Ende im SeptemberARD stellt Stefan Mross' Show "Immer wieder sonntags" ein

Seit drei Jahrzehnten führt Stefan Mross die Zuschauer im Ersten durch den Sonntagvormittag. Die bunte Show geht nun aber in ihre letzte Staffel. Grund sind Einsparungen und andere Prioritäten.
Die ARD setzt die Schlagersendung "Immer wieder sonntags" ab. In diesem Jahr werden die letzten 13 Live-Ausgaben des Formats mit dem Traunsteiner Moderator Stefan Mross produziert, wie der SWR mitteilte.
Die Sendung läuft seit rund 30 Jahren im Ersten und gehört zu den beliebtesten Volksmusik-Shows in Deutschland. Regelmäßig schaut ein Millionenpublikum zu. Der Sender begründete das Aus mit Sparmaßnahmen. Das eingesparte Geld soll andererseits in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden. Zudem wollen sich ARD und SWR auf ein jüngeres und neueres Publikum ausrichten. Die letzte Sendung wird am 6. September ausgestrahlt. Es wird dem Vernehmen nach kein Nachfolgeformat geben.
Seit 2005 moderiert der inzwischen 50-jährige Mross die Sendung, die in einer Freiluft-Arena im Europa-Park nahe Freiburg produziert wird. Im vergangenen Jahr schauten die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26 Millionen Menschen, die Sendung erreichte einen durchschnittlichen Marktanteil von rund 17 Prozent.
Das ZDF sendet mit dem "Fernsehgarten" an Sonntagen zur warmen Jahreszeit ein ähnliches Format - ebenfalls live, unter freiem Himmel und mit Schlagermusik. Seit 40 Jahren gibt es die Sendung, in diesem Jahr sind 20 Ausgaben geplant. Die Show mit Moderatorin Andrea Kiewel sahen im vergangenen Jahr nach ZDF-Angaben durchschnittlich 1,69 Millionen Menschen, bei einem Marktanteil von im Schnitt rund 18 Prozent.
Die Zusammenarbeit mit der ARD verlief in den vergangenen Jahren nicht immer reibungslos. Nach einer Schlägerei in einem Hotel und bundesweiten Schlagzeilen zu dem Vorfall prüfte der SWR im Frühjahr 2023, ob Mross nicht ersetzt werden sollte. Das Amtsgericht Leipzig hatte im November 2022 einen Strafbefehl gegen ihn erlassen. Schlussendlich durfte Mross weiter moderieren.
Der Schlagerstar sorgte rund um die Sendung aber auch für emotionale Schlagzeilen, die viele Fans bewegten. So sprang im vergangenen Jahr beispielsweise seine erste Ehefrau, Stefanie Hertel, für ihn ein, nachdem seine Mutter gestorben war. In der darauffolgenden Ausgabe sang Mross im Gedenken an sie gerührt einen Song.
Er führte als Gastgeber in all den Jahren nicht nur durch die Sendung, sondern sang häufig selbst oder schlüpfte in komische Rollen wie die des französischen Spitzenkochs "Maître Stephane" oder des italienischen Magiers "Stefano Mrossini" – ganz zur Freude des Publikums.
Jahrelang wurde in der Show auch gekocht – bis zu einem Vorfall 2014. Mross probierte eine sehr scharfe Currywurst-Soße und erlitt einen Schwächeanfall. Rettungskräfte brachten ihn in eine Klinik. Der Wurst-Test gehörte zur Sendungsrubrik, die anschließend neu ausgerichtet wurde. Die Zuschauer schätzten an Mross, dass er sich immer neuen Aufgaben stelle, sagte die Sprecherin damals.