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Willkommen in der EurovisionKanada feiert 2027 sein ESC-Debüt

01.07.2026, 16:52 Uhr
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Unter die Fahnen der ESC-Fans wird sich 2027 auch die Flagge Kanadas mischen. (Foto: picture alliance / APA-Images)

Das "Euro" im Eurovision Song Contest sollte man schon lange nicht mehr so genau nehmen. Schließlich machen längst auch Länder wie Israel, Aserbaidschan oder Australien bei der Veranstaltung mit. Nun gibt es einen neuen, weit entfernten Teilnehmer: Kanada.

Darüber gemunkelt, dass sich Kanada der Europäischen Rundfunkunion (EBU) anschließen und damit auch am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen könnte, wurde schon länger. Nun ist es tatsächlich wahr geworden. Auf den Instagram-Seiten der Organisation und der Veranstaltung wurden identische Beiträge unter der Überschrift "Welcome Canada" veröffentlicht.

Im zugehörigen Kommentar zu den Posts wird ausgeführt: "Froher Kanada-Tag! Kanada wird sein Eurovision-Song-Contest-Debüt im kommenden Jahr in Bulgarien feiern. Jetzt, da CBC/Radio-Canada ein vollwertiges Mitglied der EBU geworden ist, wird Kanada seit Australien 2015 das erste neue Land sein, das sich unserem Teilnehmerfeld anschließt."

Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten. Binnen einer Stunde sammelten die Posts bereits Tausende Likes ein. Zu den vielen begeisterten Kommentaren gesellen sich jedoch auch einige kritische Anmerkungen. "EUROvision not WORLDvision", bemängelt etwa eine Puristin. "Wird Kanada Israel ersetzen?", merkt ein anderer Nutzer sarkastisch an. "Wo ist Kasachstan?", fragt ein Dritter. Und eine weitere Meinung lautet: "Es ist so traurig, dass europäische Länder wie Kosovo, Andorra, Monaco, Montenegro und Bosnien-Herzegowina nicht Teil des Contests sind, während stattdessen Länder vom anderen Ende der Welt teilnehmen."

Gelungener Coup

Allerdings muss festgehalten werden: Abgesehen von Kosovo, das nicht von allen Ländern als eigenständiger Staat anerkannt wird und zudem kein EBU-Mitglied ist, hätten alle die genannten europäischen Länder durchaus die Möglichkeit zur Teilnahme. Die Entscheidung, sich von dem Contest zurückzuziehen, haben sie selbst getroffen - meist aus finanziellen Gründen. Über eine Teilnahme des assoziierten EBU-Mitglieds Kasachstan wiederum wird schon länger diskutiert.

Kanada für den Wettbewerb zu gewinnen, kann daher durchaus als gelungener Coup gesehen werden. Das Land könnte mal wieder frischen Wind in die Veranstaltung bringen, ähnlich wie das ESC-begeisterte Australien, das mittlerweile seit über zehn Jahren Teil des Events ist und das niemand mehr dort missen möchte.

Dass die ESC-Teilnahme Kanadas mehr als nur ein Hirngespinst ist, war bereits Ende vergangenen Jahres deutlich geworden. Da war nicht nur in einem Entwurf für den Staatshaushalt des Landes die Rede davon, "eine Teilnahme am Eurovision Song Contest zu prüfen". Auch ESC-Direktor Martin Green bestätigte, dass entsprechende Gespräche geführt würden.

Wink in Richtung USA

Kanada Finanzminister François-Philippe Champagne erklärte: "Es geht darum, unsere Identität zu schützen - ja, wir wollen unsere Souveränität bewahren, aber wir wollen auch Menschen aus dem Kunst- und Filmsektor unterstützen, damit sie weltweit erfolgreich sein können." Das wurde nicht zuletzt als Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der USA verstanden, die Kanada wiederholt mit der Forderung brüskiert hatten, es sich als weiteren Bundesstaat einzuverleiben. Zudem wurde Kanada besonders hart von der erratischen Zoll-Politik von US-Präsident Donald Trump getroffen.

Mit Céline Dion hat 1988 tatsächlich schon einmal eine Kanadierin den ESC gewonnen. Der spätere Superstar trat damals allerdings für die Schweiz an. Sein Debüt als teilnehmendes Land feiert Kanada somit 2027 in Bulgarien, das mit Sängerin Dara und dem Song "Bangaranga" den ESC in Wien Mitte Mai gewonnen hatte.

Quelle: ntv.de, vpr

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