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Vip Vip, Hurra! Amira Pocher kann für Kritiker abduften

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Hat einen Raumduft kreiert: Unternehmerin Amira Pocher.

(Foto: picture alliance)

Amira Pocher soll mächtig Ärger haben! Sogar von einem Shitstorm ist die Rede. Medien titeln: "Jetzt ist sie eindeutig zu weit gegangen!" Achtung, lesen Sie diese Kolumne nur mit freier Nase und mindestens 40 Euro im Portemonnaie!

Neulich nächtigte ich beruflich in einem piekfeinen Hotel in Köln. Es war ein hübsches, scheinbar schwer angesagtes Haus, in dem wohl sehr gern die Prominenz einkehre, wie ich mir sagen ließ und das bei genauerer Betrachtung nur ein ganz kleines bisschen in die Jahre gekommen war. Die Badewanne stand im Wohnzimmer, ein Whirlpool, den man allerdings nicht nach 22 Uhr benutzen solle - aus Respekt den Zimmernachbarn gegenüber, weil die Wasserblasen laut blubbern. Man kennt das ja vom Jacuzzi bei sich zu Hause.

Weil meine Begleitung in dem Promi-Hotel Stammgast ist, erhielt sie beim Check-out ein dekadent verpacktes Geschenk. Der Rezeptionist überreichte es ihr mit einem breiten, stolzen Lächeln. Es handelte sich bei dem Promi-Präsent um - eine Duftkerze! Das Schnupper-Erlebnis befindet sich in einem ansehnlichen Glas, das sich vorzugsweise perfekt als Whisky-Schwenker eignen würde und in das endlich auch mal mehr von dem sackig machenden Lebenswasser reinpassen würde als diese unsäglichen geizigen 2cl.

Meine Begleitung reichte diese wunderbare Duftkerze, mit der Begründung, schon genügend Raumdüfte zu haben, stehenden Fußes an mich weiter. Ich war etwas überfordert. Denn, weil mich seit frühester Jugend ein nicht therapierbares Duftbaum-Trauma plagt, ist mein Näschen, was Gerüche betrifft, äußerst sensibel. Diese an den Rückspiegeln schwingenden Mini-Tannenbäume, die für ein schönes Auto-Ambiente sorgen sollen: Allein bei dem Gedanken an die Dinger überkommt mich auf der Stelle ein narkotisierendes Gefühl!

Amira Pocher macht jetzt in Raumduft

An dieser Stelle also, liebe Leserinnen und Leser, hoffe ich, Sie haben gemerkt, dass der Kerzen-Raumduft-Hype an mir vorbeigezogen ist wie die spritzigste Kombination aus frisch gerösteten Kaffeebohnen, Bergamotte und Patchouli. Dabei ist die Schnupper-Nummer derzeit so sehr en vogue, dass selbst die größten Medien-Feministinnen Duftkerzen im eigenen Online-Shop feilbieten. Klar, dass sich das betörende Bouquet preislich auch schon mal bei 100 Euro bewegt. Aber hey, schließlich kauft man zur Kerze ja auch den Spruch, dass die Zukunft weiblich ist!

Auch die Moderatorin und Unternehmerin Amira Pocher hat nun einen Raumduft kreiert. Doch ehe man sich mit ihrem aktuellen Produkt, das sie neben ihrem erfolgreichen Nagellack-Business, jetzt an den Mann beziehungsweise die Frau - und natürlich auch an alle anderen - auf den Markt bringt, näher beschäftigt, wird schon wieder krakeelt. Ich lese: "Shitstorm für Amira Pocher!" Oder: "Bittere Abrechnung! Ihr Traum zerplatzt wie eine Seifenblase". Was ist denn da passiert, frage ich mich und schaue auf ihrem Instagram-Profil nach.

Der angebliche Shitstorm ist - ein Sturm im Wasserglas! Frau Pocher hat schlicht ihre neue Raumduft-Kollektion beworben und Momentchen: Kann es sein, dass das vielleicht nicht bei allen Fans gut ankommt? Wer bei ein paar kritischen Kommentaren aber von einem Shitstorm spricht, hat höchstwahrscheinlich wirklich zu lange am Wunderbaum geschnüffelt! Größter Aufreger: Der pocher'sche Wohlgeruch für die Butze kostet 40 Euro plus Versandkosten!

Wenn man den Raumduft leider nicht fühlen kann

Der Preis setze sich unter anderem deshalb so zusammen, weil Amira fair in Deutschland produzieren lässt und nicht, wie einst Fynn Kliemann, in Bangladesch oder anderen Ländern, wo faire Löhne klein- und Ausbeutung großgeschrieben werden.

Ein anderer Kritikpunkt: das Klima. "In einer Welt, in der Ressourcen und somit das Klima zu schützen sind, macht Amira einen riesigen Aufriss um die Verpackung - eines Raumduftes. Komplett irre!" Ja, Wahnsinn! Lasst uns alle zu den Pochers stürmen und Kartoffelbrei an ihre Wände werfen! 40 Euro seien viel zu teuer! Man sei "nicht bereit" so viel Geld auszugeben. Meist sind diese Echauffierenden übrigens dieselben, die emotional steil gehen, weil 8,99 Euro für Bio-Fleisch in ihren Augen "Abzocke" seien.

Auch ein Vorwurf: Das Produkt sei "unauthentisch". Ein anderer Kritiker konnte es demzufolge auch "nicht fühlen". Das ist natürlich jammerschade, aber wichtig ist, dass sich alle noch selbst spüren. Und wenn es dabei nach Bergamotte und Vanille schnuppert, umso besser! Bleiben Sie aromatisch! Bis nächste Woche!

Quelle: ntv.de

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