleichzeitig sollen Menschen, die mit digitalen Bezahlformen nicht zurechtkommen, nicht ausgeschlossen werden. Klingt so für mich allerdings doch etwas nach einer kleinen Rolle rückwärts. Zudem gibt es die Option, mit Scheinen und Münzen zu zahlen, weiterhin in vielen Supermärkten genau für den Fall, dass die Technik streikt. Manchen Läden stinkt es jedoch, dass sie nun wieder Bargeld akzeptieren sollen. Laut Nachrichtenagentur TT haben einige schon angekündigt, sich nicht daran zu halten. Und: Es gibt keinen Plan, ob und wie Verstöße gegen die neue Regelung geahndet werden sollen. Die Schwedinnen und Schweden hängen auch längst nicht so wie wir hier in Deutschland am Bargeld. So ein richtiges Comeback für Scheine und Münzen wird es also vermutlich nicht werden ...
Feuer in zehnstöckigem Haus - mehrere Tote im belgischen Antwerpen
In der Hafenstadt Antwerpen in Belgien bricht in einem zehnstöckigen Wohnhaus am Morgen ein Feuer aus. Nicht alle können die Einsatzkräfte retten: Bei dem Brand sind der Polizei zufolge mehrere Menschen ums Leben gekommen. Darüber hinaus gebe es mehrere Schwer- und Leichtverletzte, sagte eine Sprecherin der Polizei. Genaue Zahlen seien noch nicht bekannt, da die Lösch- und Sucharbeiten andauerten. Die Brandursache sei noch unklar.
"Handwerker" im Weltall: Astronauten schrauben stundenlang an der ISS
Die Internationale Raumstation ISS umkreist unsere Erde schon seit fast drei Jahrzehnten. Klar, da geht auch mal etwas kaputt. Wer also auf der ISS ist, der oder die ist so viel mehr als "nur" Astronaut oder Astronautin. Im Zweifel muss man auch mal die handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen - zuletzt sogar außerhalb der Raumstation: Zwei Astronauten haben mehr als sieben Stunden lang im Weltall geschraubt und das vor einer beeindruckenden Kulisse.
So viele Kegelrobben leben im Wattenmeer
Das größte Raubtier Deutschlands lebt nicht an Land, sondern im Wasser - und zumindest als Tierkind sehen sie noch sehr niedlich aus: die Kegelrobbe. Lange Zeit waren die Meeressäuger fast aus dem Wattenmeer verschwunden und deshalb werden die Bestände per Flugzeug im Winter und im Frühjahr gezählt und da gibt es gute Nachrichten: Die Zahl der im Wattenmeer und auf Helgoland lebenden Kegelrobben nimmt weiter zu. Das geht aus erhobenen Daten der Anrainerstaaten aus Deutschland, Dänemark und der Niederlande hervor, wie das Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven mitteilt. Demnach wurden während des Fellwechsels im März und April 2026 insgesamt 12.497 Tiere gezählt – das sind 3,6 Prozent mehr Kegelrobben als im Jahr zuvor. Damit setze sich das Wachstum der Population der vergangenen Jahre fort, hieß es. Zudem wurden auch mehr Jungtiere gesichtet: Im Vergleich zu der Zählung in der Vorsaison stieg die Zahl der Kegelrobben-Babys um knapp 11 Prozent auf 3.385 Welpen.
Die meisten Kegelrobben leben nicht an unserer Küste, sondern im niederländischen Teil des Wattenmeers: fast 9000 Tiere. Doch auch in Schleswig-Holstein legt die Population deutlich zu: Dort habe sich die Zahl der Kegelrobben im Vergleich zum Vorjahr auf 957 Tiere fast verdoppelt. Im dänischen Wattenmeer wurden 348 Kegelrobben gezählt. Im Wattenmeer vor Niedersachsen waren es 1.222 Tiere und auf Helgoland 989. Dort gingen die Bestände allerdings jeweils leicht zurück.
