Unterhaltung

Vater wollte Beschneidung Amira Pocher entging knapp Misshandlung

111189381.jpg

Amira und Oliver Pocher plaudern in ihrem gemeinsamen Podcast "Die Pochers hier!" öfter mal aus dem Nähkästchen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ehrlich und offen spricht Amira Pocher in ihrem Podcast über ihre Kindheit. An die hat sie allerdings nicht nur schöne Erinnerungen. Ihren Zuhörern erzählt sie, welche grausame Erfahrungen sie beinahe hätte machen müssen.

Amira Pocher hat ihrer Mutter einiges zu verdanken. Wäre sie nicht gewesen, hätte Pocher in ihrer Kindheit beschnitten werden sollen. Das erzählt die 27-Jährige in einer neuen Podcast-Folge von "Die Pochers hier!", den sie mit ihrem Ehemann, dem Comedian Oliver Pocher, betreibt. Nur ihre Mutter habe die Beschneidung noch verhindern können.

"Mein Vater, beziehungsweise mein Opa hatte darauf bestanden, dass ich beschnitten werde, aber meine Mutter hat das zum Glück verhindern können", so Pocher, deren Mutter aus Österreich stammt, ihr Vater ist Ägypter. "Ich weiß nicht, ob das heute noch so ist, aber Fakt ist, ich hätte beschnitten werden sollen, in Ägypten", erinnert sie sich weiter. "Dank meiner Mutter wurde ich damals nicht beschnitten."

Weltweit wird geschätzt, dass rund 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten wurden. Laut einer vom Bundesfamilienministerium geförderten Studie sollen 2017 rund 48.000 Mädchen und Frauen in Deutschland gelebt haben, die Opfer von Genitalverstümmelung wurden. Was dabei geschieht, beschreibt Pocher so: "Im Prinzip geht es darum, dass die Frau keine Lust mehr verspürt, beziehungsweise keinen G-Punkt mehr hat. Die äußeren und inneren Schamlippen werden weggeschnitten."

Mehr zum Thema

Die Beschneidung von Frauen sei "Verstümmelung", sagt die 27-Jährige. "Es ist das Allerletzte, weil man der Frau einiges nimmt. Sie darf keine Lust verspüren, Sex zu haben oder die Verlockung, fremdzugehen. Sie soll ja nur für den Mann da sein. Der Mann darf Spaß haben."

Pocher wuchs mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder in Österreich auf. Als sie drei Jahre alt gewesen sei, habe ihr Vater zurück nach Ägypten gemusst: "Als ich drei war und mein Bruder fünf, ist er quasi aus unserem Leben verschwunden." Die beiden hätten nur noch sporadischen Kontakt zu ihm gehabt: "Meine Kindheit hat eigentlich daraus bestanden, einmal im Jahr darauf zu warten, ob sich mein Vater meldet", erzählt Pocher weiter. Es habe auch jahrelange Pausen gegeben, in denen er sich gar nicht gemeldet habe.

Quelle: ntv.de, vmi/spot