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Der Traum aller Schüler HSH spart an der Note

Ein neuer Sparplan der HSH Nordbank bringt die Ratingagentur Standard & Poor's in eine unangenehme Lage. Weil die Prüfung durch die Analysten viel Geld verschlingt, will sich das Geldhaus künftig eine von drei Ratingnoten sparen. Der Notendruck auf die Analysten steigt.

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(Foto: REUTERS)

Die HSH Nordbank setzt bei den Ausgaben für die Bewertung der eigenen Kreditwürdigkeit den Rotstift an und lässt den Vertrag mit der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) auslaufen. Intensive Gespräche mit Geschäftspartnern und Investoren hätten ergeben, dass für die Landesbank zwei Ratings ausreichend seien, teilte das Institut mit. Künftig bestellt die HSH nur noch bei Moody's und Fitch eine Einschätzung ihrer Kreditwürdigkeit. Damit stünden Investoren und Anlegern weiterhin zwei namhafte Agenturen mit einer unabhängigen Bonitätsbeurteilung zur Verfügung, heißt es aus dem Umfeld der HSH.

Unter den drei Agenturen hatte S&P die Nordbank zuletzt am schlechtesten eingestuft: Die Analysten bewerteten die langfristigen unbesicherten Verbindlichkeiten der HSH mit "BBB+" mit negativem Ausblick. Moody's schrieb der HSH ein "A3" ins Zeugnis, Fitch ein "A". "Ein BBB-Rating macht es für Banken relativ schwierig und teuer, sich zu refinanzieren", sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler.

Die Bank begründete den Verzicht auf S&P mit ihrem Schrumpfkurs und den Kosten des Ratings. "Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung stellt die HSH Nordbank alle vertraglichen Beziehungen auf den Prüfstand", erklärte die Landesbank.

Dass ausgerechnet die Ratingagentur mit der schlechtesten HSH-Note eingespart wird, liegt nahe, bringt aber die Analysten in eine unangenehme Lage. Wenn weitere Unternehmen dazu neigen sollten, die jeweils schlechteste Bewertung einzusparen, dürfte dadurch im derzeitigen Vergütungsmodell zwangsläufig auch der Druck auf die Prüfer steigen, sich nicht mit schlechten Noten aus dem Fenster zu lehnen. Kritikern zufolge steht damit letztendlich das Geschäftsmodell der Agenturen in Frage.

Die Ratingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit von öffentlichen und privaten Schuldnern ein und beeinflussen damit maßgeblich deren Zinskosten. Ihre Dienste sind von den bewerteten Unternehmen oder Institutionen zu bezahlen. Mit dem Schritt spart die HSH Kreisen zufolge jährlich mehrere 100.000 Euro.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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