Stade: Mutmaßliche Fahrerin schickte kurz vor der Tat Briefe an Medien
"Chronologie eines Albtraums" - so soll die mutmaßliche Fahrerin des Fluchtwagens einen Brief betitelt haben, den sie wenige Tage vor der Tat in Stade an verschiedene Medien verschickt hatte. Auch RTL liegt das 20-seitige Dokument vor. Die Frau soll die Patentante des drei Monate alten Mädchens sein, um das ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen den Eltern, Jugendamt und Behörden entbrannt sein soll. Drohungen enthält das Dokument nicht, aber darin beschreibt die Frau lediglich die Sicht der Familie und erhebt schwere Vorwürfe gegen Ärzte und Behörden. Auslöser ist nach ihrer Schilderung ein Krankenhausaufenthalt in der Medizinischen Hochschule Hannover im April. Das Baby soll damals wegen Hirnblutungen behandelt worden sein. Ärzte vermuten laut Schreiben ein Schütteltrauma. Die Familie weist diesen Verdacht zurück und führt die Verletzung stattdessen auf einen unbeabsichtigten Zusammenstoß zwischen Vater und Kind einige Tage zuvor zurück. Behörden und Medizinische Hochschule äußern sich zu den Details des Falls bislang nicht und verweisen unter anderem auf Datenschutz sowie laufende Verfahren.
Venezuela: Video zeigt Zerstörungskraft des Erdbebens
Venezuela ist vor einer Woche von einem verheerenden Doppel-Erdbeben überrascht worden - nach bisherigem Stand sind fast 2000 Menschen dabei ums Leben gekommen. Wie groß die Zerstörungskraft der Beben war, zeigen Aufnahmen aus einer Überwachungskamera. Darin ist zu sehen, wie Menschen panisch ins Freie fliehen und dann von den Erschütterungen zu Boden gebracht werden. Wie lebensgefährlich die Situation in der Nähe des Hauptstadt Caracas war, zeigt sich auch im Hintergrund: Dort bringt die Naturgewalt ein ganzes Haus zum Einstürzen.
"Y.M.C.A.": Village-People-Frontmann Victor Willis ist tot
Kaum ein Fest kommt ohne diesen Hit aus: Mit "Y.M.C.A." haben sich die Village People wohl musikalisch unsterblich gemacht. Doch wir Menschen sind es ja leider nicht. Sänger Victor Willis ist gestorben, wie die Band in den sozialen Medien mitteilt. ""Mit tiefer Trauer geben wir den Tod von Victor Willis, dem Leadsänger der Village People, bekannt", schreiben die Musiker. Der Frontmann starb im Alter von 75 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Die Musiker schafften nicht nur Welthits, sondern auch Hymnen für die queere Gemeinschaft - eben Musik für alle.
"Bergdoktor"-Darstellerin Annika Ernst hat bei ihrem Alter geschummelt
Wer hat bei seinem Alter nicht schon mal ein bisschen geschwindelt? Während das für die meisten Menschen eine kleine Notlüge ist, um zum Beispiel in einen Club reinzukommen oder einen günstigeren Eintritt für eines der Kinder zu zahlen, und folgenlos bleibt, ist das bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, meist anders: Die Schauspielerin Annika Ernst, die den meisten aus der Serie "Der Bergdoktor" bekannt sein dürfte, ist älter als bislang bekannt. "Ich bin 47 - und nicht 44, wie es überall steht", sagte sie der Illustrierten "Superillu" laut Mitteilung. Wie es dazu kam? Es soll bei der Teilnahme an einer Castingshow im Jahr 2009 angefangen haben. Ernst sei älter als alle anderen gewesen, weshalb sie drei Jahre jünger gemacht worden sei. "Irgendwie bekam das eine Eigendynamik, und ich verpasste den Moment, es zu korrigieren." Ob nun 30 oder nicht spielt wohl längst keine allzu große Rolle mehr. Die 47-Jährige sagt in dem Interview jedoch auch, dass sie den Jugendwahn in der Branche nicht mehr mitmachen wolle. Ihr Geburtsjahr auf Wikipedia habe sie korrigieren lassen - von 1982 auf 1979.
Halle mit Tausenden Särgen in Bayern steht in Flammen
In Bayern brennt eine große Lagerhalle - voller Särge. Der Brand richtet im bayerischen Lichtenfels einen Millionenschaden an. Vier Feuerwehrleute werden leicht verletzt. Warum der Brand ausbrach, ist bislang unklar.
Frankfurt/Oder: Junge stürzt aus elftem Stock und stirbt
Vor einem Wohnhaus in Frankfurt/Oder liegt plötzlich ein schwer verletzter Junge. Der Sechsjährige ist ersten Erkenntnissen zufolge aus der Wohnung seiner Mutter im elften Stock gestürzt. Wie die Polizei mitteilt, ist das Kind mutmaßlich über den Balkon hinweg in die Tiefe gestürzt. Die Rettungsversuche scheiterten demnach, der Junge sei noch vor Ort gestorben.
Anwohner genervt: Uralt-Bahnübergang trennt Stadtteil in Paderborn für Jahre
Die Gleise, die Züge, die Technik - die Deutsche Bahn arbeitet ja an der eigenen Modernisierung. Davon bekommen wohl die Menschen an einem Bahnübergang in Paderborn wenig mit. Dieser bleibt voraussichtlich bis 2030 für den Autoverkehr gesperrt - wegen 140 Jahre alter Bahntechnik. Diese lässt sich nicht mit einer neuen Ampelanlage verbinden. Anwohnerinnen und Anwohner müssen jahrelang Umwege in Kauf nehmen.
Kleine Pakete in die EU werden teurer
Billig-Anbieter wie Shein oder Temu boomen: Massenhaft bestellen Kundinnen und Kunden in Europa Produkte aus dem Ausland. Doch mit dem zollfreien Päckchen unter 150 Euro ist es seit heute vorbei: Wer günstige Waren außerhalb der EU bestellt, zahlt künftig eine Zoll-Pauschale. Bislang galt eine Ausnahme für Lieferungen mit einem so geringen Wert. Pro Warengruppe in der Sendung werden ab sofort pauschal 3 Euro berechnet. Das heißt, für drei in einem Paket versendete T-Shirts im Wert von 30 Euro werden insgesamt 3 Euro Zoll fällig. Kommt zum Beispiel ein günstiges Kinderspielzeug dazu, werden 3 weitere Euro Zollgebühr fällig, also insgesamt 6 Euro.
Im vergangenen Jahr kamen nach Zahlen der EU-Kommission 5,9 Milliarden Sendungen im Wert von je unter 150 Euro an. Das sind 16 Millionen Pakete pro Tag. Auf sie wurde kein Zoll erhoben. Mehr als 90 Prozent dieser Sendungen kamen nach Angaben eines hochrangigen EU-Beamten aus China.
Was heute wichtig wird
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
einige haben es spätestens heute Morgen an der Tankstelle bemerkt: Mit dem Tankrabatt ist es vorbei und wie befürchtet, haben die Konzerne die Preise wieder kräftig angezogen. Ob diese Maßnahme der Bringer für die Verbraucherinnen und Verbraucher war, ist fraglich und wird uns sicherlich noch in Analysen wieder begegnen - wie beim letzten Mal kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Schauen wir mal fix auf die wenigen Termine des Tages:
Ein Treffen der Spitzen von CDU, CSU und SPD im Kanzleramt steht wieder ganz im Zeichen von Reformen: In dem sogenannten Koalitionsausschuss soll der Versuch einer Einigung über eine Steuerreform, die eine Entlastung von kleinen und mittleren Einkommen bringen soll, im Vordergrund stehen. Es soll aber auch über Arbeitsmarktreformen und weitere Entbürokratisierungsschritte gesprochen werden.
Auf dem EZB-Forum im portugiesischen Sintra ballt sich die Prominenz der Geldpolitik aus aller Welt. Auf einem Panel diskutiert EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit den Chefs der Notenbanken von Kanada, Großbritannien und den USA. Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen Investoren dabei den Auftritt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh.
Demonstrativ tagt das Bundeskabinett angesichts der Sicherheitslage erneut im Bendlerblock, dem Sitz des Verteidigungsministeriums in Berlin. Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird als Gast kurz vor dem Gipfeltreffen des Bündnisses in der Türkei an der Sitzung teilnehmen.
In Paris geht der Weltkongress gegen die Todesstrafe weiter. Alarmierend sind die Zahlen: Nach Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron befindet sich die Zahl der Hinrichtungen auf einem Höchststand seit 1981.
Mit dem Aus der DFB-Elf im Sechzehntel-Finale bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist das ohnehin verhaltene Interesse wohl jetzt komplett im Keller. Doch auch heute wird wieder um den Titel gekickt - die Infos finden Sie bei meinen Kollegen im ntv sport.
Fragen? Kritik oder Hinweise? Sollten Sie mich erreichen wollen, können Sie das am besten per Mail tun: johanna.ohlau(at)ntv.de.
Tödliche Schüsse in Stade: Mordkommission ermittelt
Nach den Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade mit sechs Todesopfern ermittelt die Polizei weiter zu Ablauf und Hintergründen der Tat. Nun hat sie dafür eine Mordkommission eingerichtet. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord. Unter den sechs Toten sind drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover und drei der Jugendhilfeeinrichtung der Hansestadt. Hintergrund der tödlichen Attacke ist wohl möglicherweise ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige mit türkischer Staatsangehörigkeit hatte demnach einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. Um das Tatgeschehen zu rekonstruieren, wertet die Polizei gerade vor allem Hinweise aus der Bevölkerung aus und bittet Zeugen weiter um Fotos und Videos, die etwas zur Aufklärung der tödlichen Schüsse in der Jugendhilfeeinrichtung beitragen können. Unterdessen ist der Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen.
Die beiden verdächtigen Frauen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft hat keinen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Sowohl die 34 Jahre alte Mutter der gemeinsamen Tochter als auch die Begleiterin des 45-Jährigen mutmaßlichen Täters sind aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen worden.
Mann schießt mit Schreckschusswaffe von Balkon
Ein Mann hat in Nordrhein-Westfalen für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt: Der 44-Jährige wurde von Anwohnerinnen und Anwohnern in Velbert-Langenberg (Kreis Mettmann) dabei beobachtet, wie er auf seinem Balkon mit einer Schreckschusswaffe hantierte - und schließlich Schüsse abgab. Polizisten umstellten das Gebäude und konnten nach mehreren Stunden Kontakt zu dem Mann in seiner Wohnung aufnehmen. Der 44-Jährige habe sich letztlich widerstandslos in Gewahrsam nehmen lassen, teilt die Polizei mit. Verletzt wurde demnach niemand.
Venezuela: Kleinkind sechs Tage nach Erdbeben lebend aus Trümmern gerettet
Was für eine Sensation und ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Venezuela: Sechs Tage nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben ist ein Dreijähriger nach Angaben jordanischer Rettungskräfte lebend aus den Trümmern gerettet worden. Der Junge habe vor Ort Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilt der jordanische Zivilschutz mit. Suchmannschaften konnten laut Parlamentspräsident Jorge Rodríguez mehr als 6400 Menschen lebend aus den Trümmern retten.
Die zwei Beben hatten sich am Mittwoch vergangener Woche im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, es gab dutzende Nachbeben. Nach jüngsten offiziellen Angaben wurden mehr als 10.500 Menschen verletzt. Tausende Menschen werden nach UN-Angaben noch vermisst.